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Lopetegui: „Traurigste Tag seit dem Tod meiner Mutter“

Die Seifenoper made in Spain setzt sich am Donnerstag fort. Der als Nationaltrainer geschasste Julen Lopetegui wird nur einen Tag nach seinem Rausschmiss mit viel Pathos als Real-Trainer präsentiert. Der Clubboss übt heftige und teils giftige Kritik an den Verband.

Neuer Real-Coach
Real-Präsident Florentino Perez (r) und der neue Coach Julen Lopetegui.
Foto: Andrea Comas/AP – dpa

Madrid (dpa). Julen Lopetegui ließ den Tränen ungeniert freien Lauf. Nur einen Tag nach seinem Rauswurf als spanischer Fußball-Nationaltrainer wurde der 51-Jährige in einer emotionsgeladenen Zeremonie als neuer Coach von Champions-League-Sieger Real Madrid präsentiert.

„Gestern war für mich der traurigste Tag seit dem Tod meiner Mutter“, sagte Lopetegui im Estadio Santiago Bernabéu in Madrid vor seiner Familie und zahlreichen Journalisten schluchzend.

Nach dieser Aussage musste Lopetegui eine längere Pause machen. Unter dem Beifall der Anwesenden fügte er anschließend an: „Aber heute ist der glücklichste Tag meines Lebens!“ Zu seiner sensationellen Amtsenthebung sagte er, dass er sich nichts vorzuwerfen habe. Er sei davon überzeugt, dass er professionell und loyal sowie „absolut ehrlich und transparent“ gehandelt habe.

Der Coach war am Mittwoch – nur zwei Tage vor dem WM-Auftakt Spaniens gegen Portugal – von Verbandspräsident Luis Rubiales Rubiales im Trainingslager des WM-Mitfavoriten in Krasnodar des Amtes enthoben und durch Sportdirektor Fernando Hierro ersetzt worden, nachdem Real am Dienstag völlig überraschend die Verpflichtung Lopeteguis bekanntgegeben hatte.

Real-Clubboss Florentino Pérez nutzte die Präsentationen des Zinédine-Zidane-Nachfolgers, um Rubiales in aller Schärfe zu kritisieren. Die Amtsenthebung Lopeteguis sei „ungerecht, unverhältnismäßig und beispiellos in der Geschichte des Fußballs“, sagte er. Pérez sprach von einer „absurden Reaktion“, von „falsch verstandenem Stolz“ und von Menschen, die „jede Chance nutzen, um Real Madrid in Verruf zu bringen“.

Man habe das mit Lopetegui „innerhalb weniger Stunden“ erzielte Abkommen schnell bekanntgeben wollen, „um Spekulationen und Gerüchte“ zu vermeiden, erklärte Pérez. Ähnliche Fälle habe es im Fußball schon sehr viele gegeben. Pérez rief zudem die Madridistas dazu auf, den Feinden des Vereins die Stirn zu bieten.

Lopetegui bezeichnete den Tag seines Rausschmisses als „surrealistisch“. „Wir haben für die WM viel gekämpft, und in letzter Sekunde lässt man uns außen vor“, klagte er. „Sehr schön“ sei aber die Zuneigung, die die Nationalspieler ihm entgegengebracht hätten. Er hoffe, dass die Spieler der „Selección“ um Kapitän Sergio Ramos „mit dem nötigen Quäntchen Glück“ den Titel in Russland holten.

Zuvor hatte Real-Profi Ramos die starke Verbundenheit der Mannschaft mit Lopetegui betont. „Julen wird immer Teil unseres Teams sein, egal, was bei dieser WM passiert“, sagte der 32 Jahre alte Verteidiger in Sotschi am Tag vor dem Spiel gegen Portugal (20.00 Uhr/ARD).

Kurz vor seiner Präsentation im Bernabeu hatte Lopetegui seinen Dreijahres-Vertrag mit Real Madrid unterzeichnet. Anschließend posierte der Baske mit seiner Ehefrau Rosa und seinen drei Kindern sowie mit Präsident Pérez für die Fotografen. Ende Mai war Real-Trainer Zidane kurz nach dem Champions-League-Finalsieg gegen Liverpool zurückgetreten.

Aussagen von Lopetegui in Marca

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