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    Miami

    Super-Djokovic: Dauersieger und Dominator

    Novak Djokovic wird zum Dauersieger und seine Konkurrenz allmählich ratlos. Durch einen 4:6, 6:3, 7:6 (7:4)-Endspielerfolg gegen Rafael Nadal beim ATP-Masters in Miami gewann der 23-Jährige bereits sein viertes Tennis-Turnier dieses Jahres.

    Sieger
    Novak Djokovic gewann das Endspiel der ATP-Masters in Miami gegen Rafael Nadal.
    Foto: DPA

    Selbst Branchenprimus Nadal, der nach eigenen Angaben seine «wahrscheinlich beste Hartplatz-Saison in den USA» gespielt hat, ist gegen den Serben derzeit machtlos. «Was er macht, ist unglaublich», betonte der Spanier fast schon resignierend.

    Zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen hatte er alles gegeben, doch wie schon im kalifornischen Indian Wells erneut in drei Sätzen gegen den Belgrader verloren. Dauersieger, Dominator, Djokovic – innerhalb von 64 Tagen hat der Weltranglisten-Zweite die Australian Open, in Dubai und die beiden Masters-Events in Indian Wells und Miami gewonnen und damit innerhalb von gut zwei Monaten knapp 2,7 Millionen Euro Preisgeld kassiert. Dabei entschied der Serbe alle drei Matches gegen Roger Federer und beide Duelle mit Nadal für sich.

    Seine aktuelle Siegesserie von 24 Erfolgen ist die drittlängste der Tennis-Geschichte. Kein Wunder, dass Djokovic, der im Dezember mit Serbien auch erstmals den Davis Cup gewann, von «den besten vier Monaten meines Lebens» spricht.

    Trotz seiner Triumphe wiegelt er alle Fragen zur Nummer 1 konsequent ab – noch. «Es ist ein bisschen zu früh, um über den Sprung auf den Thron zu reden. Rafa ist auf jeden Fall derzeit der beste Spieler der Welt. Wenn ich die Nummer eins werden will, muss ich das ganze Jahr über konstant gut spielen», meinte Djokovic. Nadal indes sieht in seinem ärgsten Widersacher bereits seinen Nachfolger: «Ich glaube, er wird die Nummer eins werden. Ich fühle seinen Atem noch nicht im Nacken, aber er hat ein Grand Slam und zwei Masters-Turniere gewonnen. Normalerweise steht so einer in den nächsten Monaten ganz oben.»

    Fachpresse und Fans fühlten sich im Finale vor der Rekordkulisse von 14 625 Zuschauern an das Endspiel von 1995 erinnert. Auch damals standen sich in Pete Sampras und Andre Agassi die Nummern eins und zwei der Welt gegenüber, auch damals musste der Tie-Break im dritten Satz entscheiden. Und wie vor 16 Jahren, als Agassi gewann, setzte sich der Weltranglisten-Zweite durch. «Ein unglaublich enges Match. Gegen die Nummer eins im Tiebreak des dritten Satzes zu gewinnen, ist einfach wunderbar», jubelte Djokovic.

    Nadal indes war auch 90 Minuten nach der Partie noch «fix und fertig.» Fast dreieinhalb Stunden lang hatten sich beide bei 25 Grad Celsius in der prallen Sonne großartige Ballwechsel geliefert und nichts geschenkt. Als Djokovic im Tie-Break der Punkt zum 6:2 gelang, ballte er erstmals siegessicher die rechte Faust, eine knallharte und für Nadal unerreichbare Vorhand beendete schließlich den Giganten-Gipfel.

    Djokovic ist seit Roger Federer (2006) der Erste, der nacheinander in Indian Wells und Miami triumphieren konnte. Nun will er versuchen, seine Siegesserie auf den europäischen Sandplätzen auszubauen. Bei einem weiteren gewonnenen Match würde Djokovic mit Ivan Lendl gleichziehen, der 1986 mit 25 Siegen in die Saison gestartet war.

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