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    Eiskunstläuferin Nicole Schott holt Olympia-Ticket

    Nicole Schott besteht die Zitterpartie um ein deutsches Olympia-Ticket. Nun will sie alles daran setzen, bei den Winterspielen dabei zu sein. Die russische Weltmeisterin Medwedjewa verteidigt ihren Titel mit Weltrekord.

    Kür
    Nicole Schott hat bei der WM einen deutschen Quotenplatz für die Olympischen Winterspiele 2018 geholt.
    Foto: Markku Ulander – dpa

    Helsinki (dpa). Eiskunstläuferin Nicole Schott aus Essen hat bei den Weltmeisterschaften in Helsinki einen deutschen Quotenplatz für die Olympischen Winterspiele 2018 gesichert. Die 20-Jährige beendete die Titelkämpfe auf Platz 19.

    Wer Deutschland im nächsten Februar bei Olympia in Südkorea vertritt, ist noch nicht entschieden. Ihren Titel verteidigte die 17-jährige Russin Jewgenija Medwedjewa mit Weltrekord von 233,41 Punkten vor Kaetlyn Osmond (218,13) und Gabrielle Daleman (213,52) aus Kanada.

    „Nicole hat noch große Reserven, aber der Druck, den Olympia-Startplatz zu holen war enorm groß“, sagte Trainer Michael Huth. Seine Schülerin ging ungewohnt angespannt auf das Eis, sprang den Flip nur doppelt und riss die Kombination von zwei dreifachen Toeloops auf. Danach hatte sie sich im Griff und kämpfte. 161,41 Punkte reichten für den begehrten Olympia-Platz. „Ich hatte das die ganze Zeit im Hinterkopf“, gab die Bundeswehrsoldatin zu, die in der Kür zu Frederic Chopins Nocturne No. 20 Saisonbestleistung lief.

    „Nicole hat inzwischen ein sehr ausgewogenes Leistungsniveau erreicht“, sagte Udo Dönsdorf, Sportdirektor der Deutschen Eislauf-Union. „Wir hätten uns alle die dreifach-dreifach-Kombination gewünscht, aber ich weiß, war sie für ein Potenzial hat“. Und Huth bestätigte: „Da wächst eine heran. Es lohnt sich, mit ihr zu arbeiten, weil sie gereift ist.“

    Der Wahl-Oberstdorfer kann es beurteilen, schließlich machte er Carolina Kostner 2012 zur Weltmeisterin. Die 30-jährige Italienerin gab nach zweijähriger Zwangspause mit Rang sechs ein beachtliches Comeback auf der Weltbühne und war vom Empfang der 12 000 Zuschauer in der ausverkauften Hartwall Arena begeistert. Sie musste pausieren, weil sie Doping-Kontrolleuren nicht den wahren Aufenthaltsort ihres Ex-Freundes, des Gehers Alex Schwazer, genannt hatte.

    Zuvor hatten die Oberstdorfer Eistänzer Kavita Lorenz und Panagiotis Polizoakis das Finale erreicht. Die zweimaligen deutschen Meister kamen auf dem 20. Platz gerade noch in die Kür der besten 20 Paare an diesem Samstag. Das Preisgericht gab ihnen 57,10 Punkte. Damit werden die Top 15 für einen deutschen Olympia-Platz schwer.

    „Wir wissen nicht, warum wir so wenig Punkte bekommen haben. Vielleicht lag es an der frühen Startzeit“, sagte der 21 Jahre alte Polizoakis. Im Vergleich zur EM im Januar verbesserte sich das in Detroit beim russischen Starcoach Igor Schpilband trainierende Duo.

    „Wir sind erst seit zwei Jahren zusammen und haben uns gesteigert“, meinte Lorenz. Mit ihren Blues- und Hip-Hop-Klängen zu Titeln von Michael Jackson begeisterten sie zwar die Zuschauer, technisch sind sie noch nicht am Limit. „Im Eistanz geht es nicht so schnell nach oben“, betonte Bundestrainer Martin Skotnicky.

    Zudem gibt es in der vorolympischen Saison einige Rückkehrer wie die Olympiasieger Tessa Virtue und Scott Moir. Die Kanadier setzten sich nach zweijähriger Pause mit 82,43 Punkten an die Spitze und verbesserten ihren eigenen Rekord im Kurztanz. Die französischen Titelverteidiger Gabriella Papadakis/Guillaume Cizeron (76,89) und die Amerikaner Madison Hubbell/Zachery Donohue (76,53) haben kaum noch Chancen auf den Titel.

    WM in Helsinki

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