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    Nach dem Abpfiff: Die Stürmernot als Tugend

    Aus der Not eine Tugend zu machen, bei dieser Aufgabenstellung hat es schon so mancher Fußball-Trainer zu wahrer Größe gebracht. Erinnert sei nur an die Art und Weise, wie die Spanier bei der WM 2010 den Titel erspielten.

    RZ-Sportredakteur Klaus Reimann.
    RZ-Sportredakteur Klaus Reimann.

    Klaus Reimann beleuchtet den Stürmermangel im Land

    Kein Jubler für Jogi: Bayer-Angreifer Stefan Kießling.
    Kein Jubler für Jogi: Bayer-Angreifer Stefan Kießling.
    Foto: dpa

    Die Not der Iberer gründete seinerzeit in einem eklatanten Mangel an Stürmern, die Tugend lautete schlichtweg Erfolg. Diese Form der fußballerischen Not ist Joachim Löw hinlänglich bekannt – die Tugend freilich noch nicht. Der Bundestrainer schickt sich an, mit einem 36-jährigen Stürmer als Top-Besetzung zur WM nach Brasilien zu reisen, um von dort endlich den ersehnten Pokal mit nach Hause zu bringen.

    Wobei in den Sternen steht, wie es um die Gesundheit des Mittelstürmer- Methusalems steht, wenn in Südamerika dann der Ball rollt. Doch was den Spaniern recht war (und ist), soll der DFB-Auswahl nur billig sein. Erfolge im Kalenderjahr 2013 wie der in Frankreich (2:1, Tore Khedira und Thomas Müller) oder in Schweden (5:3, Tore dreimal Schürrle, Götze und Özil) bestärken Löw in dem Glauben, dass es auch ohne Stoßstürmer geht.

    Hoch lebe und treffe die tiefe Neun, die Neueinhalb oder wie auch immer die Götze-, Özil- oder Reus-Position genannt wird. Ein Blick auf die aktuelle Torjägerliste der Bundesliga zeigt, wie alternativlos das stürmerlose Offensivmodell in der Nationalmannschaft ist. Unter den ersten sieben Torschützen befindet sich in Stefan Kießling genau ein Angreifer mit deutschem Pass. Just der Leverkusener aber findet bekanntlich nicht das Wohlgefallen des Bundestrainers.

    Der setzt auf spiel- und kombinationsstarke Offensivakteure und – wenn er denn fit ist – den ewigen Miro Klose. Von Mario Gomez, der Stehgeiger unter den deutschen Mittelstürmern, redet außerhalb von Florenz schon fast keiner mehr.

    Doch geht es tatsächlich so ganz ohne den Bulldozer mit Torgarantie in vorderster Linie? Nein, er muss allerdings in einem immer schneller und athletischer gewordenen Sport auch den fußballerischen Anforderungen genügen. Knipsen allein ist noch keine Stammplatzgarantie. Dabei greift selbst ein Pep Guardiola beim FC Bayern dann und wann gern auf Stoßstürmer Mario Mandzukic zurück.

    Im nächsten Jahr verstärkt der Rekordmeister seinen Kader mit Angreifer Robert Lewandowski von Borussia Dortmund. Auch so ein Typ spielkompatibler Mittelstürmer. Der BVB wiederum wird sich nach Lage der Dinge bei Hertha BSC bedienen und von dort Stürmer Adrian Ramos mit großen Perspektiven und einem noch größeren Gehalt in den Pott locken. Mandzukic, Lewandowski, Ramos – das Trio rangiert nicht von ungefähr an der Spitze der Liga-Torjägerliste.

    Dummerweise haben alle drei keine deutschen Wurzeln. Hierzulande aber ist weit und breit keine Offensivkraft in Sicht, die spielend leicht ihre Tore im Dutzend macht. Dasselbe gilt für den amtierenden Welt- und Europameister Spanien, der ebenfalls am bewährten System festhält, festhalten muss. Was da gerade bei den Iberern oder eben auch in der deutschen Nationalmannschaft passiert, markiert also keine Zeitenwende.

    Die Spielweise mit vielen quirligen Mittelfeld- und Außenspielern, die den Ball förmlich ins Tor kombinieren, ist eine aus der Not geborene. Daraus zwangsläufig auch die Tugend des Erfolgs abzuleiten; dieser Schuss kann allerdings schnell nach hinten losgehen.

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