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    München

    Haas meistert Auftakt im Nieselregen – Quartett weiter

    Im anhaltenden Nieselregen hat Tommy Haas beim Münchner ATP-Turnier nur mit großer Kampfkraft seine Auftaktaufgabe gemeistert.

    Tennis-Oldie
    Auch Tommy Haas erreichte das Viertelfinale des Münchner ATP-Turniers.
    Foto: Marc Müller - DPA

    Der Tennis-Oldie bezwang bei widrigen Bedingungen den Letten Ernests Gulbis letztlich glücklich mit 6:4, 6:7 (3:7), 6:1 und zog als einer von insgesamt vier Lokalmatadoren ins Viertelfinale ein. «Das Auftakt war für mich gleich sehr schwer, ein sehr enges Match», befand Haas. «Aber solche Spiele sind super, um in den Rhythmus zu kommen und Selbstvertrauen zu sammeln.»

    Weiter
    Florian Mayer steht nach seinem Sieg über Marinko Matosevic im Viertelfinale.
    Foto: Marc Müller - DPA

    In der Runde der letzten Acht trifft der 35-Jährige am Freitag im deutschen Duell auf Florian Mayer, der sich zuvor knapp in drei Sätzen gegen den Australier Marinko Matosevic durchgesetzt hatte. Für eine dicke Überraschung sorgte am Abend der Deggendorfer Daniel Brands: Der Aufschlagkünstler schickte den französischen Star Gael Monfils mit einem 6:3, 3:6, 6:0-Erfolg nach Hause und bekommt es jetzt mit dem topgesetzten Serben Janko Tipsarevic zu tun. Der machte beim 6:4, 6:2 kurzen Prozess mit dem Slowenen Grega Zemlja.

    Heimsieg
    Daniel Brands machte das deutsche Quartett im Viertelfinale komplett.
    Foto: Marc Müller - DPA

    Für Titelverteidiger Philipp Kohlschreiber, der schon am Mittwoch eine Runde weitergekommen war, wartet auf dem Weg zum dritten Titel bei den BMW Open der Serbe Viktor Troicki - die Nummer 56 der Welt.

    Frust
    Gael Monfils schleuderte im Spiel gegen Brands frustriert seinen Schläger weg.
    Foto: Marc Müller - DPA

    Nach drei Turniertagen ohne jegliches Einzelmatch tat sich Tommy Haas auf dem bayerischen Sand schwer gegen den Außenseiter Gulbis, der ihn zuletzt erst im Februar im Halbfinale von Delray Beach geschlagen hatte. Nur mit Mühe brachte der gesetzte Achtelfinalist mehrmals sein Service durch. Rund 1500 Fans auf dem durchnässten Center Court machten dem schwächelnden Vorjahres-Halbfinalisten mit aufmunterndem Applaus Mut, dank einer kurzen Schwächephase des Letten behielt Haas in einem zähen ersten Satz knapp die Oberhand.

    Souverän
    Philipp Kohlschreiber hat sich problemlos ins Viertelfinale gespielt.
    Foto: Marc Müller - DPA

    Nässe und Kälte machten dem in die Jahre gekommenen Sonnyboy aber auch danach zu schaffen. Haas erwischte einen miesen Start in den zweiten Durchgang, lag schnell mit 0:3 hinten und unterlag letztlich im Tiebreak. «Die Bedingungen waren nicht leicht, aber das soll keine Ausrede sein», sagte Haas. Im entscheidenden Satz demonstrierte der Weltranglisten-14. aber seine Comeback-Qualitäten - und hielt den 24 Jahre alten Gulbis mit konsequenten Longlineschlägen in Schach. «Ich bin wieder ein Top-15-Spieler, was schon unglaublich ist. Jetzt habe ich vielleicht die letzte Chance, das Turnier hier in München zu gewinnen», meinte Haas zu seinem sensationellen Formaufschwung.

    Daniel Brands trieb Monfils, die ehemalige Nummer sieben der Welt, mit seinen brachial-genauen Aufschlägen zur Verzweiflung. Irgendwann blieb dem Franzosen selbst nur noch ein Lächeln ob der eigenen Chancenlosigkeit beim Service des Deutschen. Im dritten Satz war der lange verletzte 26-Jährige dann völlig neben der Spur und verlor zu null, während sich Brands von den Zuschauern feiern ließ.

    Wesentlich mehr zittern musste Florian Mayer, der vor zwei Jahren immerhin noch ins Münchner Finale eingezogen war. Der Bayreuther bestätigte beim 2:6, 6:4, 6:2 gegen den Australier Matosevic zunächst den schlechten Eindruck aus seinem Erstrundenmatch, das er nur mit viel Glück gegen den polnischen Qualifikanten Lukasz Kubot gewonnen hatte. Auch Matosevic stellte den 1,90-Meter-Schlaks unter wolkenbedecktem Himmel vor erhebliche Probleme, nahm ihm allein im ersten Satz früh gleich dreimal das eigene Aufschlagsspiel ab.

    Mayer wirkte müde und zermürbt, kämpfte sich aber mit unbändigem Willen und verbesserter Zielgenauigkeit bei seinen Schlägen zurück ins Match. «Anfangs habe ich mich sehr schlecht bewegt und war viel zu passiv. Das wurde erst im zweiten Satz etwas besser. Vielleicht habe ich Matosevic anfangs unterschätzt», räumte der Bayer ein. Nach einem entscheidenden Break im dritten Durchgang und exakt 90 Minuten Spielzeit durfte der Weltranglisten-27. doch noch die Faust ballen - und kann sich jetzt auf ein deutsches Duell mit Haas freuen.

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