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Barcelona

Sprint-Duell der Gegensätze: Chambers vs. Lamaitre

dpa

«Schwarzes Schaf» gegen weiße Hoffnung: Das 100-Meter-Duell zwischen dem britischen Ex-Doper Dwain Chambers und dem französischen Senkrechtstarter Christophe Lemaitre bei den Europameisterschaften in Barcelona elektrisierte wie zuvor kein anderes in der EM-Geschichte.

Noch nie sind zwei Sprinter vor dem europäischen Medaillenkampf unter der Zehn-Sekunden-Barriere geblieben, noch nie waren die Gegensätze zweier Läufer größer. «Für mich ist Chambers der Favorit. Er hat mehr Erfahrung», sagte der 20-jährige Lemaitre vor dem Finale. «Eine Medaille ist für mich das Wichtigste.»

Die «Grande Nation» drückt ihrem neuen Liebling dafür die Daumen. Seit er bei den französischen Meisterschaften als erster weißer Athlet über 100 Meter in 9,98 Sekunden und zehn Sekunden blieb, gilt er als «weißer Vogel aus dem Königreich der Antillen». Eine Anspielung darauf, dass viele der französische Sprintstars ihre Wurzeln auf der Karibikinsel haben. «Ich bin damit in die Geschichte eingegangen. Für mich ist das nichts Besonderes und keine Frage der Rasse», sagte Lemaitre.

Besonnen blickt er auch seinem Zweikampf mit Chambers entgegen. «Ich bin mir bewusst, etwas bemerkenswertes getan zu habe, doch deshalb ist längst nichts gewiss», warnt Lemaitre vor übersteigerten Erwartungen. «Mit den 9,98 Sekunden bin ich auf Kurs in die große Liga – aber es wäre zu früh zu sagen, dass ich schon da bin.» Beim Diamond League-Meeting in Paris durfte er auf der Bahn zwischen Weltrekordler Usain Bolt und dessen jamaikanischen Landsmann Asafa Powell laufen. Es gewann Bolt in 9,94 Sekunden, Lemaitre wurde nur Fünfter in 10,09 Sekunden.

Der 1,90 Meter lange Student der Elektrotechnik, glaubt jedoch, dass seine Beschleunigungsfähigkeit längst nicht ausgereizt ist. «Ich denke, dass 9,92 Sekunden möglich sind», sagte Lemaitre. Im Olympiastadion von Paris hält er 9,95 Sekunden schon für denkbar. Zur Erinnerung: Bolt hatte als 20-Jähriger eine Bestzeit über 100 Meter von 10,03 Sekunden stehen.

Auch in Großbritannien gibt es nicht wenige, die den Franzosen lieber vor dem einst in den amerikanischen Skandal um das Doping-Labor Balco verstrickten Chambers gewinnen sehen würden. Der heute 32-Jährige hat zwar eine im November 2003 verhängte zweijährige Sperre abgesessen, darf aber bei Olympischen Spielen nicht starten und ist bei Meetings weiterhin unerwünscht.

Selbst in der offiziellen EM-Mannschaftsbroschüre der Briten fehlt zwischen Mickey Bushell und Eilidh Child der Name von «Bad Boy» Chambers. Der in London geborene Sprint-Oldie hatte bei der Team-EM am 19. Juni in Bergen in 9,99 Sekunden den zwölf Jahre jüngeren Lemaitre (10,02 Sekunden) besiegt. «Ich hoffe, dass ich in Barcelona wieder einen Schritt schneller bin als er», sagte Chambers.

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