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Freiwurf: Superstars in Hausanzügen

Die Fußballer nennen es anschwitzen, Christoph Büker, Pressesprecher beim Deutschen Basketball Bund, spricht in den Katakomben der Arena am Ostbahnhof schlicht von einem kurzen Training. Es geht um die Übungseinheit am Spieltag – wohl eher ein Ritual mit psychologischem Effekt. Es gilt, ein Gefühl zu entwickeln für die bevorstehende Aufgabe, reinzukommen, sich zu fokussieren. Ein paar lockere Würfe, Passfolgen, Ausblocken unterm Korb, fertig!

Klaus Reimann
Klaus Reimann

Klaus Reimann berichtet von der Basketball-EM in Berlin

Und da tritt sie dann wieder schon rein optisch zu Tage, die in diesen Tagen viel beschriebene Diskrepanz zwischen den beiden Protagonisten im deutschen Team. Hier Dirk Nowitzki (37), vom Erscheinungsbild und dem Gebaren auf und neben dem Parkett der überaus gelungene deutsche Entwurf des erfolgreichen Basketballers. Dort Dennis Schröder (21), die ungezügelte, exaltierte Amerikanisierung des deutschen Basketballs. Viele sprechen schon vom Star von gestern und dem von morgen. Nun, das geht wohl zu weit, zumindest bei dieser EM gehen die beiden als gleichberechtigtes Führungsduo durch.

16 Jahre und 25 Zentimeter trennen den Dallas-Star vom Atlanta-Emporkömmling. Aber das ist beileibe nicht alles. Während Nowitzki nicht in dem Verdacht steht, sein Innerstes nach außen zu kehren, kann Schröder in dieser Disziplin mit einer unbekümmerten Offenheit aufwarten, die vor allem von einem zeugt (oder zeugen soll): von grenzenlosem Selbstbewusstsein. Der Sohn einer gambischen Mutter und eines deutschen Vaters kann die Millionen gar nicht so schnell ausgeben, wie er sie in der nordamerikanischen Profiliga NBA verdient. Und er zeigt gern, was er mit seiner Kohle macht. Wobei er eher sympathisch-selbstironisch als prollig rüberkommt, wenn er seine Vorliebe für goldene Baseballmützen zur Schau trägt oder offen zugibt, drei- bis viermal die Woche seinen Haus- und Hof-Frisör einzubestellen, auf dass dieser ihm seine goldenen Haarstreifen im dunklen Schopf wieder in Form und Farbe bringt.

Sogar seine eigene Modekollektion hat Schröder – die FlexGanG. Shirts und Mützen im besten Rapper-Stil, aber auch modische Homies, also Hausanzüge. In solchen ließ sich zuletzt sogar Dirk Nowitzki ablichten. Standen ihm richtig gut – allerdings bleibt zu hoffen, dass Nowitzki und Co. ihr Nationaltrikot bei dieser EM so schnell nicht gegen den Hausanzug eintauschen müssen.

E-Mail an den Autor: klaus.reimann@rhein-zeitung.net

Sport-Kommentar
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