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    Deutsche reiten bei Vielseitigkeits auf Gold-Kurs

    Der vierte Titel in Serie ist nach starken Dressurritten möglich. Doch der schwerste Teil der Vielseitigkeits-EM in Polen steht den Reitern noch bevor.

    Michael Jung
    Ist mit seiner Equipe auf Goldkurs bei der EM in Polen: Vielseitigkeitsreiter Michael Jung.
    Foto: Philipp Schulze - dpa

    Strzegom (dpa). Strahlend ritt Michael Jung aus dem Dressur-Viereck. „Ich bin sehr, sehr glücklich“, kommentierte der Rekordreiter, nachdem er den Vorsprung des deutschen Teams bei der Vielseitigkeits-EM ausgebaut hatte.

    „Das war ein Super-Start“, sagte der dreimalige Doppel-Europameister. Das deutsche Team liegt im polnischen Strzegom auf Gold-Kurs und vor dem Geländeritt am Samstag mit 87,70 Strafpunkten deutlich vorne. Zweiter und Dritter sind Frankreich (111,80) und Großbritannien (111,90). „Toll, jeder hat mehr gebracht als zuletzt“, lobte Bundestrainer Hans Melzer. „Wir sind froh und haben ordentlich vorgelegt.“ Grinsend schob der Coach hinterher: „Der Plan ist jetzt, die Platzierung zu halten.“

    Auch in der Einzelwertung dominieren die deutschen Starter nach der ersten von drei Teilprüfungen der Vielseitigkeit. Auf Platz eins liegt Bettina Hoy aus Rheine mit ihrem Wallach Seigneur Medicott (24,60). Auf Rang zwei folgt Ingrid Klimke aus Münster mit Hale Bob (30,30). Dritter ist Michael Jung aus Horb mit Rocana (32,80).

    „Das war nur der erste Teil“, warnte Hoy vor Übermut nach der starken Dressur. „Es wartet noch eine schwere Aufgabe auf uns“, sagte die 54-Jährige zu dem Geländekurs, dem Herzstück der Vielseitigkeit. Er ist in Strzegom eng, 5700 Meter lang und hat 30 Hindernisse.

    Zu den guten Einzel-Platzierungen ihrer Teamkameraden sagte Hoy: „Wir haben so viele tolle Wettkampftypen in der Mannschaft, wir pushen uns gegenseitig.“ Alle Starter aus dem Quartett haben Chancen auf eine weitere Medaille.

    „Es wird schwer, in der Zeit zu bleiben“, sagte Ingrid Klimke nach ihrer starken Dressur über den Geländeritt, für den sieben Minuten vorgesehen sind. Ihr Pferd Hale Bob komme das entgegen: „Er ist clever, ich kann ihn schnell reiten.“

    Hale Bob zeigte auch in der ersten Teilprüfung, dass er „in Topform“ ist. „Dabei ist Dressur nicht seine Lieblings-Disziplin“, sagte Klimke über ihren 13 Jahre alten Wallach und lobte ihn. „Er war heute sehr fokussiert, es war eine Freude, ihn zu reiten.“

    Zufrieden war auch Jung. Der Reiter aus Horb, der zuletzt bei Europameisterschaften dreimal in Folge Doppel-Gold gewann, warnte aber vor dem Geländeritt: „Das wird noch sehr schwer. Wichtig wird es sein, die Kräfte einzuteilen. Oberste Priorität ist es, immer sicher zu reiten für das Team.“

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