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Pyeongchang

Jacqueline Lölling nach ihrem Olympia-Abenteuer: Das hat Lust auf mehr gemacht [Interview]

Für Athleten wie Jacqueline Lölling haben sie beim Deutschen Olympischen Sportbund wohl diese Kampagne erfunden. „Merk dir mein Gesicht!“ lautete lange vor Beginn der Spiele von Pyeongchang der Appell.

Skeleton-Silber-Pilotin Jacqueline Lölling beim Bad in der Menge nach der Landung am Frankfurter Flughafen.
Skeleton-Silber-Pilotin Jacqueline Lölling beim Bad in der Menge nach der Landung am Frankfurter Flughafen.
Foto: Marco Rosbach

Denn Wintersportler sind längst nicht alle Stars, vielmehr sind die Dahlmeiers, Frenzels, Fourcades oder Vonns die große Ausnahme. Viele andere leisten Großes, tragen dabei aber Helme mit Visier oder Mützen und müssen um jede Minute Sendezeit kämpfen. Skeletonpilotin Lölling kennt das. Die 23-Jährige aus Brachbach im Kreis Altenkirchen fährt seit drei Jahren in der Weltspitze mit, hat zuletzt zweimal den Weltcup dominiert, ist amtierende Weltmeisterin. Doch erst die Silbermedaille bei ihrem Olympiadebüt hat dafür gesorgt, dass man ihr Gesicht auch über eine Kampagne hinaus wahrnimmt.

Frau Lölling, was hat sich für Sie durch die Silbermedaille verändert?

Die Anfragen von Presse und TV waren schon andere als nach den üblichen Wettkämpfen. Die beiden Tage danach habe ich auch genossen, obwohl sie sehr stressig waren. Es tut gut, wenn wir als Skeletonpiloten auch mal Aufmerksamkeit haben, das gibt der ganzen Sportart einen Schub.

Haben auch potenzielle Sponsoren gemerkt, dass Skeletonrennen sehr spannend sein können?

(lacht) Da kamen bislang keine neuen Anfragen, aber ich kann mich auch so nicht beschweren. Vielleicht kommt das ja, wenn wir jetzt wieder zu Hause sind.

Jacqueline Lölling zurück in Deutschland: Autogramme schreiben gehörte nach der Ankunft am Frankfurter Flughafen am Montagnachmittag dazu.
Jacqueline Lölling zurück in Deutschland: Autogramme schreiben gehörte nach der Ankunft am Frankfurter Flughafen am Montagnachmittag dazu.
Foto: Marco Rosbach

Kurz nach Ihrem Erfolg wurde von Verbandsseite betont, wie wichtig die Medaille hinsichtlich der weiteren Förderung des Skeletonsports in Deutschland ist. Inwiefern geht einem im Vorfeld die Tragweite der eigenen Leistung durch den Kopf?

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ein Sportler seine Medaille erst einmal für sich selbst holt und für das, was er alles investiert hat. Natürlich war uns auch klar, dass gute Resultate und eine Medaille wichtig sind. Aber im Wettkampf kann man sich damit nicht auch noch beschäftigen. Da muss man ganz bei sich sein, denn es gehen einem auch so schon genügend Dinge durch den Kopf.

Wenn Sie mit etwas Abstand auf die vier Läufe und die ständigen Führungswechseln zurückblicken: Haben Sie so etwas schon einmal erlebt?

Nein, so definitiv noch nicht. Die WM vor einem Jahr war auch turbulent, aber das war am Königssee, wo wir die Bahn genau kennen. Hier in Pyeongchang hatten wir alle viel weniger Fahrten und damit wesentlich weniger Erfahrung. Für uns war das Rennen so spannend wie für die Zuschauer.

Das kann man sich nicht entgehen lassen: Ein Selfie mit der Silbermedaillengewinnerin.
Das kann man sich nicht entgehen lassen: Ein Selfie mit der Silbermedaillengewinnerin.
Foto: Marco Rosbach

Sie lagen nach zwei Läufen knapp vorne, waren vor dem letzten Durchgang aber nur noch Dritte. Wie groß war die Angst, am Ende ohne Edelmetall dazustehen?

Es war klar, dass alles passieren kann. Aber solche Gedanken habe ich nicht zugelassen. Ich wusste, was ich kann. Entsprechend gab es nur eine Devise: Alles auf Angriff.

Als im Ziel die Eins aufgeleuchtet ist, war klar, dass Sie eine Medaille sicher haben. Welche Erinnerungen haben Sie an diesen Moment?

Das ist mit nichts zu vergleichen, das ich bis jetzt erlebt habe. Auch nicht mit einer WM. Das ist der Moment, in dem dir klar wird, dass sich die ganze Arbeit auszahl.

Hinterher ging's ins Deutsche Hause, am Tag danach zur Siegerehrung. Wie lassen sich diese Eindrücke verarbeiten?

So schnell noch gar nicht. Nach dem Rennen passiert so viel, dass du kaum Zeit hast, darüber nachzudenken. Als ich im Deutschen Haus zum ersten Mal meine Familie wiedergesehen habe, war das unbeschreiblich. Das bleibt mit Sicherheit ewig in Erinnerung.

Wie fällt Ihr Olympiafazit aus?

Man trifft überall besondere Menschen, lernt die unterschiedlichsten Leute kennen und fiebert mit allen mit. Olympia hat auf jeden Fall Lust auf mehr gemacht.

Das Gespräch führte unser Redakteur Marco Rosbach

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