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    Karlsruhe

    Storl: «Noch ehrgeiziger» nach seinem WM-Sieg

    Welchen Stellenwert er als Kugelstoß-Weltmeister hat, merkt David Storl manchmal schon bei der Nennung seines Namens. «Daviiiiiiiiiiiid Storl», brüllte der Sprecher des legendären Züricher Meetings im vergangenen Jahr in sein Mikrofon.

    Medaillenhoffnung
    David Storl bei der Siegerehrung nach seinem Goldstoß in Daegu.
    Foto: Rungroj Yongrit – DPA

    Das zeigt, dass der 21-Jährige mittlerweile so etwas wie ein Star ist in der internationalen Leichtathletik. Dass ihn in Deutschland trotzdem noch längst nicht jeder kennt, verriet zuletzt eine Pressekonferenz in Karlsruhe. Da kündigte ihn der Moderator als «Daywid Storl» an – ganz so, als käme er irgendwo aus Texas und nicht aus Sachsen.

    Noch nicht jedem ein Begriff zu sein, ist Storl ganz recht. Denn mit seinem sensationellen Triumph bei der WM in Daegu vor sechs Monaten sind auch die Erwartungen an dieses Ausnahmetalent gestiegen. Alles andere als ein klarer Sieg bei den deutschen Hallen- Meisterschaften an diesem Wochenende in Karlsruhe wäre eine Überraschung.

    Storl versucht, sich etwas rar zu machen und nicht jede Ehrung oder jedes Interview mitzunehmen. «Ich war im letzten Jahr sehr erfolgreich, und wenn ich im nächsten Jahr wieder erfolgreich sein will, muss ich Grenzen ziehen», erklärte der schon von Haus aus eher zurückhaltende Athlet auf «leichtathletik.de». «Zum Glück habe ich ein gutes Umfeld, auf das ich mich verlassen kann und das mir sagt: Pass hier mal ein bisschen auf.»

    Das einzige, was sich seit seinem WM-Sieg nicht verändert hat, sind Storls Erfolgshunger und sein enormer Trainingsfleiß. «Ich bin noch ehrgeiziger geworden und will mich noch weiter verbessern», sagte er. «Ich will mich nicht auf dem Erfolg ausruhen und bin dabei manchmal vielleicht etwas zu selbstkritisch.»

    Für sein großes Ziel, «eine Medaille bei den Olympischen Spielen in London», ist diese Einstellung wahrscheinlich auch nötig. Denn Storls Ausgangsposition in diesem EM- und Olympia-Jahr ist nicht einfach. Einerseits erwartet jeder – inklusive seiner sportlichen Rivalen -, dass der frühere Junioren-Weltrekordler das Kugelstoßen auf Jahre hinaus dominieren wird. Andererseits gibt es zumindest noch kaum eine andere Disziplin, in der die Leistungsdichte so groß ist und in der die großen Wettkämpfe so ausgeglichen verlaufen.

    Seit 2003 gab es im Kugelstoßen sieben verschiedene Weltmeister und Olympiasieger. Zumindest fünf von ihnen können und wollen auch in London wieder Gold gewinnen. Neben Storl sind das Titelverteidiger Tomasz Majewski aus Polen, Europameister Andrej Michnewitsch aus Weißrussland sowie die Amerikaner Reese Hoffa und Christian Cantwell. «Es wird auch in diesem Jahr die Tagesform entscheiden», meint Storl. «Ich muss erst wieder sehen, wo ich mich international einordne.»

    National ist das längst keine Frage mehr. Storl geht als großer Favorit in die deutschen Meisterschaften in Karlsruhe. Vor einem Jahr in Leipzig besiegte er zum ersten Mal in einem bedeutenden Wettkampf den 13 Jahre älteren Hallen-Europameister Ralf Bartels. Das war so etwas wie die Wachablösung im deutschen Kugelstoßen und ein erfolgreicher Start in sein bislang erfolgreichstes Jahr. Und für David Storl könnte es in diesem Jahr genauso weitergehen.

    Storl-Interview

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