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    Kollektive Erleichterung beim HSV trotz Adlers Patzer

    Es waren nur drei Punkte, aber der ganze Volkspark versank in einem kollektiven Jubelrausch. Die Spieler, das Trainerteam und Tausende Hamburger Fans lagen sich nach dem 2:1 (1:0)-Erfolg gegen Bayer Leverkusen in den Armen.

    Befreiung
    Hamburg verfällt nach dem Siegtor von Heiko Westermann in einen Jubelrausch.
    Foto: Christian Charisius - DPA

    «Wir haben viele Schläge einstecken müssen. Aber wir leben noch», sagte Siegtorschütze Heiko Westermann, der mit einem Gewaltschuss in der 82. Minute den wichtigen Heimsieg und zumindest kurzfristig Platz 15 sicherte. Da war der Patzer von René Adler zum Ausgleich durch den 17-jährigen Julian Brandt (58.) schon fast wieder vergessen.

    «Das sieht einfach aus. Aber die Bälle flattern stark. Jeder macht mal einen Fehler», sagte Kapitän Rafael van der Vaart, der selbst mit Oberschenkelproblemen ausgewechselt werden musste. Der Schuss von Youngster Brandt zu seinem ersten Bundesliga-Tor sah so einfach aus, Adler schien ihn schon zu haben. Da flutschte der Ball aus seinen Armen. Einen Kommentar wollte der Nationaltorhüter nicht abgeben.

    «Ich war ganz sicher, dass René der Mannschaft nach diesem Flatterball noch helfen würde. Das ist eine irre Qualität, so zurückzukommen», lobte Trainer Mirko Slomka. Der bis auf den kapitalen Fehler starke Adler sicherte den Erfolg in der Schlussphase gegen seinen Ex-Club mit einer reaktionsschnellen Fußabwehr gegen Emre Can. «René ist auch nur ein Mensch. Er hat oft Weltklasse gehalten. Wir haben ihm mit dem 2:1 auch etwas zurückgegeben. Und in der letzten Minute, als er den Ball noch hält, hat er uns das zurückgegeben», meinte Tolgay Arslan.

    Die neue Heimstärke der Hanseaten liege auch am Trainer, «der die Fans direkt mitnimmt und an sie appelliert. Wir spielen praktisch mit zwölf Mann.» Tatsächlich peitschten die Anhänger den Bundesliga-Dino fast 90 Minuten nach vorn. Zudem trichterte Slomka den sonst oft einbrechenden Norddeutschen besonders in der Defensive eine feste Ordnung ein. «Er prägt uns Disziplin bis in den Tod ein», sagte Arslan. Die Hamburger verließen nach zuletzt drei sieglosen Partien zumindest für eine Nacht die Abstiegsränge und bleiben unter Slomka zu Hause ungeschlagen.

    Am kommenden Samstag wartet Slomkas Ex-Verein. «Es war ein Sieg des Willens, ein tolles Gefühl, und jetzt müssen wir die Punkte in Hannover vergolden», meinte der 46-Jährige. Sein Lob für die Leistung der Leverkusener wird Coach Sami Hyypiä nicht mehr interessieren. Der Finne wurde am Samstag beurlaubt. Die Rheinländer waren nach dem überragenden Führungstor von Hakan Calhanoglu in der vierten Minute so geschockt, dass sie erst viel zu spät ins Spiel kamen.

    Dabei wirkte der HSV besonders nach dem Gegentor überhaupt nicht gefestigt. Immer wieder musste Adler retten. Gegen 96 droht nun Milan Badelj auszufallen, der mit Oberschenkelproblemen ausgewechselt wurde. Slomka hofft aber auf die Rückkehr von Angreifer Pierre-Michel Lasogga für den in vielen Situationen schlicht überforderten Jacques Zoua. Er will endlich seine Minusserie auf fremden Plätzen beenden: Den letzten Auswärtsdreier holte er mit den Niedersachsen am 26. April 2013.

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