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Singapur

Das große Experiment: Jugendspiele in Singapur

dpa

Die Olympischen Jugendspiele sind eines der größten Experimente des Weltsports. Vor der Premiere am 14. August in Singapur waren Kritik, Skepsis und Zweifel am Erfolg des Großprojekts für Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren ständige Begleiter.

Entflammt
Singapurs Präsident S.R. Nathan (2.v.r.) entfacht mit Jugendlichen in der Stadtrepublik das Olympische Feuer.

Gelingt es, die Jugend an den olympischen Sport und seine Werte heranzubringen – oder wird es eine Leistungsschau von Nachwuchssportlern geben? «Das wird die Herausforderung für uns sein», sagte Jacques Rogge, Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). «Wir wollen keine Junioren-Weltmeisterschaften veranstalten. Deshalb haben wir ein Kultur- und Erziehungsprogramm hinzugefügt.»

Ob die Erstausgabe auf Anhieb ein Erfolg wird, ist für den Belgier, der die Jugendspiele als sein Vermächtnis ansieht, nicht so wichtig. «Wir werden Erfolge haben, wir werden Fehler machen. Die ersten richtig guten Olympischen Spiele haben 1912 stattgefunden», meinte Rogge. Vielleicht werde es zwei, drei Austragungen benötigen, bis die «richtige Erziehungsphilosophie» gefunden sei. Für ihn gebe es zudem eine einfache Formel, den Erfolg der «kleinen» Spiele zu ermitteln. «Ich frage die Athleten, ob sie glücklich sind. Und wenn sie es sind, waren die Spiele ein Erfolg», sagte Rogge.

«Ich sehe die Jugendspiele absolut positiv, nachdem es gelungen ist, dass sie nicht in eine Art überdimensionierter Jugend-WM mit großen Qualifikationen und viel Leistungsdruck ausarten», sagte Rainer Brechtken, Präsident des Deutschen Turner-Bundes (DTB). «Die Betonung sollte nicht auf Sieg oder Niederlage liegen.»

Bedenken hat dagegen sein Präsidenten-Kollege Clemens Prokop vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV): «Ich befürchte, dass es nur eine Vorverlagerung des Leistungssports sein könnte. Wenn am Schluss Medaillen gezählt und eine Nationenwertung aufgestellt wird, fände ich es sehr bedenklich.»

70 deutsche Nachwuchssportler können bis zum 26. August in Singapur selbst ihre Erfahrungen sammeln. Sie treten in 20 der 26 Sportarten an, die auch zum Programm der Sommerspiele 2012 in London gehören. Insgesamt werden rund 3600 Athleten aus 205 Ländern sowie 500 000 Zuschauer erwartet. «Wir wollen keine neuen Sportarten ausprobieren, um keine Fehler zu machen», sagte Rogge. In Zukunft könnten die Jugendspiele aber zum Experimentierfeld für die «großen» Spiele werden: «Es könnte ein gutes Labor dafür sein, wie solche Sportarten akzeptiert werden.»

In Singapur setzen nur wenige Sportarten auf Neuheiten. Im Basketball wird eine Art Streetball Drei gegen Drei gespielt. Außerdem gibt es Mixed-Teams aus Jungs und Mädchen im Schwimmen oder Triathlon sowie gemischte Mannschaften mit Athleten aus verschiedenen Ländern. «Wir werden Olympische Spiele in ganz unnachahmlicher Atmosphäre erleben, noch dichter, noch freundschaftlicher und fröhlicher», hofft der deutsche IOC-Vizepräsident Thomas Bach.

Ob die Rückbesinnung auf die olympischen Ideale gelingt und der Blick auf einen Medaillenspiegel tatsächlich Nebensache bleibt? «Die Jugendspiele sind eine großartige Verbindung von Sport, Erziehung und Kultur», sagte Bach, der aber auch eines weiß: «Die Jugendlichen, die das jetzt durchlaufen, sind zumindest zum Teil diejenigen, die wir in London oder 2016 in Rio de Janeiro sehen.»

Und für viele der Athleten steht der Sport auch bei den Jugendspielen im Mittelpunkt. «Der Wettkampf ist das Wichtigste, er steht auf Platz eins», sagte die Rhythmische Sportgymnastin Jana Berezko-Marggrander (Fellbach-Schmiden/Baden-Württemberg), die mit 14 Jahren die jüngste deutsche Starterin ist und als eine Hoffnung für Olympia 2012 gilt. «Ich fahre nach Singapur, um zu gewinnen. Ein anderes Ziel kann ich als Kadetten-Weltmeister auch gar nicht haben», meinte Degenfechter Nikolaus Bodoczi selbstbewusst. Dabeisein ist eben auch beim besten Kultur- und Bildungsangebot nicht alles.

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