Vor Saisonstart

„2. Liga – 1. Sahne“: Promi-Absteiger erfreuen die TV-Macher

So eine 2. Liga gab es noch nie. Und so eine TV-Berichterstattung auch nicht. Sky, Sport1, Sat.1 und ARD profitieren beim jetzt beginnenden Rechtezyklus von den prominenten Auf- und Absteigern.

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Das Logo des TV-Senders Sport1 auf der Website.
Foto: Lukas Schulze/dpa-Zentralbild/dpa

Berlin (dpa). Die enttäuschten Schalke- und Werder-Fans werden das nicht gerne hören. Aber ihr Pech war für manche Medienmanager großes Glück.

Die prominenten Absteiger versprechen mehr Zuschauer und höhere Quoten in der am Freitag beginnenden Saison der 2. Fußball-Bundesliga, die gleich mehrere TV-Neuerungen bringt. „Das haben wir uns verdient mit dem ganzen Aufwand, den wir über zwölf Monate vorher betrieben haben, um die Rechte zu akquirieren“, sagte Sport1-Boss Olaf Schröder der Deutschen Presse-Agentur. „Damit sind wir sehr glücklich. Der 1. FC Köln wäre der i-Punkt gewesen – aber man muss ja nicht übertreiben.“

Sport1 freut sich auf Werder & Co.

Sport1 hatte sich bei der Rechteauktion die neuen Live-Übertragungen im frei zugänglichen Fernsehen am Samstagabend gesichert. Und daher freut sich der Spartensender über Clubs mit vielen Fans, beim Auftakt mit Werder Bremen und Hannover 96. „Es geht aber nicht nur um die Absteiger“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Sport1 Medien AG Schröder. „Wir sind auch total glücklich über die Aufsteiger mit Dresden und Rostock. Wer fleißig ist, darf ja auch mal mit Glück belohnt werden.“

Für den Spartensender, der 23 Jahre lang das Montagsspiel der 2. Liga live im Free-TV gezeigt hatte, hat das Samstagsspiel „Top-Bedeutung“, wie Schröder sagte: „Die ist auf Augenhöhe mit dem “Doppelpass„. Natürlich ist der “Doppelpass" die Nummer eins, aber direkt gefolgt von der 2. Liga.“

Der Sport1-Boss trauert dem Montagsspiel immer noch ein bisschen nach. „Ich habe das damals nicht verstanden“, sagte Schröder: „Die 18 Vertreter der 2. Liga haben sich im Prinzip einer Minderheit gebeugt. Ich habe das für fahrlässig empfunden, weil die 2. Liga herausgelöst aus dem Wochenende ein Alleinstellungsmerkmal hatte im frei empfangbaren Fernsehen.“

Vom Montag- in den Samstagabend

Jetzt also am Samstagabend, in Konkurrenz zu „Wilsberg“ im ZDF oder „Verstehen Sie Spaß?“ in der ARD. Die Sat.1-Bundesligasendung „ran“ ist 2001 an diesem Sendeplatz gescheitert und wurde schnell wieder auf 19.00 Uhr vorgezogen. Das geht mit den Live-Spielen der 2. Liga nicht.

„Ich glaube, wir haben eine Chance“, sagte Schröder. „Das Samstagabendprogramm ist auch nicht mehr so wie vor 20 Jahren mit den großen Shows. Man kann mit der Nische Fußball und 2. Liga schon etwas bewegen, davon bin ich fest überzeugt.“ Dabei setzt er auf die namhaften Clubs: „Wir fangen an mit Werder Bremen gegen Hannover, da haben wir schon eine gewisse Erwartung hinter.“

Am Samstagabend ist auch Sky auf Sendung – und bei allen anderen Spielen. Nach dem Verlust der kompletten Champions League und der Sonntagsspiele der Bundesliga ist die Bedeutung der 2. Liga für den Pay-Anbieter gestiegen – er bewirbt sie mit dem Slogan: „2. Liga – 1. Sahne“.

Für Sky kommen die namhaften Clubs zum richtigen Zeitpunkt. „Mit Neulingen aus Bremen, Schalke, Dresden und Rostock erreicht die Attraktivität der Liga 2021/22 noch mal eine neue Dimension“, sagte Sky-Sportchef Charly Classen der dpa. Sein Sender zeigt seinen Kunden „alle 306 Spiele dieser außergewöhnlichen Saison“ sowie die Konferenzen.

Beim HSV-Gastspiel auf Schalke profitiert von der Prominenz auch der Fußball-Rückkehrer Sat.1, der sich ein Free-TV-Livepaket mit insgesamt neun Partien gesichert hat. Und auch der ARD dürften die namhaften Zweitligisten bei ihrem neuen Ableger der „Sportschau“ helfen.

Der Spartensender One zeigt von diesem Freitag an ab 22.30 Uhr Zusammenfassungen der 2. Liga. Die ARD hatte sich beim Verkauf der Medienrechte durch die Deutsche Fußball Liga im Sommer vergangenen Jahres das entsprechende Rechtepaket gesichert. Weitere Zweitliga-Höhepunkte gibt es samstags und sonntags in der „Sportschau“.

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