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    Frankfurt/Main

    Fehlstart für Löws WM-Mission: 1:3 im Argentinien-Test

    Nach dem frustrierenden EM-Aus hat die die deutsche Fußball-Nationalmannschaft einen ganz bitteren Neustart erlebt. Im turbulenten Test mit Platzverweis, Elfmeter, Eigentor und Pfostenschuss unterlag das Team von Bundestrainer Joachim Löw Argentinien mit 1:3 (0:1).

    Gefrustet
    Die DFB-Spieler verlassen nanch der 1:3-Pleite gegen Argentinien den Platz.
    Foto: Arne Dedert - DPA

    Freud und Leid
    Lars Bender (l) kann es nicht mit ansehen, wie die Argentinier den Sieg gegen das DFB-Team feiern.
    Foto: Uwe Anspach - DPA

    Sami Khedira traf unglücklich ins eigene Tor (45.+1 Minute). Für die eine Stunde in Überzahl spielenden Gäste markierten in Frankfurt/Main Lionel Messi (52.) und Angel Di Maria (73.) die weiteren Treffer. Benedikt Höwedes (82.) sorgte per Kopf noch für etwas Ergebniskosmetik und belohnte damit unter dem Jubel der Fans die nimmermüden Gastgeber.

    Superstar
    Argentiniens Superstar Lionel Messi jubelt nach seinem Treffer zum 2:0 gegen Deutschland.
    Foto: Uwe Anspach - DPA

    «In Unterzahl war es schwer für uns, das Spiel noch zu drehen», urteilte Löw. Deutschlands Torwart Ron-Robert Zieler hatte nach einer Notbremse schon in der 30. Minute die Rote Karte gesehen. Danach hielt Marc-André ter Stegen zwar den Elfmeter von Messi, konnte aber am Ende vor 48 808 Zuschauern in der ausverkauften Frankfurter Arena nichts an der klaren Niederlage ändern. «Der Wille war heute schon vorhanden», meinte Löw, bemängelte aber: «Im Moment brauchen wir zu viele Chancen, um ein Tor zu erzielen.»

    Erfolgreich
    Die Argentinier feiern den Sieg gegen die DFB-Elf.
    Foto: Fredrik von Erichsen - DPA

    «Es kam alles zusammen heute», urteilte Torjäger Miroslav Klose. «Mit zehn Mann ist es schwer, gegen die Argentinier etwas zu bewirken. Aber 1:3 muss man auf keinen Fall verlieren», sagte ter Stegen sichtbar verärgert. Es war die erste Schlappe für die DFB-Auswahl zum Start einer Länderspielsaison seit neun Jahren. Am 7. September startet das Team in Hannover gegen die Färöer in die WM-Qualifikation. «Es geht weiter», nannte Khedira die Devise.

    Eigentor
    DFB-Keeper Marc-Andre ter Stegen kann das Eigentor durch Sami Khedira nicht verhindern.
    Foto: Frank Kleefeldt - DPA

    Coach Löw hatte zuvor bei seinem ersten Auftritt nach dem 1:2 im EM-Halbfinale gegen Italien mit einer emotionalen Brandrede den Ton gesetzt. Gegen die Südamerikaner sollte sein Team die richtige Antwort auf Diskussionen um das Mitsingen der Nationalhymne, Verwöhnprogramme oder fehlende Leitwölfe geben. Und so übernahm der Gastgeber mit hohem Einsatz von Beginn an die Spielkontrolle und gewann schnell die Herzen der Fans.

    Elfmetertöter
    Marc-Andre ter Stegen pariert den Strafstoß von Lionel Messi.
    Foto: Frank Kleefeldt - DPA

    Schon nach drei Minuten setzte Marco Reus das erste Signal. Der Neu-Dortmunder war vor Anpfiff als Fußballer des Jahres ausgezeichnet worden, wie zum Beweis tanzte er sich durch Argentiniens Abwehr und legte den Ball clever zurück. Mesut Özil kam jedoch einen Schritt zu spät. In der 12. Minute bediente der auf Zuspiel von Reus zur Grundlinie durchgespurtete Klose erneut Özil, der aber aus kurzer Distanz nicht an Torwart Sergio Romero vorbeikam.

