Frauenfußball

Frankfurt/Main

Axel Hellmann nimmt DFB in die Pflicht

Axel Hellmann geht es mit dem Frauenfußball nicht schnell genug voran. Der Spitzenfunktionär fordert eine 16er-Liga und spricht von einem Szenario ohne den DFB.

Von dpa
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Axel Hellmann
ARCHIV – Ist unzufrieden über die Entwicklung des Frauenfußballs in Deutschland: Eintracht Frankfurts Vorstandssprecher Axel Hellmann.
Foto: Roberto Pfeil/dpa

Frankfurt/Main (dpa) – Eintracht Frankfurts Vorstandssprecher Axel Hellmann hat sich unzufrieden über die Entwicklung des Frauenfußballs in Deutschland geäußert und eine Loslösung der Bundesliga vom DFB nicht ausgeschlossen.

«Es wird vom DFB abhängen, ob diese Debatte aufkommt oder nicht. Es gibt nicht nur bei mir, sondern auch bei anderen Proficlubs ein Grummeln, eine Unzufriedenheit, auch wie die Clubs eingebunden sind», sagte der 52-Jährige im Interview der «Frankfurter Rundschau».

Frauen-Bundesliga besser aufstellen

Letztlich gehe es immer um die Frage, was das Beste für den Frauenfußball sei. «Wenn die notwendigen Anpassungen in der Struktur des DFB erreicht werden können, habe ich damit überhaupt kein Problem. Wenn das aber nicht der Fall ist, müssen wir darüber nachdenken, den Frauenfußball eigenständig zu organisieren», so Hellmann weiter.

Der frühere Interims-Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga (DFL) hat mit Katja Kraus von der Initiative «Fußball kann mehr» ein Thesenpapier für den Deutschen Fußball-Bund erstellt, um die Frauen-Bundesliga besser aufzustellen. «Wir müssen sehr schnell zu einer 16er-Liga kommen und bei der Professionalisierung mehr tun», erklärte Hellmann. «Vielleicht brechen wir so das System mal auf, dass mehr Spannung entsteht, damit wir eine größere Öffentlichkeit erreichen.»

«Darf aber kein Dauerzustand sein»

Wie schon früher verwies der Spitzenfunktionär darauf, dass das Geschäftsmodell Frauenfußball in Deutschland nicht tragfähig sei, um flächendeckend in die Infrastruktur zu investieren. Es sei denn, es werde an den jeweiligen Standorten durch den Männerfußball oder externe Kapitalgeber subventioniert: «Das darf aber kein Dauerzustand sein.»

Hellmann betonte auch, dass die Gelder aus der Champions League anders als bei den Männern nicht geeignet seien, einen Etat nach oben zu schieben. «Der Aufwand, den wir betreiben, konsumiert die Ausschüttung der UEFA nahezu komplett. Man verdient im Frauenfußball mit der Champions League kein Geld.» Die Eintracht-Frauen stehen derzeit in der Bundesliga auf Rang drei und haben in der Königsklasse keine Chance mehr auf einen Einzug ins Viertelfinale.

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