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Hamburg

Ehemalige DDR-Sprinterin lässt Rekorde streichen

Weil sie ihre Zeiten mit Hilfe von Dopingmitteln gelaufen ist, hat die ehemalige DDR-Sprinterin Gesine Tettenborn den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) aufgefordert, sie aus seinen Rekordlisten zu streichen.

Der Verband hat dies inzwischen auch getan, erklärte DLV-Sprecher Peter Schmitt und bestätigte damit einen Bericht des Nachrichten-Magazins «Der Spiegel». «Mir ist bewusst geworden, dass ich für immer dort stehen bleibe, wenn ich nicht aktiv werde», sagte Tettenborn dem «Spiegel», «irgendwie wäre ich also mitverantwortlich dafür, wenn junge Athletinnen dopen, weil sie motiviert sind, diesen Rekord zu brechen.»

Tettenborn war 1984 unter ihrem Mädchennamen Gesine Walther einen Weltrekord mit der 4 x 400-Meter-Staffel der DDR gelaufen. Die Zeit von 3:15,92 Minuten wird noch immer als deutscher Rekord geführt. Die 47-Jährige kritisierte gegenüber dem «Spiegel» die Haltung vieler Athletinnen und Trainer aus der ehemaligen DDR. Die würden die Einnahmen von Dopingmitteln bis heute abstreiten oder verharmlosen.

Tettenhorns damalige Staffel-Kollegin Marita Koch wehrte sich gegen diese Darstellung. «Ich hatte gedacht, dass damals alles okay war», sagte sie der Deutschen Presse-Agentur dpa. «Außerdem glaube ich nicht, dass das Thema Doping verharmlost wird, weil ja schon seit 20 Jahren ständig darüber diskutiert wird.» Die Olympiasiegerin von 1980 hält bis heute den Weltrekord über 400 Meter. Koch bestreitet Doping.

Im Gespräch mit dem «Spiegel» sagte Tettenhorn: «Mir ist klar, dass ich nun für manche ein Nestbeschmutzer bin, der ihnen die Erinnerung kaputtmacht. Aber ich musste es tun. Für mich.»

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