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Doha

Frankreich nach Sieg über Gastgeber Katar Weltmeister

dpa

Gut, besser, «Les Bleus»: Frankreichs Handballer haben sich zum alleinigen Rekord-Weltmeister gekrönt. Der Titelabonnent um den unverwüstlichen Nikola Karabatic stoppte im Finale den Siegeszug von Emporkömmling Katar und gewann seinen fünften WM-Titel.

Weltmeister
Frankreich ist zum fünften Mal Handball-Weltmeister.
Foto: Diego Azubel – dpa

In Doha gewannen die Franzosen das Endspiel gegen den Gastgeber mit 25:22 (14:11) und blieben als einziges Team im Turnier ohne Niederlage. Frankreich qualifizierte sich für die Olympischen Spiele 2016, Katar für die WM 2017 in Frankreich.

Freude
Die beiden Oldies Thierry Omeyer und Nikola Karabatic liegen sich in den Armen.
Foto: Guillaume Horcajuelo – dpa

Die Franzosen sind durch ihren Erfolg zum zweiten Mal gleichzeitig Welt- und Europameister sowie Olympiasieger. Katar gewann als erstes nichteuropäisches Team eine WM-Medaille. Vor 15 000 Zuschauern in der Lusail Multipurpose Hall war Karabatic mit fünf Treffern bester Werfer für Frankreich. Unter den Augen von Staatsoberhaupt Emir Scheich Tamim bin Hamad Al Thani traf Zarko Markovic siebenmal für Katar.

Jubeltanz
Nikola Karabatic feiert einen Treffer gegen Katars Team.
Foto: Robert Ghement – dpa

Zuvor hatte Polen das Spiel um Platz drei gegen den entthronten Titelverteidiger Spanien mit 29:28 (24:24, 13:13) nach Verlängerung gewonnen. Deutschland belegte Platz sieben.

Überwunden
Der Franzose Daniel Narcisse (r) trifft gegen Katars Torhüter Danijel Saric.
Foto: Robert Ghement – dpa

Auch wenn Katar sich nicht als erster außereuropäischer Weltmeister feiern konnte: Die Weltauswahl war spätestens seit dem Durchmarsch durch die K.o.-Spiele argwöhnisch beäugt worden. Zum einen wurden die Schiedsrichter aus Kroatien (Achtelfinale), Mazedonien (Viertelfinale) und Serbien (Halbfinale) für mindestens diskussionswürdige Spielleitungen bei den Partien der Gastgeber kritisiert. Am deutlichsten wurden die Polen nach der Halbfinal-Niederlage, die dem Gespann Dusan Stoijkovic und Nenad Nikolic höhnisch applaudierten.

Valero Rivera
Trainer Valero Rivera (M) war mit der ersten Halbzeit seines Teams unzufrieden.
Foto: Srdjan Suki – dpa

Auch die von scheinbar unendlichen finanziellen Möglichkeiten beförderte Einbürgerungspolitik stieß vielen Teilnehmern sauer auf. Am Rande der WM trafen sich die Top-Nationen, um das Thema zu diskutieren. Laut Regel darf ein Spieler für ein anderes Land auflaufen, wenn er drei Jahre lang nicht für eine Nation gespielt hat. «Ich bin nicht glücklich mit der Regelung, wie sie jetzt ist», sagte Bernhard Bauer, Präsident des deutschen Handballbundes (DHB). In einem Handballer-Leben sei es möglich, drei- oder viermal die Nationalität zu wechseln. «Und das kann nicht sein», sagte Bauer.

Thierry Omeyer
Der «Hexer» Thierry Omeyer (l) stellt sich dem heranstürmenden Eldar Memisevic in den Weg.
Foto: Guillaume Horcajuelo – dpa

Die durch die WM in Katar und das Vorgehen des Gastgebers angestoßene Diskussion brachte den Präsidenten des Weltverbandes IHF auf der Abschlusspressekonferenz in Rage. Hassan Moustafa verwies ungehalten darauf, dass nicht das IHF-Council, sondern der IHF-Kongress die Regeln auch zum Nationalitätenwechsel beschließen würden. «Katar nutzt die Möglichkeiten, die der Kongress gibt», sagte der Ägypter, «ich muss den Entscheidungen des Kongresses folgen. Würde ich das nicht tun, müsste sich zurücktreten.»

Kraftvoll
Rafael Capote (M) und Bertrand Roine (r) können den Franzosen Nikola Karabatic kaum aufhalten. Srdjan Suki
Foto: Srdjan Suki – dpa

Scheich Joaan Bin Hamad Bin Khalifa Al-Thani, Präsident des WM-Organisationskomitees, ließ über den neben ihm sitzenden Moustafa ausrichten, dass nur vier Spieler eingebürgert worden sind. Und der Ägypter nahm den Aufstieg der Multikulti-Truppe zum Anlass, Katars Vorgehen zu verteidigen, weil die Golfregion für den Handball von großer Bedeutung ist. «Wir sind sehr glücklich, in dieser Region unseren Sport zu promoten. Wir brauchen Katar, wir brauchen Kuwait, wir brauchen diese Länder für unseren Sport, denn sie haben viele Möglichkeiten», sagte Moustafa.

Jubel
Die polnischen Nationalspieler feiern ihren Sieg im Spiel um Platz drei.
Foto: Srdjan Suki – dpa

Ansetzungen und Ergebnisse

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