    Schädelbrummen
    Argentiniens Stürmer Gonzalo Higuain hat sich bei einem Zusammenprall mit Mats Hummels verletzt.
    Foto: Fredrik von Erichsen - DPA

    Das Fehlen einiger Stammspieler machte sich bei der couragierten DFB-Auswahl zu Beginn kaum bemerkbar. Kapitän Philipp Lahm hatte auf die Partie verzichtet, weil er am Vormittag erstmals Vater geworden war. Bastian Schweinsteiger (Trainingsrückstand), Keeper Manuel Neuer, Mario Gomez (verletzt), Lukas Podolski und Per Mertesacker - beide sollen sich beim FC Arsenal beweisen - waren nicht dabei.

    Platzverweis
    DFB-Keeper Ron-Robert Zieler verlässt nach seiner Roten Karte den Platz.
    Foto: Arne Dedert - DPA

    Nach 25 Minuten musste dann auch noch Mats Hummels das Feld räumen. Er war heftig mit Gonzalo Higuain zusammengeprallt und hatte eine Halswirbelverrenkung erlitten. Der Schalker Höwedes rückte nach. Nun kamen die Argentinier besser ins Spiel. Als Javier Mascherano den Ex-Bayern José Ernesto Sosa steil schickte, kam Schlussmann Zieler etwas zu spät und holte den Mittelfeldspieler von den Beinen - Rot für den Hannoveraner und Elfmeter.

    Chance
    Argentiniens Torwart Sergio Romero kann den Schuss von Mesut Özil abwehren.
    Foto: Arne Dedert - DPA

    Doch der für Neuer nachnominierte ter Stegen verhinderte zunächst den Rückstand und parierte den schwach geschossenen Strafstoß des dreimaligen Weltfußballers Messi. In Unterzahl mussten sich die Hausherren neu sortieren. Der wieder in die Startelf zurückgekehrte Thomas Müller hatte für ter Stegen weichen müssen. Kurz vor der Pause rutschte Klose nach Flanke von Marcel Schmelzer am 1:0 vorbei. Dann der nächste Rückschlag: Khedira lenkte einen Eckball seines Real-Madrid-Kollegen di Maria ins eigene Netz (45.+1).

    Vorbereitung
    DFB-Coach Joachim Löw schaut sich kurz vor Spielbeginn die Aufstellungen an.
    Foto: Fredrik von Erichsen - DPA

    Vier Minuten nach Wiederanpfiff hatte auch Reus Pech. Sein herrlicher Schuss aus 20 Metern klatschte an den linken Pfosten. Und es wurde noch bitterer. Higuain legte für Messi auf, der Superstar des FC Barcelona überwand ter Stegen mit einem trockenen Flachschuss. Seit 56 Jahren hatte die deutsche Mannschaft zuvor in Frankfurt kein Länderspiel verloren, nun bahnte sich das Ende dieser Serie an.

    Clever verwalteten die Argentinier nun den Vorsprung. Messi vergab sogar völlig frei bei einem Lupfer das mögliche 3:0. Auf der Gegenseite sorgte zumindest der für Klose eingewechselte André Schürrle noch einmal für etwas Gefahr. Doch es traf di Maria, der kurz vor seiner Auswechslung per Fernschuss-Kracher noch eins drauf setzte. Immerhin gab Höwedes mit seinem ersten Länderspieltor den Zuschauern noch einmal Grund zum Jubeln. Mehr war nicht drin.

    In gut drei Wochen beginnt nun der Ernst der WM-Qualifikation. Neben den Faröer sind Österreich, Schweden, Irland und Kasachstan weitere Gegner.

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