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«Dauerfrost» hält an: Pechstein kontra Beckert

Salt Lake City (dpa). Sie sprechen die selbe Sprache, reden aber kein Wort miteinander. Sie trainieren auf einer Bahn und gehen sich trotzdem aus dem Weg. Das Verhältnis von Claudia Pechstein und Stephanie Beckert ist beim Eisschnelllauf-Weltcup in Salt Lake City so frostig wie das Wetter.

«Mit dem einen kommt man klar, mit dem anderen eben nicht», meinte Pechstein nach dem Morgentraining im Olympic Oval, ohne dass ihr dabei der Name ihrer blonden Teamkollegin aus Erfurt über die Lippen kam. Die ohnehin eher schüchterne Beckert gibt sich zur Personalie Pechstein komplett kurzsilbig: «Darüber äußere ich mich nicht.»

Ihr Gesichtsausdruck sagt aber vieles. Solange die dreimalige Olympia-Medaillengewinnerin aus Thüringen über Training, Wettkampf, Form und Befinden redet, wirkt sie entspannt. Sobald das Thema Pechstein angesprochen wird, blockt sie ab – Nachfragen unerwünscht. «Wer mit mir ein Problem hat, das ist sein Problem. Ich gehe meinen eigenen Weg. Und wer denkt, dass ich ihm einen Platz wegnehme, muss einfach schneller laufen», betonte Pechstein bissig.

Beckert hatte sich vor Monaten in einem Trainingslager darüber empört, dass sich die gesperrte Pechstein, die nicht mit dem Team trainieren durfte, einmal in ihren Windschatten begeben hatte. Daraufhin hatte Pechstein in ihrer Autobiografie der 16 Jahre jüngeren Beckert «fehlenden Respekt» vorgeworfen. Dennoch so Pechstein, könne sie sich vorstellen, mit der Team-Olympiasiegerin von Vancouver künftig in einer Mannschaft zu laufen. «Ich hatte auch mit Anni Friesinger Probleme, und trotzdem sind wir gemeinsam im Team Olympiasieger geworden. Wir sind schließlich Profis», hatte Pechstein schon vor Wochen erklärt.

Darauf hoffen Cheftrainer Markus Eicher und Teamleiter Helge Jasch schon bei den Einzelstrecken-Weltmeisterschaften vom 10. bis 13. März in Inzell. Doch wie soll eine Mannschaft erfolgreich laufen, wenn sich zwei der drei Protagonistinnen komplett ignorieren? «Wenn man professionell mit der Sache umgeht, ist das möglich. Für mich ist entscheidend, dass man das tut, was von einem im Team erwartet wird», sagte Jasch. Eicher erinnerte an Olympia 2006: «Friesinger, Pechstein, Anschütz haben Gold in Turin geholt und sind auch nicht zusammen Kaffee trinken gegangen. Aber sie wollten Erfolg haben, und das wollen die Damen hier auch.»

Die Tage von Salt Lake City vermitteln rein optisch einen anderen Eindruck. Deutschlands erfolgreichste Winterolympionikin und die derzeit beste Langstrecklerin des Landes zeigen sich konsequent die kalte Schulter. Am Donnerstag zogen sich Pechstein und Beckert nur zehn Meter voneinander entfernt die Schlittschuhe an – Plaudern oder Blickkontakt Fehlanzeige, stattdessen eisiges Schweigen. Anschließend drehten sie voneinander getrennt ihre Runden.

Während Mehrkampf-Bundestrainer Stephan Gneupel, der auch Beckert in Erfurt betreut, und Pechstein-Coach Joachim Franke nach der Trainingseinheit auf der Tribüne nebeneinandersaßen und plauderten, blieben Pechstein und Beckert auf Distanz zueinander. «Beide gehen miteinander so um, dass das, was im Training getan werden muss, gemacht wird, und man sich nicht gegenseitig stört und die Sache schwer macht», registrierte Teamchef Jasch.

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