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Whistler

Braxenthaler holt Slalom-Gold bei Paralympics

Die Kristallkugeln im Ski-Keller, die Goldmedaille um den Hals und neue Großtaten im Kopf: Das Hochgefühl von Weltcup-Gesamtsieg und Slalom-Gold bei den Paralympics hat bei Martin Braxenthaler die Lust auf weitere Ehrungen geweckt.

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Martin Braxenthaler fährt im Slalom zur Goldmedaille.

«Ich habe jetzt noch mindestens drei starke Disziplinen. Und Abfahrt bin ich eigentlich auch nicht so schlecht. Mal schauen, was geht. Aber ich werde Vollgas geben», versprach der Monoski-Artist in Whistler Creekside nach seinem Parforceritt über die bucklige Alpin-Piste. «Das grenzt schon an zirzensische Darbietungen», sagte Friedhelm Julius Beucher, Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS), bewundernd.

Drei Tage nach seinem 38. Geburtstag bereitete sich Routinier Braxenthaler nachträglich selbst das schönste Geschenk. Der Oberbayer aus Surberg fuhr auf Maria Rieschs olympischem Gold-Hang ebenfalls zum umjubelten Slalom-Sieg – und wurde angesichts dieses Glücks nur schwer Herr seiner Gefühle. «Mir schlafen gerade die Hände ein, ich weiß nicht, warum. Ja, es ist der Hammer. Es war so viel Spannung am Start oben. Und jetzt dieser Traumlauf und die Sicherheit, dass ich Gold habe», stammelte er im Zielraum tief bewegt.

Und dann die Ehrung vor Hunderten von Sportbegeisterten auf der Medal Plaza von Whistler: «Ich bin neulich daran vorbeigegangen und habe mir gedacht: Mensch, da willst du einmal rein und geehrt werden. Und jetzt, beim ersten Mal, klappt's schon, das ist traumhaft.»

Von Aspen im US-Bundesstaat Colorado aus waren er und seine Alpin- Kollegen zu Monatsbeginn nordwärts nach Whistler gekommen. Von dort hatte er die Trophäe für den Sieg im Gesamt-Weltcup im Gepäck sowie die kleinen Kristallkugeln für die Disziplin-Wertungen im Super-G, in der Super-Kombination und im Riesenslalom. «Die sind in die Karbonschalen verpackt, in Handtücher eingewickelt, mit Klebeband umwickelt und die liegen jetzt im Ski-Keller im Dorf», erzählte er.

Nun überlegt er aber noch, wie er die edlen Teile und seine Goldmedaille unfallfrei nach Hause bekommen soll. Am liebsten wäre es, er als Rolli und alle deutschen Medaillengewinner könnten in der Business-Klasse nach Hause fliegen und die deutsche Fluggesellschaft als Sponsor würde auch noch die Kosten für das Übergepäck tragen. «Ich werde unserem Präsidenten Beucher eine Mail schreiben, dass er da dran bleiben soll», sagte der KFZ-Mechaniker.

Von solch rationalen Überlegungen jedoch war er unmittelbar nach seinem Erfolg weit entfernt. Seine Emotionen spielten verrückt. «Das erste von fünf Rennen gleich Gold. Das ist der Hammer», bekannte er. Nach dem ersten Slalom-Lauf war er Zweiter und spürte die Konkurrenz im Nacken. «Da gibt es nur die Flucht nach vorn, 100 Prozent auspacken und hoffen, dass du durchkommst. Ich habe es mit viel Risiko gut heruntergefahren. Und es ist aufgegangen, ich bin durchgekommen und habe gewonnen», sagte er und ließ den entscheidenden Durchgang Revue passieren.

Der Rest war fast nur noch Freude. «Ziel war: Medaille gewinnen, Farbe egal. Medaille gewonnen, Farbe optimal.» Doch selbst in der Minute des Triumphes dachte Braxenthaler auch an seinen Kontrahenten Jürgen Egle aus Österreich, der als Führender im zweiten Lauf stürzte und dadurch seinen achten Paralympics-Sieg besiegelte. «Ich habe gewusst, ich habe einen Traumlauf gehabt. Es wäre für den Jürgen schwer gewesen, dass er mich da noch putzt. Aber mir tut es sehr, sehr leid für den Jürgen, dass er ausgeschieden ist. Ich hätte ihn gern auf der Piste geschlagen», sagte der faire Sportsmann.

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