Leipzig

EURO 2024

Vom Keller ins Erdgeschoss: VAR-Raum bei der EM in Leipzig

Von dpa
EM-Stadion in Leipzig
dpatopbilder - Blick auf das Stadion in Leipzig und den Glockenturm vor der Fußball-EM. Foto: Jan Woitas/dpa

Mehr als zehn Bildschirme, Zugriff auf 40 Kameras und eine neue Abseits-Technologie. Strittige Szenen werden während der EM vom Videoschiedsrichter in Leipzig analysiert.

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Leipzig (dpa). Der Kölner Keller wird zum Leipziger Erdgeschoss: Bei der am Freitag beginnenden Fußball-EM werden strittige Entscheidungen in einer Messehalle der sächsischen Metropole unter die Video-Lupe genommen. Hierfür stehen den jeweils drei Videoschiedsrichtern pro Spiel etwa 40 Kameras zur Verfügung.

In dem etwa 36 Quadratmeter großen Raum mit Fichtenholzwänden sitzen zwei Schiedsrichter, ein weiterer steht, um den Überblick zu haben. Zudem sitzen noch zahlreiche Techniker in der Kabine mit 13 großen Monitoren. Anderthalb Stunden vor jedem Spiel gibt es einen Technik-Check mit den Schiedsrichtern in den jeweiligen Stadien.

Schnellere Abseitsentscheidungen

Neu ist die halbautomatische Abseitstechnik. Sie soll dabei helfen, die bei Entscheidungen über Abseitsstellungen bei Toren benötigte Zeit drastisch zu reduzieren. Immer wieder hatte es Kritik von Trainern gegeben, dass gerade diese Szenen zu lange analysiert werden müssen.

Im Football Tech Hub auf der Leipziger Messe befinden sich neben vier VAR-Räumen drei weitere Videoräume sowie ein sogenannter Tracking Room. In diesem werden Positionsdaten von Spielern und des Balles erhoben.

Erstmals wird bei einer EM eine Technologie verwendet, um virtuelle Banden zu generieren. So kann in jedes Land eine spezifische Bandenwerbung ausgespielt werden. «Man sieht im Stadion etwas anderes als die TV-Zuschauer», sagte ein Sprecher der Europäischen Fußball-Union UEFA.

Flitzer werden nicht gezeigt

Aus dem International Broadcasting Center, der Tech Hub ist ein Teil davon, produziert die UEFA das weltweite TV-Signal für die EM. Pro Spiel rechnet man im Schnitt mit 100 Millionen Fernsehzuschauern. «Das sind am Ende etwa fünf Milliarden und damit ist man auf einem Niveau wie bei der WM», sagte der Sprecher. 400 Personen sind für das Weltsignal zuständig.

Strittige Szenen werden wie schon in der Vergangenheit nicht gezeigt. «Alles, was für den Spielverlauf interessant ist, wird gezeigt», sagte der Sprecher. «Dinge wie Bengalos oder Flitzer wollen wir nicht ermutigen und werden sie deshalb auch nicht zeigen.»

© dpa-infocom, dpa:240611-99-357104/2