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    Abderrazzak setzt das Ausrufezeichen

    Der Hochwald Mittelrhein Marathon 2011 ist im Ziel - mit einem Weltrekord im Rückwärtslaufen, einem Streckenrekord im Marathon sowie einem Weltklasserennen im Inline-Skating. Die siebte Auflage des renommierten Sportevents im Unesco-Welterbetal zog 7000 Sportler an.

    Charai Abderrazzak ließ sich Ziel von seinen Freunden feiern.
    Charai Abderrazzak ließ sich Ziel von seinen Freunden feiern.
    Foto: Frey-Pressebild

    Koblenz - Laura Krümel blieb staunend am Streckenrand stehen. Die 20 Jahre alte Hamburgerin parkte ihr Fahrrad auf dem Radweg in der Nähe von Hirzenach und schaute staunend auf das laufende Volk. "Was ist denn hier los", fragte die junge Frau in die Runde. Der Hochwald Mittelrhein Marathon donnerte an der Radtouristin vorbei.

    Laura Krümel wurde auf ihrer Deutschland-Radreise zum Zaungast des Hochwald Mittelrhein Marathon 2011.
    Laura Krümel wurde auf ihrer Deutschland-Radreise zum Zaungast des Hochwald Mittelrhein Marathon 2011.
    Foto: Frey-Pressebild

    Rund 7000 Sportler gingen bei den diversen Wettbewerben auf die Strecke, Laura Krümel schaute sicherlich dem härtesten Rennen zu, dem Marathon. "Die laufen wieder zurück bis Koblenz?", fragte die Radfahrerin überrascht. Beim Strecken-Wendepunkt kurz vor St. Goar waren gerade einmal 12 von 42 Kilometern bewältigt. Als Krümel ihr Rad an der Strecke parkte, lief gerade Charai Abderrazzak an der Wendemarke vorbei. Der Marokkaner wirkte konzentriert, sein Laufstil überaus flüssig. Seine Zeit bei 12 Kilometern: genau 40:00 Minuten. Im Vorjahr hatte der 25-Jährige den Rekord im Halbmarathon auf 1:07:51 Stunden gedrückt, nun wollte er auch im Marathon den Rekord brechen. Abderrazzaks Zeit bei der Halbmarathonmarke: 1:10:44 Stunden. Bereits bei der Hälfte der Strecke lag er mit gut sechs Minuten vor dem Zweiten, Titelverteidiger Marco Diehl. "Wahnsinn, wie schnell der ist", sagte auch Rennbeobachterin Laura Krümel. Obwohl ständig drehender Wind das Rennen schwer machte, drehte Abderrazzak mächtig auf. Dem 54 Kilo leichten Athlet en schienen die böigen Winde kaum etwas auszumachen - im Alleingang lief er zum Rekord.

    Abderrazzak litt auf den letzten Kilometern zwar enorm und büßte Zeit ein, aber nach 2:27:30 Stunden war es geschafft. Ein Jahr nach seinem Streckenrekord im Halbmarathon lief er mit Marathonrekord und der marokkanischen Flagge über dem Kopf ins Ziel. "Der Wind war sehr stark", sagte er, "aber ich bin glücklich, dass ich es geschafft habe." Auch der Zweite, Marco Diehl, und Uwe Honsdorf auf Rang drei wirkten gezeichnet vom Kampf mit der Strecke und dem Wind. In 2:38:44 Stunden lief Diehl mit respektvollem Abstand auf den Silberrang, der Koblenzer Honsdorf folgte in seiner Heimatstadt in 2:42:35 Stunden als Dritter.

    Gerade die Marathonleistungen beeindruckten bei der siebten Auflage des Mittelrhein Marathons - das Frauen-Rennen gewann Regina Vielmeier vom SV Oberkollbach in 3:09:47 Stunden vor Lokalmatadorin Jennifer Lehmler von der TG Oberlahnstein (3:22:17 Stunden) und Sabine Schenkenhofer von SRL Triathlon Koblenz (3:38:12 Stunden).

    Zur Hochgeschwindigkeitsfahrt wurde wieder einmal das Rennen der Inline-Skater. Wie an der Perlenkette aufgereiht zog sich das Feld nach dem Start in Boppard rasch auseinander. Gerade angesichts des Windes wurde im internationalen Profifeld sehr taktisch agiert - eine strake Schweizer Gemeinschaft versuchte von Beginn an das Feld zu sprengen. Nach rund 30 Kilometern setzte sich dann Eidgenosse Severin Widmer in Rhens an einer Kopfsteinpflaster-Passage mit einem Zwischenspurt ab. Drei Verfolger schlossen zu dem Flüchtling auf und machten den Sieg des Rennens unter sich aus. In 53:49 Minuten gewann der Belgier Ferre Spruyyt letztlich den Schlussspurt; die ersten Vier erreichten das Ziel innerhalb einer Sekunde. Trotz heftigen Windes lag das Stundenmittel des Siegers bei 42,36 km/h. "Es war unglaublich schnell", sagte Inline-Chef Oliver Engel.

    Eine imposante Leistung zeigten neben den starken Schweizer Inliner auch die Läufer aus Marokko: Neben Marathon-Sieger Abderrazzak gab es in Said Azouzi und Younes Ammouta auch marokkanische Gewinner über 10 Kilometer und im Halbmarathon. "Unsere Marokkaner haben wirklich beeindruckende Leistungen gezeigt", lobte der Sportliche Leiter Lothar Hirsch. Ebenfalls sportlich unterwegs war die rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin Eveline Lemke. Gemeinsam mit ihrem Amtsvorgänger Hendrik Hering sowie den beiden Handwerkskammer-Hauptgeschäftsführern Alexander Baden (HWK Koblenz) und Manfred Bitter (HWK Trier) lief die Grünen-Politikerin die 10-Kilometer-Distanz im Handwerker-Team. Lemke lief mit ihren Begleitern nach 1:13:22 Stunden gemeinsam ins Ziel - die Radfahrerin Laura Krümel war unterdessen längst weiter auf dem Weg zu ihrer eigenen Bestleistung. "Ich will einmal um ganz Deutschland fahren", sagte die Hanseatin. Vor vier Wochen ist sie in Kiel aufgebrochen zu einer drei Monate dauernden Radtour. Den Hochwald Mittelrhein Marathon nahm sie auf dem Weg in Richtung Süden "nur" so mit.

    Von unserem Redakteur Volker Boch

    Impressionen vom Hochwald Mittelrhein MarathonAchim Aretz rennt rückwärts zum WeltrekordYounes Ammouta lässt es ganz gemütlich angehenDer Belgier Ferre Spruyt setzt ganz auf den Spurt Vielmeier spielt ihre Verfolgerinnen mit Routine ausweitere Links
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