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    Alonso und Ferrari unter Druck: Monza letzte WM-Chance?

    Rechtzeitig zum Heimrennen hat Fernando Alonso den vermeintlichen Rosenkrieg mit einer Liebeserklärung an Ferrari beendet.

    Gesamtzweiter
    Fernando Alonso geht mit seinem Ferrari mit großer Motivation ins Monza-Rennen.
    Foto: Nicolas Bouvy - DPA

    «Ich möchte gern meine Karriere im besten Team der Welt beenden und das ist Ferrari», sagte der Spanier im Fahrerlager zum Großen Preis von Italien. Ob sie wollen oder nicht: Alonso und Ferrari sind im Titelrennen der Formel 1 auf Gedeih und Verderb aufeinander angewiesen.

    Um bei ihrer verzweifelten Aufholjagd auf den enteilten dreifachen Weltmeister Sebastian Vettel noch eine Chance zu haben, können sie sich keine weiteren öffentlichen Maßregelungen erlauben. Vor der Sommerpause hatte der auch abseits der Piste immer angriffslustige Alonso sein schwächelndes Team häufig und heftig kritisiert. Unmittelbar nach dem Rückschlag von Budapest platzte Luca di Montezemolo dann der Kragen. Der Markgraf putzte den zweifachen spanischen Champion via Ferrari-Homepage herunter. Noch nie hatte ein Ferrari-Präsident einem Fahrer öffentlich derart die Leviten gelesen.

    Das Machtwort zeigte Wirkung. Er habe das nie so gesagt, das sei ein Missverständnis, korrigierte Alonso Meldungen, er wünsche sich zu seinem Geburtstag ein anderes Auto. Nun bekräftigte Alonso noch einmal seinen Wunsch, die Laufbahn bei dem italienischen Traditionsteam auslaufen zu lassen - erst nach Ablauf seines noch dreieinhalb Jahre währenden Vertrages und womöglich noch darüber hinaus.

    Seit der Standpauke herrscht - zumindest nach außen hin - wieder eitel Sonnenschein. «Seien Sie sicher, dass wir eine Einheit sind, die gewinnen will», versicherte Teamchef Stefano Domenicali vor dem zwölften Saisonlauf am Sonntag. Behauptungen, zwischen ihm und Alonso gebe es Zerwürfnisse, bestritt der Italiener entschieden: «Nein, nein, das ist etwas, das ich komplett zurückweise. Wir wollen zusammen gewinnen.» Alonso schlug vor dem Highlight im Königlichen Park ebenfalls versöhnliche Töne an: «Ferrari war hier immer sehr konkurrenzfähig. Wir wollen vor unseren begeisterten Fans eine gute Vorstellung zeigen.»

    Dies ist auch bitter nötig, um im WM-Rennen noch die Wende einleiten zu können. Vor dem Großen Preis von Italien weist Alonso (151 Punkte) als Gesamtzweiter bereits 46 Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Vettel (191) auf. Und die Tendenz der letzten Rennen sowie Vettels Resultate bei den folgenden Übersee-Grand-Prix bei seinen drei Titeltriumphen sprechen eindeutig für den Deutschen. Hinzu kommt, dass der Red Bull dem Ferrari leicht überlegen ist.

    Der absolute Zwang zu optimaler Zusammenarbeit gilt aber nicht nur wegen der relativ ungünstigen Auslage und auch nicht nur für diese Saison. Ferrari ist auch langfristig auf Fernando Alonso angewiesen und der spanische Superstar hat keine echte Alternative zur Scuderia.

    Von den Top-Piloten ist nur noch Kimi Räikkönen auf dem Markt. Vettel und das Mercedes-Duo Lewis Hamilton und Nico Rosberg sind längerfristig gebunden. Dass die Italiener den Finnen reumütig zurückholen, nachdem sie ihm 2009 seinen Rauswurf mit einem Schmerzensgeld in zweistelliger Millionenhöhe schmackhaft gemacht haben, kann zumindest bezweifelt werden. Zudem erfüllt Räikkönen beispielsweise bezüglich der technischen Zusammenarbeit mit den Ingenieuren nicht Ferraris hohe Anforderungen.

    Alonso steht bis Ende 2016 unter Vertrag. Diesen kann er trotz eventueller Ausstiegsklauseln nicht einfach kündigen. Viel entscheidender ist aber, dass kein Spitzen-Cockpit frei wird. Und Lotus wäre - sollte Räikkönen dort wirklich gehen - weder finanziell noch sportlich eine verlockende Alternative.

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