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    Meister Kiel patzt in Lemgo – Hamburg weiter vorn

    Jubel in Hamburg, Frust in Kiel: Nach dem Patzer von Meister THW Kiel spitzt sich die Dramatik im Zweikampf um die deutsche Handball-Meisterschaft weiter zu.

    Der deutsche Rekord- Champion kassierte mit dem 30:32 (14:14) beim TBV Lemgo die zweite Niederlage und musste im Fernduell mit Tabellenführer HSV Hamburg einen vielleicht entscheidenden Rückschlag im Kampf um die Handball-Krone einstecken. Denn der Erzrivale baute mit dem 35:28 (15:15)-Auswärtserfolg bei MT Melsungen seine Tabellenführung auf nun drei Zähler aus, wenngleich die «Zebras» ein Spiel weniger absolviert haben. Die Ostwestfalen bleiben nach dem Prestigesieg und dem Sprung auf Platz sechs weiter im Rennen um die Europapokal-Plätze.

    Der THW lieferte eine meisterliche Anfangsphase ab und schien beim 9:3 (16.) unaufhaltsam davonzueilen. Doch der TBV berappelte sich wieder und der zuletzt gescholtene Nationalmannschaftskapitän Michael Kraus führte bei seinem Comeback nach überstandenem Muskelfaserriss sein Team bis zur Pause wieder heran. Nach dem Wiederanpfiff trumpften nun die Gastgeber auf: Mit dem starken Schlussmann Martin Galia an der Spitze gelang dem TBV alles und den «Zebras» fast nichts mehr. Die Kieler agierten nun überhastet und kopflos – mit dem Resultat, dass sie plötzlich 21:28 (48.) hinten lagen. Aber Kiel kämpfte sich auf 29:30 (56.) heran, um dann wieder zu schwächeln. «Wir dachten, dass wird unser Tag. Diese Niederlage nervt», bekannte der mit neun Toren beste Kieler Werfer Kim Andersson.

    Ganz anders die Gemütslage bei Kraus, der bei den zwei Testländerspielen gegen die Schweiz nicht dabei ist. «Wir haben uns enorm gesteigert und in der hitzigen Schlussphase den Kopf oben behalten», sagte Kraus, der zuletzt für Wechselgerüchte zum HSV gesorgt hatte. «Das war nicht meine Intention und ich bin auch froh, dass jetzt wieder Ruhe eingekehrt ist.»

    In Melsungen stießen die Hamburger 40 Minuten lang auf harten Widerstand des Underdogs, ehe Nationalspieler Pascal Hens und Co. den Turbo zündeten. Melsungen hielt mit großem Kampf und Engagement zwei Drittel des Spiels mit. Doch dann zeigte der HSV, was einen Champion ausmacht. Eine erhebliche Steigerung in der Abwehr, Ballgewinne und daraus resultierende Tempogegenstöße sowie ein flüssiges Angriffsspiel machten den Unterschied. «Wir müssen von dem Gedanken wegkommen, dass wir jedes Team in jeder Halbzeit mit zehn Toren schlagen», sagte Hens, der nach der Partie zum Nationalmannschafts- Lehrgang flog. «Wichtig ist, dass wir die Spiele gewinnen.»

    Mit klaren Heimsiegen halten die Traditionsteams Frisch Auf Göppingen und Gummersbach Kurs auf die Europapokal-Plätze. Göppingen besiegte am Samstag die HSG Wetzlar 31:24 (14:11), der VfL gewann gegen HBW Balingen-Weilstetten überraschend locker mit 35:22 (18:10). «Ich bin sehr zufrieden und das sage ich eigentlich nicht häufig, weil es immer etwas zu verbessern gibt», sagte VfL-Trainer Sead Hasanefendic.

    Die Füchse Berlin feierten einen 28:26 (16:14)-Auswärtserfolg beim TSV Hannover-Burgdorf. Zwei Tore von Kjetil Strand und Michal Kubisztal sowie die Paraden von Nationaltorhüter Silvio Heinevetter retteten am Ende den Berliner Sieg. Erfolgreichste Torschützen waren Kubisztal (8) und bei Burgdorf Lars Friedrich (8/2). «Wir hatten die bessere Mannschaft und haben verdient gewonnen», betonte Füchse- Trainer Dagur Sigurdsson.

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