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    Vettel und die Hitze in Singapur: Abkochen am Limit

    Unter Siegzwang sieht sich WM-Verfolger Sebastian Vettel nicht. Wie man in Singapur gewinnt, weiß er aber besser als jeder andere Fahrer im Feld. WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton stört das nicht.

    Sebastian Vettel
    Ferrari-Fahrer Sebastian Vettel freut sich auf den Grand Prix in Singapur.
    Foto: Antonio Calanni - dpa

    Singapur (dpa). Sebastian Vettel ist bereit für den härtesten Stresstest der Formel-1-Saison. Die enorme Hitze und die extrem hohe Luftfeuchtigkeit machen den Fahrern beim Großen Preis von Singapur schwer zu schaffen.

    „Es ist ein bisschen eine Qual, wenn man da drin sitzt und vor sich hin abkocht. Genau das macht es aber aus, weil man weiß, jetzt geht es ans Limit“, sagte er drei Tage vor dem Rennen. Die Vorfreude war spürbar, als Vettel über das Geheimnis seiner Erfolge auf dem Stadtkurs redete. „Es ist das Rennen, auf das du dich die ganze Saison freust, aber dann eigentlich gar nicht starten willst, weil du weißt, wie schwer es ist.“

    Schwer, und schon vorentscheidend? Drei Punkte Rückstand hat Vettel auf Lewis Hamilton im Mercedes, der dem deutschen Rivalen ausgerechnet beim Ferrari-Heimrennen in Monza mit dem zweiten Sieg nacheinander den ersten Platz in der Gesamtwertung abgenommen hatte. „Es ist wichtiger, die Führung nach dem Sonntagabend in Abi Dhabi inne zu haben“, betonte Vettel. Dort findet am 26. November das Finale statt. Der 30 Jahre alte gebürtige Heppenheimer will dann seinen fünften Titel feiern, der 32 Jahre alte Hamilton seinen vierten.

    Unter Siegzwang in Singapur in dem erbitterten Duell sieht sich Vettel nicht. „Wir müssen gar nix. Wir können. Wenn die Chance da ist, müssen wir sie ergreifen“, betonte Vettel. Das dürften Vettels Bosse so auch sehen. Ferrari-Chef Sergio Marchionne hatte sich nach der Ernüchterung vor den Tifosi in Monza äußerst angefressen gezeigt und mit Kritik nicht gespart. Vettel versuchte, das zu relativieren. „Er kam danach nicht zu uns ins Meeting und hat gesagt, ihr seid alles Versager“, beteuerte Vettel. Die negativen Sätze seien ja nur ein Teil von Marchionnes Aussagen gewesen.

    Von Vorteilen für Mercedes auf den Strecken bei den sechs Rennen, die nach dem Grand Prix in Singapur folgen, wollte der Hesse auch nichts wissen. „Was die Strecken betrifft, die einem liegen sollen, versuche ich ja, generell zu widersprechen“, sagte er.

    Die Bilanz spricht allerdings eine eindeutige Sprache: Von den 17 Rennen, die auf den Kursen in Malaysia, Japan, den USA, in Mexiko, Brasilien und Abu Dhabi in den vergangenen drei Jahren stattfanden, gewann Mercedes 15.

    Und Hamilton will auch in Singapur den Sieg. „Wir wissen, dass es nicht einfach wird. Ich bin aber mit dem Plan zu gewinnen hierhergekommen“, sagte Hamilton.

    Vor drei Jahre gewann er im Silberpfeil, 2015 schaffte Vettel den ersten Platz im Ferrari, 2016 siegte Hamiltons damaliger Teamkollege Nico Rosberg.

    Vettel wie auch Hamilton rechnen diesmal mit einem Marken-Dreikampf. „Red Bull wird schnell sein“, prophezeite Hamilton. Waren sie allerdings immer schon auf dem engen Stadtkurs: Mit drei Siegen und insgesamt zehn Podestplätzen ist Red Bull der erfolgreichste Rennstall bei dem kräftezehrenden Flutlichtspektakel.

    Selbst am Abend, als Vettel unter einem eher schlichten Grill- und Gartenzelt hinter dem Ferrari-Motorhome Platz nahm, waren es noch knapp 30 Grad bei einer Luftfeuchtigkeit von über 70 Prozent. Am Sonntag bei Rennbeginn um 20.00 Uhr Ortszeit (14.00 Uhr MESZ) dürfte es nicht anders sein, wenn der härteste Stresstest der Saison beginnt.

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