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    Dubai

    100 Tage Burj Chalifa – Touristen stehen Schlange

    Vor 100 Tagen hat der Herrscher von Dubai, Scheich Mohammed bin Raschid al-Maktum, seinen Turm mit einem prächtigen Feuerwerk eingeweiht. Er ist stolz, dass in Dubai jetzt das höchste Gebäude der Welt steht.

    Burj Chalifa
    Der Wolkenkratzer Burj Chalifa sieht aus der Ferne aus wie ein riesiger silberner Zahnstocher. (Bild: dpa)

    Doch kaum war die Show rund um den in Rekordzeit errichteten Hochhausturm vorbei, sorgte der 828 Meter hohe Burj Chalifa für Negativ-Schlagzeilen. Erst blieben Touristen in schwindelerregender Höhe im Aufzug stecken. Dann wurde die Besucherplattform auf der 124. Etage «für Reparaturarbeiten» für mehrere Wochen geschlossen.

    Seit dem 4. April ist die Aussichtsplattform nun wieder geöffnet und der Andrang ist genauso groß wie nach der Eröffnung Anfang Januar. Die Besucher, die für den Eintritt 100 Dirham (rund 20 Euro) bezahlen, sind größtenteils begeistert. «Total beeindruckend, toll, großartig», schwärmt eine Gruppe von Touristen aus Sachsen und Thüringen, obwohl die Touristen von der berühmten künstlichen Insel in Palmenform wegen des diesigen Wetters nur die Umrisse erkennen konnten. Nicole Kunath, ihre Reiseleiterin, hatte am vergangenen Mittwoch erfahren, dass der Turm wieder für die Öffentlichkeit zugänglich ist, und gleich Eintrittskarten gekauft.

    Auch Parvati Ganabathi wollte sich die großartige Aussicht nicht entgehen lassen. «Es war nicht einfach, an Karten zu kommen; ich war vor drei Tagen hier, um sie zu kaufen und habe eineinhalb Stunden lang anstehen müssen», sagt die Inderin, die den Turm zusammen mit vier Verwandten besucht hat. «Die Fahrt im Aufzug ging so schnell vorüber; es lief Musik und ständig zogen farbige Lichter und Bilder an unseren Augen vorbei», schwärmt sie. «Ich lebe in Dubai und bin stolz auf den Burj Chalifa.»

    «Man merkt kaum, wenn sich der Aufzug bewegt», sagt John Beers aus dem US-Bundesstaat Connecticut. Er ist mit seinem Sohn Theodore hier, der an der Universität Kabul Englisch unterrichtet. Die beiden Männer sind auf dem Weg nach Afghanistan und haben in Dubai nur zwei Tage Aufenthalt. Deshalb haben sie für jeweils 400 Dirham zwei Spezial-Eintrittskarten gekauft. Das heißt, sie mussten nicht für einen späteren Zeitpunkt reservieren, sondern konnten sofort in den Aufzug steigen. «Ich habe mich sicher gefühlt. Denn erstens stammt der Aufzughersteller auch aus Connecticut wie wir und zweitens war der Aufzug - im Gegensatz zu den Aufzügen im World Trade Center in New York - ganz leise, da hat nichts geklappert oder gewackelt», sagt er.

    Die beiden Amerikaner wurden, so wie alle anderen Besucher auch, durch einen Tunnel in das Gebäude geschleust. Der beginnt in einem rund 30 Meter entfernt gelegenen großen Einkaufszentrum. Den Eingang des Hochhausturms, der noch immer hinter einem großen Bauzaun versteckt liegt, bekommen sie nicht zu sehen. Denn Teile der Innenverkleidungen und Einrichtung sind immer noch nicht fertig.

    Auch an der Fassade sind noch Arbeiter am Werke. Deshalb verzögert sich die Übergabe der Wohnungen an ihre Eigentümer. Die Eröffnung des von Giorgio Armani gestalteten Designer-Hotels wurde ebenfalls verschoben. «Der Turm ist typisch für Dubai: erst wird zu schnell gebaut, dann gibt es Probleme», sagt ein deutscher Ingenieur, der in den Vereinigten Arabischen Emiraten arbeitet. Die Sprecher der Immobilienfirma Emaar, die das Gebäude errichtet hat und verwaltet, wollen sich zu den Einzelheiten derzeit nicht äußern. Neugierige Journalisten werden vom Wachpersonal vertrieben.

    Steht man direkt vor dem Burj Chalifa, dann wirkt das höchste Haus der Welt, das nach oben hin spitz zuläuft, breit und massig. Doch je weiter man sich von dem Gebäude entfernt, desto mehr sieht der Stolz von Dubai aus wie ein riesiger silberner Zahnstocher.

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