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Pyeongchang

Nach den ersten beiden Läufen vorn: Jacqueline Lölling fährt trotz Fehlern auf Goldkurs

Marco Rosbach

Die Erleichterung war ihr anzusehen, als sie nach dem zweiten Lauf im Bereich für die Führende stand. Jacqueline Lölling lächelte, sie winkte, streckte beide Daumen nach oben und schickte ein Handküsschen Richtung Kamera.

In der Spur: Mit Startnummer sieben ging Jacqueline Lölling in ihr erstes olympisches Rennen. Nach zwei von vier Läufen führt sie die Konkurrenz an, allerdings sitzen ihr die Österreicherin Janine Flock sowie die Britinnen Lizzy Yarnold und Laura Deas im Nacken.  Foto: dpa
In der Spur: Mit Startnummer sieben ging Jacqueline Lölling in ihr erstes olympisches Rennen. Nach zwei von vier Läufen führt sie die Konkurrenz an, allerdings sitzen ihr die Österreicherin Janine Flock sowie die Britinnen Lizzy Yarnold und Laura Deas im Nacken.
Foto: dpa

Gerade war die Britin Lizzy Yarnold ins Ziel gefahren und hatte sich hinter Lölling und der Österreicherin Janine Flock eingereiht. Die Skeletonpilotin aus Brachbach, die überragende Frau des Winters, wusste in diesem Moment: Sie steuert bei ihren ersten Olympischen Spielen auf Medaillenkurs. Würde wie im Weltcup nach zwei Läufen ein Strich gezogen, hätte die 23-Jährige sogar Gold sicher. Doch bei Olympia gelten andere Regeln, die Entscheidung fällt in vier Durchgängen. Dennoch: Lölling führt das Klassement zur Halbzeit an und bleibt vor dem zweiten Tag die Top-Favoritin in Pyeongchang.

„Jetzt gilt es ruhig zu bleiben“, sagte die 23-Jährige, der klar ist, dass ihr Vorsprung alles andere als ein Ruhekissen ist. Nach zwei Läufen im gefürchteten Eiskanal des Alpensia Sliding Centres liegt sie um die Winzigkeit von zwei Hundertstelsekunden vor Flock und zehn Hundertstel vor der rechtzeitig zu den Spielen wieder in Form gekommenen amtierenden Olympiasiegerin Yarnold.

Angefeuert von ihrer Familie, war Lölling am Freitagmittag mit Startnummer sieben in ihr erstes olympisches Rennen gestartet. Vor ihr hatten die beiden hoch gehandelten Kanadierinnen Elisabeth Vathje und Jane Channell bereits einige Probleme offenbart, auch bei Tina Hermann, hinter Lölling Zweite im Gesamtweltcup, war längst nicht alles nach Wunsch gelaufen. Die Deutsche ging zwar zwischenzeitlich in Führung, musste diese aber sogleich wieder an ihre große Konkurrentin aus dem eigenen Team abgeben. 51,74 Sekunden standen für die Pilotin aus Brachbach auf der Uhr – Bahnrekord. Doch das allein sagte nicht viel aus. Alle Top-Pilotinnen bewegten sich unterhalb der Marke, die Lölling selbst vor einem Jahr beim bis dato einzigen Wettkampf in Pyeongchang aufgestellt hatte. Und es war offensichtlich, dass noch mehr möglich gewesen wäre für die 23-Jährige. Am Start, ihrem Schwachpunkt, hatte sie die zweitschlechteste Zeit, und auch in der Bahn, wo sie gemeinhin ihre Stärke ausspielt, waren Wellen zu erkennen, die unüblich sind für die beste Pilotin der vergangenen beiden Winter. Eine kurze Korrektur nach dem Start, eine Unruhe nach Kurve neun, eine leicht geöffnete Fahrposition: In der Summe verhinderten diese Kleinigkeiten, dass sich die Favoritin weit von der Konkurrenz absetzen konnte. Mehr noch: Da Lizzy Yarnold wesentlich besser startete und in den folgenden 16 Kurven deutlich weniger Zeit verlor als der Rest des Feldes, übernahm die Britin die Führung.

  • Team Deutschland auf Twitter nach den ersten beiden Durchgängen.

Im zweiten Durchgang ging es für Jacqueline Lölling als vorletzte Starterin gegen die Zeit der sehr sauber fahrenden Janine Flock. Dass im Ziel die Eins aufleuchtete, wird der Brachbacherin gefallen haben. Doch sie wusste auch: Sie hat wieder Zeit liegen gelassen. Statt den Vorsprung auf die Österreicherin auszubauen, sorgten ein noch schwächerer Start und ein Fehler in Kurve vier dafür, dass dieser weiter schmolz.

Gut für Lölling: Auch Yarnold, die den ersten Tag mit ihrer Fahrt abschloss, erwischte keinen perfekten Lauf und fiel auf Rang drei zurück. Hinter ihr in Schlagdistanz ist die zweite Britin, Laura Deas, die vor den Deutschen Anna Fernstädt und Tina Hermann Vierte ist.

Wenn sich Jacqueline Lölling die beiden Läufe ansehe, könne sie eigentlich nur positiv denken, meinte Bernhard Lehmann, der frühere Trainer der Brachbacherin. „Denn mit einem fahrerisch guten Lauf kann sie nur noch besser werden“, sagte er. Die Pilotin selbst wünschte sich nach dem Rennen vor allem eines: „Eine gute Nacht zu verbringen.“ Zwar liegt Lölling bei ihrem Olympiadebüt auf Kurs, doch es könnte kaum knapper zugehen im Kampf um Gold.

Von unserem Redakteur Marco Rosbach

Entscheidung ab 12.20 Uhr

Die Entscheidung im Skeletonrennen der Frauen fällt am heutigen Samstag. Lauf drei beginnt um 12.20 Uhr, der finale vierte Lauf um 13.45 Uhr.

Die ARD überträgt Bilder vom Rennen, zudem zeigen ARD und ZDF beide Läufe als Livestream im Internet.
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