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Berlin

Zu langweilig: Kritik an der ISU wird lauter

dpa

Leere Hallen, langweilige Wettkämpfe, weniger Nationen: Der Eislauf-Weltverband ISU befindet sich in der tiefsten Krise seiner Geschichte. Längst ist das Wettkampfsystem im Eisschnelllauf mit drei Weltmeisterschaften und einer Europameisterschaft jährlich nicht mehr zeitgemäß.

Traditionell
ISU-Präsident Ottavio Cinquanta steht für wenig Veränderungen.
Foto: Imre Foldi – DPA

«Die ISU sagt, was wir seit 1895 haben, müssen wir erhalten. Sie hat Angst vor Veränderungen», beklagte der dreimalige Olympiasieger Ard Schenk, der von 1998 bis 2006 Mitglied der Technischen Kommission war und aus Ärger über diese konservative Haltung den Weltverband ISU verließ. Erneuerungen seien dringend notwendig. «Die Zuschauer werden immer älter, die Jugend wird kaum erreicht», meinte das Oranje-Idol unlängst im «NRC-Handelsblad».

Nach seinem fünften Mehrkampf-Titel am Wochenende in Moskau hat sich auch Rekord-Champion Sven Kramer erstmals für eine grundlegende Erneuerung der Strukturen stark gemacht. «Die Männer müssen weg», sagte er dem niederländischen Sportmagazin «NUsport» und kritisierte indirekt Präsident und Vizepräsident der ISU, den Italiener Ottavio Cinquanta und den Niederländer Jan Dijkema. Beide verhinderten die notwendigen Reformen. Vor allem der Mehrkampf, in dem seit 1893 WM-Titel vergeben werden, habe in seiner heutigen Form keine Zukunft mehr. «Wir nehmen diese WM wie viele andere Nationen nur noch am Rande mit. Abgerechnet wird bei der Einzelstrecken-WM», meinte der Erfurt Bundestrainer Stephan Gneupel und gibt damit Kramer recht.

Neuerungen wie das für Sportler interessante Massenstart-Rennen seien nur halbherzig eingeführt worden, weil sie zwar im Weltcup ausgetragen, nicht aber in den WM-Kalender, geschweige denn ins Olympia-Programm aufgenommen wurden. «So kann das nichts werden. Obwohl wir interessante Neuerungen so dringend brauchen», hatte Gneupel schon zu Saisonbeginn kritisiert.

Ob die ISU-Bosse auf die Kritik reagieren, bleibt fraglich. So hatten die Top-Funktionäre selbst ein Brainstorming am Rande der WM 2011 in Inzell abgesagt. «Da kommen gute Ideen auf den Tisch und es führt wieder zu nichts, weil die ISU nicht teilnimmt», empörte sich der in den Niederlanden überaus populäre Ard Schenk. Selbst der zuständige ISU-Vizepräsident Jan Dijkema habe kein Interesse gezeigt.

«Dabei nimmt gerade Dijkema eine Position ein, von der aus er Veränderungen veranlassen kann. Aber dafür muss er seinen Kopf hinhalten. Das kann bedeuten, dass die ISU sagt: Herr Dijkema, herzlichen Dank und auf Wiedersehen», beklagte der 18-malige Weltrekordler Schenk.

Auch Kramer spürt, dass international kaum Interesse mehr am Mehrkampf besteht. «Kein Wunder, dass nur wenige Zuschauer die WM verfolgt haben. Da muss schnell etwas passieren. Es gibt zu viele uninteressante Läufe», meinte der Olympiasieger. Er könne sich vorstellen, die langatmigen 10 000 durch die 3000 Meter zu ersetzen. Schenk schlägt als ersten Reformschritt die Zusammenlegung von Weltcup-Finale und Einzelstrecken-WM vor. «Eine Woche lang täglich zwei Stunden Wettkämpfe in einem Ort, der gut zu vermarkten ist», sagte er.

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