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    Zehnkämpfer bravourös: Kazmirek als Zweiter vor Freimuth

    Die beiden Deutschen Kai Kazmirek und Rico Freimuth liegen zur Halbzeit des Zehnkampfes auf Medaillenkurs. Nur der Topfavorit Kevin Mayer aus Frankreich liegt vor ihnen - und in Reichweite.

    Zehnkämpfer
    Der deutsche Zehnkämpfer Rico Freimuth sprang 7,48 Meter weit.
    Foto: Bernd Thissen - dpa

    London (dpa). Die Zehnkampf-Asse Kai Kazmirek und Rico Freimuth sorgen bei der Leichtathletik-WM in London für Furore. Zur Halbzeit belegte der Olympia-Vierte Kazmirek (LG Rhein-Wied) mit 4421 Punkten Platz zwei.

    Der WM-Dritte Freimuth (Halle/Saale) folgt mit 4361 Punkten auf dem dritten Rang. Das Duo hat nicht nur zwei Medaillen in greifbarer Nähe, sondern befindet sich auch in Reichweite zum Topfavoriten Kevin Mayer aus Frankreich, der 4478 Punkte sammelte. Der Ulmer Mathias Brugger gab verletzt auf.

    „Ich wusste, dass ich was drauf packen muss. Ich liege gut auf Kurs“, lautete die Zwischenbilanz des 29-jährigen Freimuth. „Ich habe meine Aufgabe gut gemacht und kann mir nichts vorwerfen.“ Nun hofft er, seinen „zweiten Tag ausspielen“ zu können. „Ich fühle mich bereit für den nächsten Schritt in meiner Karriere“, sagte er.

    Im Jahr eins nach dem Rücktritt von Olympiasieger, Weltmeister und Weltrekordler Ashton Eaton hat er nun die Chance, dessen Nachfolger zu werden. „Wer weiß, alles ist möglich. Warum nicht ich?“, tönte Freimuth kurz vor der WM selbstbewusst. „Ich will der Beste der Welt sein.“

    Nach der bei der WM-Qualifikation in Ratingen aufgestellten Weltjahresbestleistung von 8663 Punkten ist das keine übermütige Spinnerei gewesen - wie er zudem am ersten WM-Tag bewies. Den einzigen WM-Titel gewann vor 30 Jahren der frühere DDR-Athlet Torsten Voss in Rom.

    Große Stücke hält der dreifache Weltmeister und Olympiasieger von 1996 im Zehnkampf, Dan O'Brien, auf Freimuth. „Er beeindruckt mich wirklich. Er besitzt eine gute Technik, er ist schnell, er ist zäh“, sagte der US-Amerikaner der „Rheinischen Post“. „Er kann mit Sicherheit der sein, der am Ende vorne liegt.“

    Allerdings unterstrich auch Kazmirek, das er seinem nationalen Rivalen und der internationalen Konkurrenz Paroli bieten kann - und sogar in der Lage ist, an ihnen vorbeizuziehen. Nach einem mäßigen Start über 100 Meter (10,91 Sekunden) überzeugte er als bester Hochspringer mit 2,11 Metern und am Ende auch über die 400 Meter. „Ich kann eine Medaille gewinnen“, meinte der 26-jährige Polizeikommissar.

    Nicht optimal verlief das WM-Debüt von Mathias Brugger. Der Ulmer klagte im Hochsprung über Beschwerden mit dem Beuger im Knie und konnte so gehandicapt nicht höher als 1,90 Meter springen. Über 400 Meter trat er nicht mehr an.

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