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Köln

Etablierte und chronische Wackelkandidaten: Wir stellen die Bundesliga-Trainer vor

Die einen sind aus ihrem Verein nicht wegzudenken. Die anderen müssen sich jeden Tag aufs Neue beweisen. Vor der anstehenden Bundesliga-Saison stehen die Trainer vor den unterschiedlichsten Aufgaben. Wir stellen die Coaches vor. Heute: Etablierte und chronische Wackelkandidaten.

Von unserem Reporter Robin Brand

Fünfzehn – eine Zahl reicht, um die kurzfristigen Kölner Ambitionen zu umschreiben. Für einen Aufsteiger ist der 15. Platz – immerhin Symbol für das rettende Ufer – keine überraschende Zielsetzung. Für den 1. FC Köln dagegen schon. Früher peilte das Gründungsmitglied der Bundesliga als Aufsteiger gern mal einen Platz mit Blick auf Europa an. Doch diese Zeiten sind vorbei. Zumindest so lange Trainer Peter Stöger in der Domstadt das Sagen hat; ein Mann, dessen einzige Sorge nach Siegen seiner Mannschaft ist, wie er seinen Spielern wieder die gute Stimmung austreiben kann.

Es ist so etwas wie eine neue Sachlichkeit, die mit dem Österreicher mit dem trockenen Humor im Sommer 2013 in Köln Einzug gehalten hat. Nicht an vergangenen Erfolgen orientiert Stöger seine Zielsetzungen, sondern an der gegenwärtigen Kölner Verfassung. Nach dem überzeugenden Aufstieg lässt diese Platz 15 realistisch erscheinen, wenn weiter Ruhe im Verein herrscht – und solange die güldene Vergangenheit den Kluboberen nicht die Sicht vernebelt. Doch mit Stöger in den eigenen Reihen sollten sie keine Gefahr laufen.

Einfach mal in Ruhe arbeiten: Das, was der 1. FC Köln entgegen seiner Veranlagung in der vergangenen Saison geschafft hat, ist auch das vorrangige Ziel beim Hamburger SV. Trainer Mirko Slomka dürften aber schon vor dem Auftakt die ruhigen Nächte vergangen sein, erst recht nach dem mühevollen Weiterkommen im Pokal bei Drittligist Cottbus. Schon zuvor hatte der neue Vorstandsboss Dietmar Beiersdorfer bei seiner Ankunft alles auf den Prüfstand gestellt – und auch den Trainer angezählt. Verbessert hat das Slomkas Stand im hysterischen Hamburger Umfeld nicht gerade. Slomka reagierte mit einer Felix-Magath-Gedächtnisvorbereitung, was Spieler Johan Djourou so umschrieb: "Der Trainer versucht alles." Klingt nicht nach einem ausgefeilten Plan des Coaches mit der Auswärtsallergie. Slomka selbst hat sein Zauberwort für die anstehende Spielzeit indes bereits gefunden: Tempo. Damit soll alles besser werden. Und wenn das nicht klappt, ist es wenigstens schnell vorbei.

Wie der Gegenentwurf zum HSV kommt der SC Freiburg daher. Seit fast 20 Jahren wirkt dort Trainer Christian Streich. Tat er das zunächst im Verborgenen als Jugendtrainer, erntet Streich seit Dezember 2011 im Rampenlicht der Bundesliga-Bühne die Früchte seiner Arbeit. Mit seinen unangepassten Äußerungen im tiefbadischen Dialekt und seiner wilden Gestik an der Seitenlinie erlangte Streich Kultstatus bei den einen und wurde zur Hassfigur für die anderen. Unbestritten bleibt bei seiner polarisierenden Art der Erfolg des 49-Jährigen. Auch im Profibereich setzt Streich konsequent auf eine verschworene Gemeinschaft. Diese reichte einmal für das internationale Geschäft und stets für den Klassenerhalt.

Seine erfolgreichsten Tage erlebte auch Bremens Trainer Robin Dutt bei den Breisgauern. Weniger glücklich verlief seine Station in Leverkusen. Nach einem Jahr war Schluss. Seinen Posten als DFB-Sportdirektor tauschte Dutt wiederum nur ein Jahr drauf wieder gegen die Trainerbank ein. In Bremen erinnert Dutts bisheriges Engagement eher an seine Leverkusener Zeit denn an die Erfolge als Volker-Finke-Erbe. Unter Dutt hat sich Werder vollends im Niemandsland mit Option auf Abstiegskampf etabliert. Trotzdem heimelt Dutt in Bremen, menschlich stimmt's.

Jos Luhukay steht bei der Hertha stellvertretend für die (wenigen) Trainer traditioneller Prägung. Gelernt hat er von Friedhelm Funkel und Huub Stevens. Eine Erfahrung, die ihn über die Herausforderungen im Alltag eines Bundesliga-Trainers nicht einmal lachen lässt. Er registriert sie einfach. Krisen werden ausgesessen, Kursänderungen gibt es nicht. Der Erfolg gibt ihm recht. Mit der Hertha steht nun das schwierige zweite Jahr im Oberhaus an. Da ist Krisenfestigkeit gefragt.

Rund 230 Kilometer westlich von Luhukays Arbeitsplatz entfernt wirkt Dieter Hecking in Wolfsburg wie der letzte lebende Beweis für die Ernsthaftigkeit, die mit Manager Klaus Allofs Einzug halten sollte. Im Vergleich zu seinen Spielern – wie den Millioneneinkäufen Kevin de Bruyne und Luiz Gustavo oder jüngst dem dänischen bösen Buben Nicklas Bendtner – kommt der 49-Jährige so schillernd daher wie Schmirgelpapier. Gefahr läuft er trotzdem nicht, gegen einen klangvolleren Vertreter ausgetauscht zu werden. Trainerentlassungen sind nicht Allofs' Ding.

Weniger der Nibelungentreue seiner Vorgesetzten als vielmehr seiner guten Arbeit hat es Jens Keller zu verdanken, dass er sich (noch) Trainer auf Schalke nennen darf. Mit der besten Rückrunde der Vereinsgeschichte hat er sein Ansehen ein wenig aufpoliert. Dass nun prompt das peinliche Aus im DFB-Pokal beim Drittligisten Dynamo Dresden folgte, schuf neues Konfliktpotenzial. Aber so ganz ohne wäre es ja auch langweilig.

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