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    Frankfurt feiert Cup-Coup – Manager bastelt an Zukunft

    Erst flossen ein paar Freudentränen, dann reichlich Wein und Bier. Nach dem Champions-League-Triumph gegen Paris St. Germain machten die freudetrunkenen Fußball-Frauen des 1. FFC Frankfurt die Nacht zum Tag.

    Partylaune
    Die Champions-League-Siegerinnen vom 1. FFC Frankfurt feierten ihren Triumph in Berlin ausgiebig.
    Foto: Lukas Schulze - dpa

    Bis zum Morgen feierten Europas Ball-Königinnen um Siegtorschützin Mandy Islacker und Top-Torjägerin Celia Sasic in einer Berliner Bar ausgelassen den vierten Vereinstriumph in der Königsklasse. «Im Bett war ich nicht», berichtete Sasic.

    Mit dabei war auch Simone Laudehr, die allerdings auf dem Tanzparkett nicht mithalten konnte. Ein zunächst befürchteter Kreuzbandriss bestätigte sich bei einer MRT-Untersuchung zwar zum Glück nicht. Die Nationalspielerin erlitt beim 2:1-Sieg gegen den französischen Vizemeister aber eine Außenbandzerrung im Knie. «Wie lange die Heilung dauert, weiß ich nicht. Ich bin ja kein Arzt», sagte sie zu mitternächtlicher Stunde.

    Den Auftakt des Trainingslagers der DFB-Auswahl in Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft vom 6. Juni bis 5. Juli in Kanada wird die 28 Jahre alte Mittelfeldspielerin auf jeden Fall verpassen. Nach der Absage von Lira Alushi, die nach der Finalniederlage mit Paris ihre Schwangerschaft bekanntgab, reist die deutsche Nationalmannschaft am Montag mit 26 Spielerinnen für zehn Tage in die Schweiz.

    Der Frankfurter Feierlaune tat dies aber keinen Abbruch. Schon in der Kabine wurde getanzt und gefeiert, dann im Ballsaal des Park-Inn-Hotels mit Familien, Freunden und hessischer Polit-Prominenz um Innenminister Peter Beuth und Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann diniert. Um kurz vor Eins stürzten sich die FFC-Ladies dann ins Berliner Nachtleben und feierten eine rauschende Party.

    Dazu gab es für die Frankfurterinnen auch allen Grund, denn der vierte Triumph nach 2002, 2006 und 2008 beendete eine sieben Jahre andauernde Durststrecke auf internationaler Ebene und war nach Meinung von Manager Siegfried Dietrich eine «gewisse Krönung der Vereinsgeschichte, die Kraft für weitere 20 Jahre gibt. Ich war sehr ergriffen und habe über die Augen dehydriert.»

    Auch Trainer Colin Bell wurde nach dem bisher größten Erfolg seiner Karriere sentimental. «Für einen kurzen Moment habe ich mir gewünscht, dass meine Mutter und mein Vater das noch hätten erleben können. Sie waren sehr wichtig für mich. Da kommen dann auch Tränen», sagte der sichtlich gerührte Engländer.

    Dietrich blickte derweil entspannt einem «sehr angenehmen Sommer» entgegen, in dem er sich Gedanken über die Zukunft des Vereins machen will. Denn im Wettstreit mit der Konkurrenz aus Männerclubs wie Paris, Olympique Lyon, dem VfL Wolfsburg oder dem deutschen Meister Bayern München muss der einzige Frauenfußballverein von internationalem Topformat neue Wege beschreiten.

    «Geld schießt keine Tore», sagte Dietrich in Anspielung auf die Millionen-Truppe aus Paris, «aber du brauchst es. Ich werde in Ruhe über Modelle nachdenken, wie wir uns wirtschaftlich und sportlich weiterentwickeln können.»

    Mit welchem Kader die Frankfurterinnen dies tun wollen, ist derzeit offen. Sasic, die mit 14 Saisontoren einen Champions-League-Rekord aufstellte, hat ihren Vertrag gekündigt und wird erst nach der WM über ihre Zukunft entscheiden. Die spanische Dribbelkünstlerin Veronica Boquete will dies noch vor der Endrunde tun. Verlassen werden den Verein definitiv Bianca Schmidt und Svenja Huth. Dennoch prophezeite Dietrich voller Optimismus: «Ich denke schon, dass wir auch in der kommenden Saison vorne dabei sein können.»

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