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Lemme/Ullrich treten zurück – Kritik an EHF

dpa

Bedauern, Enttäuschung, Verärgerung – aber auch Aufatmen: Mit einem Mix aus Emotionen hat der deutsche Handball auf den Rücktritt seiner Top-Schiedsrichter Frank Lemme und Bernd Ullrich reagiert.

Schiedsrichtergespann
Frank Lemme (r) und Bernd Ullrich stehen bei der WM 2009 auf dem Spielfeld.
Foto: DPA

Die im Zuge der Manipulations-Affäre international gesperrten Referees aus Magdeburg haben mit sofortiger Wirkung ihre Laufbahn und damit auch die Kontroverse um ein nationales Comeback beendet. «Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht, denn so sollte unsere Laufbahn sicher nicht enden. Die Kraft für weitere Machtkämpfe mit der Liga ist aufgebraucht», begründete das Duo in einer vom Deutschen Handballbund (DHB) verbreiteten Erklärung seinen unerwarteten Schritt.

Das Karriereende ist zugleich Schlusspunkt einer zehnmonatigen Hängepartie. Mitte März 2009 waren die beiden 47 Jahre alten Unparteiischen von Europas Dachverband EHF und dem DHB wegen Manipulationsverdachts suspendiert worden. Ihnen wurde vorgeworfen, im Zusammenhang mit dem Europacup-Finale der Pokalsieger zwischen Medwedi Tschechow (Russland) und BM Valladolid (Spanien) 2006 weder einen Bestechungsversuch noch den Fund von 50 000 Dollar im Gepäck gemeldet zu haben. Am 30. Juli hatte die EHF dies mit einer Fünf-Jahres-Sperre geahndet. Dagegen hatten Lemme/Ullrich am 21. August mit Hilfe einer 10 000-Euro-Finanzspritze des DHB Einspruch eingelegt, der noch immer nicht entschieden ist. «Natürlich werden wir den Einspruch bei der EHF bis zum Ende weiter durchfechten», kündigten sie an.

Der DHB hatte das Duo, das die Männer-Finals bei den Olympischen Spielen 2008 und der WM 2005 geleitet und im vorigen Januar in Kroatien mit dem Halbfinale Kroatien gegen Polen aus Altersgründen seinen WM-Ausstand gegeben hatte, für den Verstoß gegen den Verhaltenskodex am 11. August lediglich mit einer Nichtansetzung von neun Monaten bestraft. Diese Suspendierung war am 15. Dezember abgelaufen. Eine Rückkehr aufs nationale Parkett war an fehlender Fitness gescheitert. Bernd Ullrich hatte Bandscheiben-Probleme beklagt. Der geforderte Fitnesstest war für den nächsten Schiedsrichter- Lehrgang in Halberstadt angesetzt gewesen.

Dies ist nun hinfällig geworden. «Ich bedauere das sehr», sagte Schiedsrichter-Chef Peter Rauchfuß und ergänzte: «Das war eine Situation, die neun Monate lang das Schiedsrichter-Wesen belastet hat. Querelen, die im Zusammenhang mit der Bundesliga stehen, finden damit ein Ende.» Der Ligaverband der Männer (HBL) hatte sich vehement gegen eine Rückkehr von Lemme/Ullrich ausgesprochen. «Auf der Präsidiumssitzung mit den Vertretern von fünf Erst- und drei Zweitligisten hat sich keiner dafür ausgesprochen», hatte HBL- Geschäftsführer Frank Bohmann vor Monatsfrist erklärt, «wenn Fehler auftreten, was ja immer mal sein kann, steht man nicht gut da. Das ist keine gute Lösung.»

HBL-Präsident Reiner Witte schlug nun versöhnlichere Töne an. «Der Rücktritt ist eine persönliche Entscheidung. Ich halte die beiden nach wie vor für die besten Schiedsrichter des DHB», sagte er. Die Fronten zwischen Liga und Verband hatten sich im Fall Lemme/Ullrich zuletzt verhärtet. «Es ist schade, dass das Gespann zu einem Rücktritt gezwungen wurde, den es aus dem Herzen heraus gar nicht wollte», sagte DHB-Vizepräsident Horst Bredemeier.

«Es kommt nicht auf einzelne Meinungen irgendwelcher Bundesliga- Vertreter an. Das ist der Giftpfropfen, den ich finde. Die Beiden haben uns sehr viel Ehre und Renommee eingebracht. Solche Schiedsrichter haben einen solchen Abgang nicht verdient», sagte der aufgebrachte DHB-Präsident Ulrich Strombach. Zugleich griff er scharf die EHF an. «Es ist unerträglich, wie lange das Verfahren dauert», wetterte er und kritisierte sowohl das Strafmaß der Fünf-Jahres- Sperre als auch die Tatsache, dass die EHF gemeldeten Fällen von Manipulationsversuchen nicht nachgegangen sei.

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