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    „Marketing-Juwel“: Neymar rentiert sich schon vor PSG-Debüt

    Superstar Neymar wird am Sonntag im Ligaspiel bei Guingamp erstmals für seinen neuen Club Paris SG die Stiefel schnüren und auf Torejagd gehen können. Der Chefetage von PSG gab der Profi schon vor seinem Debüt Grund zum Jubel. Es gibt aber auch Skeptiker.

    Neymar
    Darf sich auf sein Debüt im PSG-Trikot freuen: Rekord-Transfer Neymar.
    Foto: Francois Mori - dpa

    Paris (dpa). Die große Show wird wohl auf bescheidener Bühne stattfinden. Im kleinen Stade de Roudourou wird Neymar, der teuerste Kicker der Fußball-Geschichte, am Sonntag vor höchstens 18 000 Zuschauern höchstwahrscheinlich sein mit Spannung erwartetes Debüt bei Paris Saint-Germain feiern.

    Dem Einstand des Brasilianers im Spiel der französischen Liga bei EA Guingamp steht zumindest nichts mehr im Wege: Der französische Verband FFF bestätigte am Freitag auf Twitter, dass der FC Barcelona nach Eingang der Ablösesumme von 222 Millionen Euro die Spielfreigabe für den Stürmer erteilt habe.

    Trainer Unai Emery ließ nach der frohen Botschaft durchblicken, dass Neymar gegen Guingamp von Anfang an eingesetzt werden wird. „Wenn die Freigabe vorliegt, ist Ney sicher bereit, das ganze Match zu spielen“, sagte der spanische Coach nach dem Training in Paris vor Journalisten. Der Megastar habe sich in seinem neuen Team bisher gut eingelebt, „sowohl menschlich als auch technisch“. Neymar habe „gut mittrainiert“ und sei „bereit“.

    Die Mitspieler um Weltmeister Julian Draxler und den deutschen Nationaltorwart Kevin Trapp freuen sich genauso wie Emery und die Fans auf das neue Ligue-1-Zugpferd. „Wir sind froh, dass er bei uns ist, er ist ein großer Spieler“, wurde Mittelfeldmann Adrien Rabiot auf der Homepage des Clubs zitiert. Neymar werde sich leicht ins Team integrieren, zumal er bei PSG viele brasilianische Landsleute wie Marquinhos, Thiago Silva oder Lucas habe, sagte Rabiot.

    Nachdem der 25-Jährige das erste Ligaspiel gegen Amiens SC (2:0) verpasst hatte, darf Neymar also endlich Tore schießen - und trotz aller Unkenrufe und aller Klagen über die Inflation im Fußball beweisen, dass er nicht nur die 222 Millionen Euro, die der Transfer gekostet hat, sondern auch die Wechselprämie von 100 Millionen Euro und das Nettogehalt von 30 Millionen Euro pro Jahr, die er laut Medienberichten kassieren wird, auf dem Rasen wert ist.

    Es gibt Skeptiker. Ein Fachmann wie der frühere spanische Nationaltrainer Vicente del Bosque meinte jetzt, der FC Barcelona werde ohne Neymar möglicherweise besser dran sein. „Der Club ist einen Spieler losgeworden, der manchmal etwas eigensinnig und launenhaft agiert. Wer weiß, vielleicht spielt Barcelona ohne Neymar besser“, meinte der 66-Jährige in einem Radiointerview.

    Auf dem Feld muss Neymar sich bei Paris noch beweisen. Die katarischen Scheichs in der PSG-Chefetage bringt der Brasilianer aber bereits zum Jubeln. „Neymar übertrifft bereits alle Erwartungen“, titelte die Fachzeitung „L'Équipe“ am Freitag. Warum? Ein Blick auf den PSG-Shop auf der Prachtavenue Champs-Élysées genügt dieser Tage, um das zu verstehen. Auch eine Woche nach der Vertragsunterzeichnung stehen sich dort unzählige Fans die Beine in den Bauch, um ein Trikot mit der Rückennummer 10 und der Aufschrift „Neymar Jr“ zu ergattern.

    Die Warteschlangen bilden sich schon frühmorgens, und spätabends sind sie immer noch lang. An einem Tag gehen in den verschiedenen Clubläden und in anderen Geschäften bis zu 10 000 Trikots von „O Goleador“ (der Torjäger) über die Theken, wie Medien unter Berufung auf den Verein berichteten. Zum Stückpreis von durchschnittlich 100 Euro sind das Tageseinnahmen von einer Million Euro.

    Das Magazin „Le Point“ bezeichnete den Brasilianer aus Mogi Mirim als „Marketing-Juwel“. Die Medien übertreiben nicht. Weitere Zahlen zur Untermauerung: Auf den sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter oder Instagram kletterte die Zahl der Fans, „Likes“, Freunden und Follower des Hauptstadt-Vereins innerhalb weniger Wochen insgesamt um mehr als zwei Millionen.

    Mitteilung des FFF

    Aussagen von Emery

    Aussagen von Rabiot

    Aussagen von Vicente del Bosque

    Bericht von Le Point

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