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    Wuxi/Leipzig

    Ego aufgepäppelt: DHB-Frauen feiern Schützenfest

    Die deutschen Handball-Frauen haben ihr angeknackstes Ego aufgepäppelt und bei der WM in China neuen Mut für die nächste Herausforderung geschöpft. Nach dem 36:23 (15:10)-Schützenfest in Wuxi gegen Aufbaugegner Kongo fühlt sich der EM-Vierte gerüstet für das Duell mit Brasilien.

    Nach dem erwarteten Kantersieg über den Exoten aus Afrika konnte das Team von Bundestrainer Rainer Osmann zugleich den Ärger über die unglückliche 26:27 (10:15)-Niederlage vom Vortag vergessen. «Die Konstellation in der Gruppe kann so knapp sein, dass jedes Tor zählt. Das Spiel gegen Brasilien wird richtungweisend», sagte der Thüringer. Die Südamerikanerinnen hatten zum Auftakt mit 22:20 gegen Frankreich gewonnen, unterlagen aber Schweden mit 23:26.

    Tags zuvor hatte der Bundestrainer noch harsche Kritik an seinem Team nach der Auftaktniederlage gegen den Rekord-Olympiasieger geübt. «In den zweiten 30 Minuten haben wir Dänemark dominiert und waren zu dumm, das nach Hause zu bringen», schimpfte Osmann, nachdem seine junge Auswahl einen 26:23-Vorsprung noch aus der Hand gegeben hatte.

    «Nur ein Sieg steht zur Debatte», hatte Osmann verlangt. Verzichten musste er dabei auf Kreisläuferin Anja Althaus, die wegen einer am Vortag erlittenen Knöchelblessur pausierte und um deren weitere Einsatz im WM-Turnier der Bundestrainer bangen muss. «Es ist völlig unklar, ob es weitergeht», sagte er.

    Die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) lief gegen Kongo sogar einem 1:3-Rückstand (4.) hinterher. Der WM-Dritte brauchte gut eine Viertelstunde, um sich auf das unorthodoxe Spiel der Afrikanerinnen einzustellen. Erst nach dem 11:8 (21.) zog mehr Sicherheit ein, doch blieb die Torausbeute abermals lange das Manko. Mit nachlassender Kraft der Afrikanerinnen dominierte die DHB-Auswahl das Geschehen und führte beim 25:15 (48.) erstmals mit zehn Toren.

    «Gegen Dänemark haben wir bitterlich verloren. Darüber sind wir gut weggekommen. Der hohe Sieg zeigt, dass wir eine Chance haben», erklärte Laura Steinbach. Die Leverkusenerin war mit sieben Treffern neben Sabrina Neukamp (8) und Christine Beier (7) beste Torschützin gegen den Dritten der Afrika-Meisterschaft. Franziska Mietzner, die gegen Dänemark mit neun Toren geglänzt hatte, wurde von Osmann ebenso weitgehend geschont wie Spielmacherin Nina Wörz. «Wir haben personell komplett umstrukturiert. Es kommen noch schwere Spiele», begründete der Bundestrainer die Maßnahme.

    Die unnötige Niederlage gegen Dänemark, bei der Susann Müller (Leipzig) durch einen Pfostentreffer in der Schlusssekunde das mögliche Remis vergab, hatte noch lange in den Köpfen der Spielerinnen gespukt und ihnen eine schlaflose Nacht beschert. «Erst um 2.30 Uhr habe ich das Licht ausgemacht, und noch später bin ich in den Schlaf gekommen», bekannte Kapitän Wörz, die gegen Kongo nur gut zwei Minuten auf dem Feld stand, am Ende aber gemeinsam mit Nadine Härdter den ersten WM-Sieg bejubelte. «Die ersten Punkte tun uns gut. Brasilien wird ein ganz anderes Spiel. Wir wollen weiter gewinnen, da war der Sieg gegen Kongo ein wichtiger Schritt», sagte die Linksaußen vom Thüringer HC.

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