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    Gotzmann: NADA als «Spielball zwischen den Fronten»

    Die Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA) schlägt nach der geplanten Millionen-Kürzung der Fördermittel durch den Bund Alarm. «Es ist immer noch keine Lösung in Sicht. Im Gegenteil», klagte die NADA-Vorstandsvorsitzende Andrea Gotzmann in einem Interview der Nachrichtenagentur dpa.

    Aufgebracht
    Die NADA-Vorstandsvorsitzende Andrea Gotzmann schlägt Alarm.
    Foto: Sebastian Kahnert - DPA

    «Die NADA wird zum Spielball zwischen den Fronten.» Das Bundesinnenministerium hat für 2013 Fördermittel von 1,35 Millionen Euro für das operative Geschäft gestrichen. Nun droht eine Reduzierung der Doping-Kontrollen. «Leider mussten wir zur Kenntnis nehmen, dass die Finanzierung der NADA keine Selbstverständlichkeit ist. Das ist, was mich maßlos enttäuscht», sagte die frühere Basketball-Spielerin, die seit einem Jahr mit dem Juristen Lars Mortsiefer die in Bonn ansässige Agentur leitet. Weder Bundesländer noch Wirtschaft wollen wie einst bei der NADA-Gründung vorgesehen ihren Anteil am Haushalt leisten.

    «Der Bund hat 2007 eine Anschubfinanzierung geleistet, mit der Ansage, dass sie auslaufen wird. Er beteiligt sich weiter an den Analysekosten, aber wir haben die große Verweigerungshaltung der Bundesländer», kritisierte Gotzmann. Sie stünden auf dem Standpunkt, nur für Prävention zuständig zu sein und mit dem Leistungssport nichts zu tun zu haben. «Das ist eine Haltung, die ich nicht gut heißen kann und die fern jeder Realität ist.» Bei den Olympischen Spielen in London habe sie gesehen, wie Vertreter der Länder sich «die Klinke in die Hand» gegeben hätten. «Da können sie nun nicht sagen, sie haben nichts mit dem Leistungssport zu tun.»

    Die Sportausschussvorsitzende im Bundestag hält das Gezerre um das Geld für die NADA für ein fatales Signal nach außen und innen. «Die Frage ist doch, welchen Stellenwert ein humaner und sauberer Spitzensport in unserer Gesellschaft hat», sagte Dagmar Freitag. «Man muss darüber diskutieren, ob wir eine Schmalspur-NADA oder erkennbar an die Spitze der Anti-Doping-Bewegung wollen.»

    Grundsatzdebatten helfen der NADA momentan nichts. «Wir haben Mitte September, es wird langsam Zeit. Ich finde es ein Armutszeugnis, dass die NADA hinterher von den Brotkrumen, die vom Tisch fallen, im nächsten Jahr finanziert wird», so Gotzmann. Das sei ihrer nicht würdig und ein «verheerendes Zeichen» und mache den «guten Ruf der Anti-Doping-Arbeit einer großen Sportnation kaputt».

    Die gestrichenen 1,35 Millionen Euro machen mehr als 25 Prozent des Etats für das operative Geschäft der NADA aus. Einsparungen würden sich auf die Anzahl der Doping-Tests auswirken. «Es muss das Kontrollsystem treffen, dort wird das Geld konkret gestrichen», erklärte Gotzmann. Das derzeitige Niveau des Kontrollsystems sei zwar gut, aber ausbaufähig. «Wir haben 8000 Athleten und 8000 Kontrollen zur Verfügung», sagte sie. «Die Zahl von 8000 ist eine gute, aber ich wünschte mir eher eine Aufstockung, um in Risikosportarten lückenloser vorzugehen.»

    Enttäuscht ist sie besonders vom Engagement der Wirtschaft für die NADA. «Das ist einer meiner größten Kritikpunkte», sagte Gotzmann. «Die großen Sportsponsoren mit Ausnahme von Adidas haben sich nicht beteiligt. Alle anderen haben sich still und leise verabschiedet.»

    Die NADA steht weiter vor schweren Zeiten. «Es ist fünf vor Zwölf und wir haben keinen Cent in der Tasche», meinte Mortsiefer. «Es wäre nicht nur schön, wenn wir das zehnjährige Bestehen der NADA feiern, sondern auch auf einer guten finanziellen Grundlage bis 2020 arbeiten könnten.»

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