Archivierter Artikel vom 24.05.2021, 13:49 Uhr

Mit Sondergenehmigung

1. FC Köln hofft auf Zuschauer in der Relegation

Köln (dpa) – Nach einem Vorstoß aus der Lokalpolitik hofft Fußball-Bundesligist 1. FC Köln für das Relegations-Hinspiel am Mittwoch gegen Holstein Kiel (18.30 Uhr/DAZN) auf eine Ausnahmegenehmigung für Zuschauer im Stadion.

Horst Heldt
Hofft auf eine Ausnahmeregelung für Zuschauer im Stadion: Kölns Sportchef Horst Heldt.
Foto: Rolf Vennenbernd/dpa-Pool/dpa

„Wir haben den Ball aufgenommen. Jetzt wird geprüft, ob es eine Ausnahmeregel geben könnte“, sagte Sportchef Horst Heldt: „Wir versuchen alles. Es würde uns gut tun, wieder ein paar Zuschauer im Stadion zu haben. Und die Leute hätten es verdient, wieder ins Stadion zu kommen. Aber am Ende entscheidet das das Land, die Stadt muss sich daran halten.“

Normalerweise hätte die Sieben-Tage-Inzidenz an fünf Werktagen hintereinander unter 100 liegen müssen, um nach der aktuellen Corona-Verordnung in Nordrhein-Westfalen zumindest die Erlaubnis für 500 Zuschauer zu bekommen. Das war nicht der Fall. Doch weil der Wert nur an einzelnen Tagen knapp über 100 lag, hatte der Kölner CDU-Partei- und Fraktionschef Bernd Petelkau einen Vorstoß gewagt.

„Die Inzidenzzahlen in Köln sinken, auch wenn es einen Ausrutscher über 100 gab. Es wäre ungerecht, wenn ein Gegner von Zuschauern unterstützt werden könnte, der FC aber nicht“, hatte Petelkau, der auch Mitglied des Landtags ist, der „Bild“ gesagt. Die Stadt profitiere davon, wenn der Verein erstklassig bleibe.

Petelkau denkt dabei offenbar sogar an mehr als 500 Zuschauer. „In Ostdeutschland wird mit einer Auslastung zwischen zehn und 20 Prozent gespielt“, sagte er mit Blick auf die 7500 Zuschauer am Wochenende in Rostock. In Köln dürften nach dieser Rechnung zwischen 5000 und 10.000 Menschen ins Stadion.

Der CDU-Politiker erklärte, mit Zuschauern im Stadion habe man „die Fans besser unter Kontrolle und könne so Ausschreitungen wie am Samstag besser verhindern.“ Rund um das letzte Bundesliga-Spiel gegen Schalke war es zu Ausschreitungen vor dem Stadion gekommen.

Zum Thema Chancengleichheit gehört aber auch, dass Kiel im letzten Zweitliga-Spiel am Sonntag gegen Darmstadt (2:3) Zuschauer ins Stadion hätte lassen dürfen, aber freiwillig darauf verzichtet hatte. „Die Vereine stehen im Austausch“, sagte Heldt: „Aber ob Kiel Zuschauer hat oder nicht, gehört nicht zu unserem Aufgabenbereich.“

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