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    Marathon-Tag: Kipsang siegt in London, Hahner in Wien

    Weltrekordler Wilson Kipsang und völlig überraschend auch die deutsche Lauf-Hoffnung Anna Hahner sind die strahlenden Sieger eines großen Marathon-Wochenendes.

    London-Sieger
    Wilson Kipsang siegte auch beim London-Marathon.
    Foto: Facundo Arrizabalaga - DPA

    Während der Kenianer in London das vermeintlich bestbesetzte 42,195- Kilometer-Rennen der Leichtathletik-Geschichte gewann, feierte Hahner in Wien den bislang größten Erfolg ihrer Karriere. «Ich lebe diesen Traum. Das war eine totale Überraschung», sagte die 24-Jährige nach ihrem Sieg in 2:28:59 Stunden. Erst 300 Meter vor dem Ziel hatte sie die lange führende Caroline Chepkwony aus Kenia überholt.

    Kipsang verpasste in London zwar seinen eigenen Weltrekord vom vergangenen September in Berlin (2:03:23) um mehr als eine Minute. Aber zum einen reichte es in 2:04:29 Stunden noch immer zu einem Streckenrekord. Zum anderen ging es in diesem herausragend besetzten Rennen vor allem um den prestigeträchtigen Sieg.

    «Ich habe mich richtig gut gefühlt und die anderen Jungs kontrolliert», sagte Kipsang. Marathon-Debütant Mo Farah aus Großbritannien, Olympiasieger Stephen Kiprotich aus Uganda und auch der inoffizielle Rekordhalter Geoffrey Mutai aus Kenia - sie alle waren chancenlos gegen ihn. Nach 33 Kilometern löste sich der 32-Jährige zusammen mit Stanley Biwott vom Rest des starken Feldes, nach 40 Kilometern hängte er auf dem Weg zu seinem zweiten London- Sieg nach 2012 auch seinen Landsmann ab. Dritter wurde mit mehr als zwei Minuten Rückstand Vorjahressieger Tsegaye Kebede aus Äthiopien.

    Ein großes Medienspektakel war der London Marathon aber vor allem aufgrund des Starts von 5000- und 10 000-Meter-Olympiasieger Farah. Der Brite hatte sich gezielt seine Heimatstadt und den Ort seiner beiden Olympia-Triumphe von 2012 für sein Debüt ausgesucht - und verfehlte am Ende jedes seiner Ziele.

    Als Achter hatte der 31-Jährige nichts mit der Entscheidung des Rennens zu tun - und mit seiner Zeit von 2:08:21 Stunden verpasste er auch den angestrebten britischen Rekord. «Ich habe alles gegeben, aber ich bin enttäuscht. So wollte ich nichts ins Ziel kommen», sagte Farah. 5000- und 10 000-Meter-Weltrekordler Kenenisa Bekele (Äthiopien) hatte eine Woche zuvor bei seinem siegreichen Marathon-Debüt in Paris den deutlich besseren Eindruck hinterlassen.

    Bei den Frauen siegte Edna Kiplagat aus Kenia nach 2:20:21 Stunden vor der nicht mit ihr verwandten Florence Kiplagat (2:20:24) sowie 10 000-Meter-Olympiasiegerin Tirunesh Dibaba aus Äthiopien (2:20:34). Und auch beim fast zeitgleich stattfindenden Marathon in Rotterdam dominierten wie erwartet die Läufer aus Kenia. Favorit Eliud Kipchoge siegte in 2:05:00 Stunden vor Bernard Koech (2:06:07) und Bernard Kipyego (2:07:57). «Ich freue mich über den Sieg und werde noch einmal zurückkommen, um den Kursrekord zu brechen», sagte Kipchoge.

    In Wien feierte Anna Hahner ihren Sieg mit Tanzeinlagen - wie beim Wiener Walzer. «Ich war total erleichtert hinter der Ziellinie», sagte sie dem ORF. «Als ich Caroline überholt hatte, dachte ich nur: Halte durch. Hoffentlich hängt sie sich nicht mehr an mich dran.» Die Zwillingsschwester von Lisa Hahner war erst im vergangenen Jahr in Frankfurt (2:27:55) zum ersten Mal unter 2:30 Stunden geblieben. Bei den Männern siegte der Äthiopier Getu Feleke mit dem Streckenrekord von 2:05:41 Stunden. Auf den Plätzen zwei und drei folgten Alfred Kering (2:08:28) und Philip Sanga (2:08:58) aus Kenia.

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