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Münster

Reiter-Zirkus: Zwischen Meisterehre und Millionen

dpa

Kampf um die Ehre oder ein dicker Scheck? Vier Springreiter haben sich für beides entschieden. Ein Quartett um Ludger Beerbaum pendelt in diesen Tagen zwischen der deutschen Meisterschaft in Münster und einem hoch dotierten Turnier im niederländischen Valkenswaard.

Pendler
Marcus Ehning, Christian Ahlmann, Meredith Michaels-Beerbaum und Ludger Beerbaum (v.l.) reiten auf zwei «Hochzeiten».

Die Punkte für die Millionen-Serie Global Champions Tour und das Preisgeld von rund 400 000 Euro locken. «Es geht um eine ganze Stange Geld», erklärte Beerbaum. Während Fußballer klagen, wenn sie innerhalb von drei Tagen zwei Spiele absolvieren müssen, reitet Beerbaum ebenso bei zwei Veranstaltungen wie seine Schwägerin Meredith Michaels-Beerbaum, Marcus Ehning und Christian Ahlmann.

Am 13. und 15. August satteln sie bei den Meisterschaften, zwischendurch in Valkenswaard. «Mit rund 185 Kilometern ist es ja nicht so weit», sagte Beerbaum: «Da haben wir schon größere Entfernungen gehabt.» Was früher für Aufregung sorgte, ist längst zum Alltag geworden.

Otto Becker, als Reiter kein Freund der Turnier-Pendelei, muss sich als Bundestrainer mit den Gegebenheiten arrangieren. Er weiß, dass seine Sportler auch Unternehmer sind und die hohen Kosten für die Turnierställe bezahlt werden müssen. Veranstaltungen wie in Valkenwaard sind eine notwendige Einnahmequelle für die Topreiter, deren Spitzenpferde siebenstellige Euro-Beträge kosten können.

Marco Kutscher verzichtet sogar komplett auf die DM, weil er derzeit nur ein Toppferd hat und daher mit Cash in Valkenswaard reitet. «Ich habe das von mir aus vorgeschlagen», sagte Becker. Kutscher führt gemeinsam mit Ehning in der Global Champions Tour, in der es insgesamt mehr als drei Millionen Euro zu verdienen gibt. Bei den beiden Prüfungen der Meisterschaft in Münster gibt es 115 000 Euro.

Der Kompromiss des Bundestrainers mit seinen Reitern ist, dass keiner seiner WM-Kandidaten Ende August bei der letzten Station der Serie in Rio mit seinem Toppferd reitet. «Das Risiko und die Strapazen sind zu groß», erklärte Becker.

Die lange umstrittene Global Champions Tour hat die nur noch nationale Riders Tour längst als am höchsten dotierte Serie der Welt abgelöst. «Die Global-Tour hat sich etabliert, das kann man nicht weglassen», sagte Becker. Der Bundestrainer beobachtet schon jetzt das Abschneiden bei den Großen Preisen der Tour als Teil der WM-Sichtung.

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