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    Berlin

    DTB sucht Altenburg-Nachfolger – Erste Namen gehandelt

    Beim krisengeplagten Deutschen Tennis Bund hat die Suche nach einem Nachfolger für den scheidenden Präsidenten Karl-Georg Altenburg begonnen. Einen Tag nach der Rückzugs-Ankündigung des Investmentbankers aus Frankfurt machten die ersten Personalspekulationen die Runde.

    Noch-Präsident
    Karl-Georg Altenburg hört beim DTB auf.
    Foto: Olaf Schepers - DPA

    Ob Rothenbaum-Turnierdirektor Michael Stich, DTB-Vize-Präsidentin Eva-Maria Schneider oder der hessische Verbandschef und frühere Schüttler-Coach Dirk Hordorff - mögliche Kandidaten äußerten sich am Freitag sehr zurückhaltend.

    Seine neue berufliche Herausforderung und seine Familie ließen den Job des DTB-Chefs nicht mehr zu, sagte Altenburg in einem Interview der Zeitung «Die Welt». Der Zeitpunkt kommt dabei überraschend: Inmitten des Davis-Cup-Trubels um Arriens, Kohlschreiber & Co. und unmittelbar vor dem Viertelfinale des deutschen C-Teams in Frankreich gibt der Verbandsboss seinen Abschied bekannt.

    Noch am Sonntag beim sogenannten Versöhnungstag in Frankfurt/Main hatte Altenburg auf die Frage nach einer erneuten Kandidatur abgewinkt und bekundet, bis November sei doch noch so viel Zeit. Nun muss der DTB bis zum Herbst einen Kandidaten finden, der bei der Mitgliederversammlung die nötige Mehrheit erhält und den immer wieder von Negativ-Schlagzeilen geplagten Verband eint und führt.

    «Wir werden uns im Präsidium Gedanken machen und uns auch mit dem Bundesausschuss treffen», sagte DTB-Vize Eva-Maria Schneider. Die Ärztin aus dem bayerischen Herrsching am Ammersee wurde schon in der Vergangenheit immer wieder als mögliche neue Verbandschefin ins Spiel gebracht, schloss eine Kandidatur in diesem Jahr aber aus. «Das kommt leider noch zu früh. Ich bin nicht der Meinung, dass ich das meiner Familie antun kann», sagte die Mutter zweier Kinder im Alter von 11 und 13 Jahren. Das Amt reize sie zwar grundsätzlich, aber «im Moment steht es überhaupt nicht zur Debatte», sagte Schneider.

    Der Hamburger Turnierdirektor und frühere Wimbledonsieger Michael Stich ließ mit seinen Äußerungen reichlich Raum zur Interpretation und Spekulation. «Für mich gibt es keinen Grund, sich damit zu beschäftigen», sagte der Ex-Profi der Nachrichtenagentur dpa. Vor drei Jahren hatte Altenburg-Vorgänger Georg von Waldenfels schon einmal den Namen Stich ins Spiel gebracht, im November 2011 wollte er allerdings vor allem seinen ungeliebten Rivalen Altenburg verhindern. Das Ergebnis ist bekannt: Stich verzichtete, Waldenfels zog seine Kandidatur zurück - und Altenburg wurde neuer DTB-Boss.

    Nun hat der langjährige Deutschlandchef von JP Morgan am 2. April eine neue Aufgabe bei der Deutschen Bank übernommen und kann somit elegant seinen Abgang vorbereiten. Denn ohne Zweifel hat der fünffache Familienvater die Größe des Amtes unterschätzt. Kritiker warfen ihm immer wieder Führungsschwäche, Unwissenheit und Beratungsresistenz vor. Im vergangenen September probten einige Landesverbände erfolglos den Aufstand. Doch auch die ständigen Querelen, vor allem innerhalb des Herren-Teams, dürften Altenburg leid sein. «Die Begleitgeräusche nerven manchmal», sagte er der «Welt». Den Zoff im Davis-Cup-Team bezeichnete er als «Kinderkram».

    Zu Altenburgs Verdiensten zählen ein neuer Fernsehvertrag mit Sat.1 Gold, die Gewinnung neuer Sponsoren oder der Aufbau einer neuen Internetplattform www.tennis.de. «Er hat einen Neuanfang eingeleitet, den gilt es jetzt auszubauen», sagte der bestens vernetzte frühere Rainer-Schüttler-Coach Hordorff. 2005 hatte er seine Kandidatur gegen Waldenfels kurzfristig zurückgezogen. Immer wieder wird er genannt, wenn es um die Vergabe von Posten geht. «Ich bin Präsident des hessischen Verbandes. Das ist ein sehr schönes Amt, und ich sehe keinen Grund, daran etwas zu ändern», sagte er jetzt.

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