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München

Erfolgsverwöhnte und Senkrechtstarter: Wir stellen die Bundesliga-Trainer vor

Wie heißt es so schön? Die Bundesliga-Teams sind taktisch so gut ausgebildet wie noch nie. Hauptsächlich verantwortlich dafür zeichnen die Trainer. Doch wer sind sie, und vor welchen Herausforderungen stehen sie? Wir stellen die Trainer der Bundesliga vor. Heute: Erfolgsverwöhnte und Senkrechtstarter.

Von unserem Reporter Robin Brand

Bayern-Trainer Pep Guardiola verspürt Druck. Da hilft auch das überlegen gewonnene Double in der vergangenen Saison nichts. "Ohne Titel bin ich weg", stellt der stets gut gekleidete Spanier vor der neuen Spielzeit mit einer gewissen Dramatik fest. Es ist hauptsächlich der Champions-League-Titel, den Guardiola seines Erachtens nach 2015 der bajuwarischen Trophäensammlung hinzufügen muss, um weiter in München arbeiten zu dürfen. Es widerspricht dem Selbstverständnis des Katalanen, an einem Wettbewerb teilzunehmen, ohne danach auch den Pokal dafür einzustreichen.

Derart krachend gescheitert wie gegen Real Madrid war er in seiner Trainerkarriere noch nicht. Noch nie wurden ihm die Schwächen seines Ballbesitzfußballs so schonungslos vor Augen geführt wie in jenen 180 Minuten gegen Carlo Ancelotti und die Königlichen. Seine Spielidee wird er trotzdem nicht über den Haufen werfen. Auch 2014/15 werden die Guardiola-Bayern dem Ballbesitzfußball fröhnen. Allerdings will der Trainer taktisch flexibler agieren. Ausgerechnet der X-Faktor seines in der Vorbereitung favorisierten Systems mit defensiver Dreierreihe wird in der Hinrunde fehlen: der Spanier Javier Martinez hat sich das Kreuzband gerissen.

Einer, der mit Sicherheit eine Lösung für diese Situation finden würde, ist Guardiolas erster Herausforderer: Jürgen Klopp. Auf den Anruf des Kollegen sollte Guardiola trotzdem nicht zählen, denn Dortmunds Trainer ist mit der eigenen Aufgabe zur Genüge beschäftigt. Klopp sieht sich mit der Situation konfrontiert, (fast) aus dem Vollen schöpfen zu können. Brachten ihn die vielen Verletzten in der vergangenen Saison schon mal in die Verlegenheit, Champions-League-Gegner Real Madrid mit Oliver Kirch (vormals Arminia Bielefeld und 1. FC Kaiserslautern) überraschen zu müssen, steht ihm heuer ein 28-Mann-Kader zur Verfügung – und mit diesem muss er den Weggang von Robert Lewandowski auffangen.

Auch wenn Klopp die Favoritenrolle den Bayern zuschustert, eine weitere titellose Saison – den Supercup außer Acht gelassen – wäre für ihn eine Enttäuschung. Motivator Klopp hat bereits jetzt eine Ära in Dortmund geprägt wie zuletzt Ottmar Hitzfeld. Etwas hat ihm der pensionierte "General" aber voraus: Er hat mit Dortmund die Champions League gewonnen. Dass der BVB in diesem Wettbewerb zuletzt zweimal scheiterte, lässt in Dortmund niemanden verzweifeln. Eines aber hat sich die Klopp-Elf in den vergangenen Jahren verspielt: den Außenseiterbonus. Auf den pfeift Klopp sowieso. Dass Dortmund jetzt Supercup-Rekordsieger ist, kommentierte er mit den Worten: "Gibt Schlimmeres." Es gibt aber eben auch drei Titel, die der Borussia nach Meinung ihres zweimaligen Meistermachers noch besser zu Gesicht stünden.

Fernab jeglicher Aufgeregtheiten um Titelentscheide hat sich Lucien Favre bei Borussia Mönchengladbach als Mann entpuppt, der Millioneneinnahmen garantiert. 2011 übernahm der Schweizer den Klub als Tabellenletzten, bewahrte ihn kurzerhand vor dem Abstieg und wurde in der Folgesaison sensationeller Vierter. Auch in dieser Saison ist die Borussia international vertreten. Die viel beschworene langfristige Entwicklung treibt Favre weiter voran. Noch nie hatte er personell so viele Optionen. Fast jede Position ist doppelt besetzt, Favre will die Borussia noch unberechenbarer machen. Dabei dürfte es meist unterhaltsam zugehen. Denn Präzisionsfanatiker Favre verspricht: "Wir werden mit Risiko spielen."

Wäre Deutschland nicht Weltmeister geworden, hätte in Sachen Trainer des Jahres an ihm kein Weg vorbeigeführt: Markus Weinzierl. In Augsburg formte der 39-Jährige aus einem kaum erstligatauglichen Kader ein wehrhaftes Kollektiv. Mit klar strukturierter Defensive entwickelte Weinzierls FCA zerstörerische Kräfte. Für fußballerische Glanzlichter sorgten die schnell vorgetragenen Angriffe.

Nur knapp schrammten die frechen Augsburger an der Europa League vorbei. Und genau deswegen hat Weinzierl ein Problem: Besser geht es nicht. Dass zudem Leistungsträger Andre Hahn den Verein verließ, macht die Aufgabe – den Schritt zurück möglichst klein zu halten – nicht einfacher. Es wird also wieder auf Weinzierls teambildende Kraft ankommen.

Markus Gisdol, der einst gemeinsam mit Weinzierl im Trainerlehrgang die Schulbank drückte, und die TSG Hoffenheim haben Ambitionen in die andere Richtung. Platz neun in der abgelaufenen Saison war zwar nach Gisdols Geschmack, schließlich will er nicht, dass die Erwartungen (mal wieder) ungeahnte Blüten treiben. Ein bisschen mehr darf es in dieser Saison aber sein. Gisdol, der zuvor Cheftraineraufgaben für SG Sonnenhof Großaspach, SSV Ulm und die Hoffenheimer Reserve innehatte, verordnete der TSG Bescheidenheit. Durchaus ein Erfolg bei einem Klub, bei dem die Trainer zuvor entweder an den eigenen (Ralf Rangnick) oder an den Ambitionen des Umfelds (alle anderen) gescheitert waren. Ganz den finanziellen Verlockungen konnte sich aber auch Gisdol nicht erwehren. Mit Adam Szalai hat sich die TSG prominent verstärkt. Aber gerade nur so stark, dass Gisdol keinen Riesenwuchs befürchten muss.

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