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BVB zurück im Frustmodus – Schalker adeln Tedesco

Nach dem prestigeträchtigen Sieg im Derby über den BVB adelten die Schalker Fans den Trainer. Auf Geheiß des Anhangs erkletterte Domenico Tedesco ein Podest auf der Nordtribüne und ließ sich feiern. Dagegen schoben die Dortmunder mächtig Frust – mal wieder.

Siegreicher FC Schalke 04
Schalkes Spieler um Nabil Bentaleb (M) feiern den 2:0 Sieg im Revierderby.
Foto: Ina Fassbender – dpa

Gelsenkirchen (dpa) – Die einstmals stolzen Profis von Borussia Dortmund boten erneut ein Bild des Jammers. Begleitet von den höhnischen Gesängen der Schalker Fans verließen sie nach dem verdienten 0:2 (0:0) im Revierderby mit hängenden Köpfen den Rasen.

Der neuerliche Rückschritt ausgerechnet im prestigeträchtigen Duell mit dem Erzrivalen schlug allen Dortmundern mächtig aufs Gemüt

Nationalspieler Marco Reus machte aus seinem Frust keinen Hehl und fand deutliche Worte: „Wir wollten unbedingt gewinnen und vor Schalke stehen. Aber wir haben es verkackt.“

Bei den Schalkern dagegen ging es hoch her. Selbst der ansonsten eher zurückhaltende Domenico Tedesco ließ sich von der brodelnden Atmosphäre in der mit 61 786 Zuschauern ausverkauften Arena mitreißen. Auf Wunsch des eigenen Anhangs erkletterte er ein Podest auf der Nordtribüne, um sich in einem völlig durchnässten Poloshirt feiern zu lassen. „Ich hatte ursprünglich abgelehnt, aber auch das Gefühl, wenn ich nein sage, bauen die Ultras das Stadion ab. Es ist ein Privileg, da oben stehen zu dürfen“, sagte der Erfolgscoach.

„Damit wurde Domenico heute geadelt“, kommentierte Vereinsboss Clemens Tönnies diese Szene des Spiels mit breitem Grinsen. Auch Sportvorstand Christian Heidel geriet ob solcher Bilder ins Schwärmen: „Wir sind noch nicht am Ende unserer Entwicklung – da bin ich mir ganz sicher.“

Gut möglich, dass Heidel Recht behält. Die Gesänge der stolzen Schalker Anhänger, die Nummer eins im Revier zu sein, passten ins Bild. Schließlich deutete sich auf dem Platz eine Wachablösung an, die länger dauern könnte als den Dortmundern lieb sein dürfte.

Zum wiederholten Mal mangelte es dem BVB an Leidenschaft und Klasse, um dem Ruf einer Spitzenmannschaft gerecht zu werden. Dagegen deuteten die in den vergangenen Jahren zumeist unterlegenen Schalker in nahezu jedem Zweikampf an, dieses Spiel unter allen Umständen gewinnen zu wollen und wurden dafür durch die Führung von Jewgeni Konopljanka (50. Minute) belohnt.

Endgültig zu einem Schalker Derby-Helden stieg Naldo auf. Wie schon beim spektakulären 4:4 im Hinspiel setzte der Abwehrchef mit einem Treffer (82.) den Schlusspunkt. Doch nicht nur der fulminate Freistoßtreffer des Brasilianers veranlasste Tedesco zu einem Extralob: „Er ist ein Superprofi, der sehr auf sich achtet und hat heute überragend verteidigt.“

Anders als die Schalker müssen die auf Rang vier abgerutschten Dortmunder um die Champions-League-Qualifikation bangen. „Wir hätten mehr Durchschlagskraft gebraucht“, beschrieb Trainer Peter Stöger das anhaltende Problem, dass sich seine eigentlich für ihre Offensivkraft bekannte Mannschaft immer häufiger kaum Torchancen erspielt.

Schon am kommenden Samstag droht weiteres Unheil, wenn der zurzeit starke neue Tabellendritte aus Leverkusen in Dortmund gastiert. Dass sich Torjäger Michy Batshuayi kurz vor dem Schlusspfiff verletzte, vergrößerte die Sorgen zusätzlich.

Marcel Schmelzer, der mit seinem Fehler das 0:1 eingeleitet hatte, trauerte der vertanen Chance nach: „Das ist das wichtigtse Spiel des Jahres und deshalb besonders bitter, es so zu verlieren.“ Nach Einschätzung des Kapitäns geht es in den restlichen vier Spielen nur noch um Schadensbegrenzung: „Wenn wir am Ende unter den ersten vier Mannschaften stehen, sind wir froh, wenn diese Saison vorbei ist.“

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