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Barcelona

Steffen mit Jahresbestzeit im WM-Finale: «Bin froh»

Weltrekordlerin Britta Steffen steht bei der Schwimm-WM in Barcelona im Finale über 100 Meter Freistil. Die 29-Jährige schwamm in Barcelona in 53,85 Sekunden ihre beste Zeit in diesem Jahr und war damit Gesamtsechste der beiden Halbfinalläufe.

Qualifiziert
Britta Steffen geht im Halbfinale kein Risiko ein.
Foto: Friso Gentsch – DPA

Steffen war gut gelaunt sogar zu Schabernack aufgelegt. Nach dem Halbfinale klatschte sie einer Kontrahentin in dem Glauben auf den Hintern, dass diese die Zeitschnellste Sarah Sjöström aus Schweden gewesen sei – und konnte über ihr einziges Missgeschick an diesem Tag lachen.

«Ich bin froh im Finale zu stehen», sagte sie in den Katakomben des Palau Sant Jordi von Barcelona, als sie wieder etwas ernster, aber trotzdem gut gelaunt über ihr Rennen sprach.

In ihrem Halbfinal-Lauf lieferte sich Steffen auf der zweiten Bahn ein Duell mit US-Teen Missy Franklin und schlug knapp hinter der 18-Jährigen als Zweite an. Damit war klar: Das reicht für ihren ersten WM-Endlauf seit dem Doppel-Gold von Rom 2009. Im anderen Halbfinale von Barcelona ging wenige Minuten später dann die Post ab: Sjöström schlug in 52,87 fast eine Sekunde schneller als Steffen an, die Weltjahresbeste Cate Campbell (Australien) war in 53,09 nur wenig langsamer. Auch Olympiasiegerin Ranomi Kromowidjojo (53,29) aus den Niederlanden zeigte sich.

«Die anderen haben schon gezeigt, was sie können. Zeiten unter 53 Sekunden, ein Wahnsinn», sagte Britta Steffen anerkennend. Von einer Medaille spricht sie nicht. «Aber ich möchte morgen das Beste zeigen, mal schauen, wofür es reicht. Wenn ich noch mal einen kleinen Schritt nach vorne tun könnte, so um die 53-einhalb, dann wäre das ganz groß.» Topfavoritin bleibt auch für Steffen die Australierin Campbell: «Wenn Cate die Nerven behält, gibt es keine Diskussionen, wer für mich die Beste ist. Platz zwei und drei wird wahrscheinlich mit 52,8 und 53,0 weggehen. Und das ist dann famos. Das sind Zeiten, die sind saustark.»

Der erster Schritt zur möglichen Trendwende war am Vormittag geglückt. In der Staffel war Steffen über ihre Leistung noch enttäuscht, im Einzel-Vorlauf schwamm sie als Gesamt-Vierte ungefährdet ins Halbfinale: In 53,93 Sekunden erzielte sie ihre drittbeste Zeit seit dem Verbot der Hightech-Anzüge Ende 2009, war «zufrieden und stolz». Kein Vergleich zur enttäuschenden WM samt vorzeitiger Abreise aus Shanghai 2011.

Neben dem Finale über die 100 Meter steht für sie in Barcelona noch die Lagen-Staffel zum WM-Ende an. Große Ziele? Fehlanzeige. «Na ja, ich habe die letzten Jahre schon einiges eingesteckt und da ist man nicht mehr ganz so erfolgsgewöhnt, von daher backt man kleinere Brötchen», erklärte die 29-Jährige und wiederholte ihr WM-Credo. «Wer vorher viel erzählt, verquatscht sich sowieso nur selber.»

In jedem Fall hat Steffen der Gegenströmung bei der WM standgehalten. Sie habe das «wirklich mal umgedreht», betonte Chefbundestrainer Henning Lambertz. «Richtig klasse.» Geht vielleicht doch noch was? Und vor allem: Wie geht's weiter nach dieser WM? Da ließ sich Steffen nichts entlocken: «Danach gucken wir weiter. Heute ist heute und morgen ist morgen.»

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