Archivierter Artikel vom 17.09.2010, 13:32 Uhr

2:0 gegen Südafrika: DTB-Team vor Klassenverbleib

Stuttgart (dpa). Der Klassenverbleib ist für das deutsche Davis-Cup-Team nur noch Formalität. Nach Pflichtsiegen von Philipp Kohlschreiber und Florian Mayer kann die DTB-Auswahl gegen Außenseiter Südafrika bereits im Doppel das Ticket für die Weltgruppe der 16 besten Tennis-Nationen verlängern.

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Vorgelegt
Philipp Kohlschreiber gewinnt in Stuttgart das erste Match.
Rückhand
Mit einer Rückhand returniert Florian Mayer einen Ball des Südafrikaners Izak van der Merwe.

«Das war ein Auftakt nach Maß. Das 2:0 war unser Ziel», sagte Teamchef Patrik Kühnen in Stuttgart. Kohlschreiber sorgte beim Abstiegsspiel mit 6:4, 6:4, 6:4 gegen Rick de Voest für den gewünschten erfolgreichen Start. «Ich habe unschön gewonnen. Ich habe drei solide Sätze gespielt, ohne zu glänzen. Das Match war in keinster Gefahr», sagte Kohlschreiber. Mayer hatte gegen Izak van der Merwe mehr Mühe, legte mit 6:3, 3:6, 6:1, 7:6 (8:6) aber nach. Der Bayreuther blies nach der 2:40 Stunden langen Partie erst einmal die Backen auf und pustete durch.

Ausrutscher
Philipp Kohlschreiber liegt auf dem Spielfeld, nachdem er auf dem Sand ausgerutscht war.

«Ich bin sehr erleichtert. Der vierte Satz hätte 6:4 ausgehen müssen, so war es am Ende ein Zitterspiel», meinte Mayer und spielte auf zwei vergebene Matchbälle beim Stand von 5:4 an. Kühnen ballte im Moment des Sieges die Faust. «Gott sei Dank hat Florian das Match gewonnen. Das Doppel wird sehr schwierig», erklärte der Teamchef.

Gratulation
Teamchef Patrik Kühnen (r) gratuliert auf dem Weißenhof Philipp Kohlschreiber.

Dort rechnen sich die Gäste dank Weltklassemann Wesley Moodie und Jeff Coetzee die größten Chancen aus. Für Kühnen sind Lokalmatador Andreas Beck und Spezialist Christopher Kas weiter die erste Option. Änderungen sind möglich, die Südafrikaner sind auf einen eventuellen Einsatz von Kohlschreiber eingestellt. «Das würde mich nicht überraschen. Wenn man 2:0 führt, will man es zu Ende bringen», sagte Kapitän John-Laffnie de Jager. Beim 1:4 in Frankreich im März hatten Kohlschreiber und Kas gespielt, aber verloren.

Gestreckt
Florian Mayer streckt sich bei seinem Einzel zu einer Vorhand.

Kohlschreiber genügte in seinem zwölften Davis-Cup-Einzel eine ordentliche, aber keineswegs überragende Leistung zum achten Sieg. «Ich habe jedes Mal den Satz von Anfang an bestimmt und die Breaks im Endeffekt gut verwaltet», urteilte die deutsche Nummer eins über die Vorstellung gegen den Weltranglisten-205. de Voest. Nur ein Aufschlagverlust bei einer 5:2-Führung im zweiten Satz brachte den 26-jährigen Augsburger kurz aus dem Konzept.

Umarmung
Teamchef Patrik Kühnen umarmt nach dessen Sieg Florian Mayer.

Nach der Partie kündigte der 31. der Weltrangliste an, ab Mitte Oktober mit Andy Murrays Ex-Coach Miles Maclagan zusammenarbeiten zu wollen: «Ich glaube, es ist gut, einen zu haben, der einen Spieler weit gebracht hat. Wir werden das Ziel Top 20 für das nächste Jahr klar definieren», sagte Kohlschreiber. Unter Maclagan erreichte der Weltrangliste-Vierte Murray die Finals von US und Australian Open.

Dran
Der Südafrikaner Izak van der Merwe erläuft sich einen Ball von Florian Mayer.

Bei schönem Spätsommer-Wetter und 2000 Tennis-Fans auf dem aber nur halb gefüllten Weissenhof lief auch bei Mayer zunächst alles nach Plan. Gegen Izak van der Merwe, der anstelle des verletzten Weltranglisten-67. Kevin Anderson Südafrikas Nummer eins ist, verlor der Bayreuther nach dem 3:1 im zweiten Durchgang jedoch dreimal hintereinander seinen Aufschlag und den Satz.

Moment
Philipp Kohlschreiber verzieht im Spiel gegen den Südafrikaner de Voest kurz das Gesicht.

Aber das steckte Mayer weg: Im Duell der fast zwei Meter großen Tennis-Profis gewann der 45. der Weltrangliste gegen die Nummer 159 den dritten Durchgang problemlos. Im vierten Satz musste er abermals zittern. Van der Merwe, der noch nie ein Sandplatz-Turnier bestritt, schlug besser auf und suchte den Erfolg oft am Netz. Nach Abwehr eines Satzballs im Tiebreak feierte Mayer beim Davis-Cup-Comeback den ersten Einzelsieg seit dem gewonnenen Abstiegsspiel 2006 gegen Thailand.