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Ehrgeizige Koblenzer planen den großen Wurf

Der Basketball in Koblenz lebt (wieder). 20 Jahre nach dem Scheitern der BG Koblenz in der Zweiten Bundesliga unternehmen die Conlog Baskets Koblenz den nächsten Versuch, den Sprung nach oben zu schaffen.

Das Ziel fest vor Augen: Für die Baskets Koblenz um Center Martins Abele (am Ball) ist der Aufstieg in die dritte Liga nur verschoben. Fotos: Wolfgang Heil
Das Ziel fest vor Augen: Für die Baskets Koblenz um Center Martins Abele (am Ball) ist der Aufstieg in die dritte Liga nur verschoben. Fotos: Wolfgang Heil
Foto: Wolfgang heil

Von unserem Redakteur Sven Sabock

Koblenz. Der erste Versuch ist missglückt, im zweiten soll nichts dem Zufall überlassen werden. Erfolg ist planbar – nach diesem Motto streben die Conlog Baskets Koblenz mit aller Macht in den Profibasketball. Die Regionalliga Südwest, die der ehrgeizige Klub als Tabellendritter beendet hat, ist demnach nur eine Durchgangsstation auf dem Weg hin zum großen Spektakel unter den Körben. "Der Aufstieg ist unser Ziel", sagt Baskets-Sportdirektor Thomas Klein unmissverständlich.

Nun haben abseits der TuS Koblenz schon etliche Vereine aus der Region versucht, sich im Profi-Sport zu etablieren. Die jüngsten Ereignisse um die Vulkan-Ladies, die sich nach dem Abstieg aus der Handball-Bundesliga auch aus der Zweiten Liga zurückziehen, sind nur ein Beispiel dafür, wie schwierig es ist, dauerhaft Sponsoren und Zuschauer zu beigeistern.

Klein und seine Mitstreiter lassen sich davon nicht abschrecken. Vielmehr folgt der Klub einem selbst auferlegten Plan, an dessen Ende bis 2020 zumindest der Aufstieg in die ProA, also in die eingleisige Zweite Liga, stehen soll. "Der Zuspruch ist gigantisch", spart der Macher hinter den Kulissen nicht mit Superlativen und sieht die Begeisterung in der Region für den Basketball erst am Anfang.

In der Tat stimmt der Rückblick auf die vergangenen Monate positiv, dass da etwas entstehen könnte. Die Sportart wird angenommen, auch weil die Show in der Sporthalle auf der Karthause stimmt. In den Pausen sorgen die Cheerleader für Kurzweil, auf dem Feld ist zum Beispiel der US-Amerikaner Harry Boyce immer wieder für eine spektakuläre Aktion gut. 470 Zuschauer im bedeutungslosen letzten Saisonspiel deuten das Potenzial an, das in der Region an Basketball-Fans schlummert. "Wir müssen eben Eventmanagement betreiben", sagt Klein, der auch gern Anglizismen aus dem PR-Repertoire bemüht, "wir müssen die Leuten attracten." Was so viel heißt wie: den Verein und vor allem die Heimspiele zur Samstagabend-Unterhaltung für die ganze Familie werden lassen.

Das alles kostet Geld, viel Geld. Für Klein ist das kein wirkliches Problem, vielmehr eine Herausforderung. Nun werden die Baskets Koblenz von ihrem Namensgeber, einem Logistikuntenehmen zwar entsprechend subventioniert, der Macher betont aber, nicht nur von einem Sponsor abhängig zu sein. Stattdessen nimmt Klein erfreut zur Kenntnis, dass die Unterstützung immer breiter wird. "Wir haben viele positive Rückmeldungen", berichtet er von seinen Gesprächen, "wir machen den Firmen dabei deutlich, dass es sich um eine Partnerschaft handelt, von der alle profitieren."

Angesichts der Tatsache, dass ein Großteil der Akteure schon in der Regional-, also der vierten Liga Vollprofis sind, kalkuliert der Klub laut Klein mit einem Budget von "mehreren Hunderttausend Euro". Das ist nicht wenig, aber wohl vonnöten, um den nächsten Schritt zu gehen. Denn: Was nutzen all die Konzepte, wenn die Mannschaft hinter den Erwartungen zurückbleibt? Schon in der abgelaufenen Saison hatten die Koblenzer dem Vernehmen nach das teuerste Team der Liga auf dem Parkett, Klein gibt aber unumwunden zu, dass die Konkurrenz aus Karlsruhe und Schwenningen als Kollektiv besser funktioniert hat.

Das soll sich nun ändern, gerade auf den kleinen Positionen im Aufbau sowie auf den Flügeln sehen die Baskets Nachholbedarf. "Es wird einen großen Umbruch geben", blickt der Sportdirektor auf die Personalplanungen. Gut möglich demnach, dass das Multi-Kulti-Team ein anderes Gesicht erhält, zumal die Koblenzer mit Blick auf einen Aufstieg in die ProB die nicht unerhebliche Quote an deutschen Akteuren erfüllen müssen. "Wir setzen dabei auch auf regionale Kräfte", verspricht Klein. Die Hoffnung, als Nachrücker schon ab September eine Etage weiter oben antreten zu können, scheint sich indes zu zerschlagen. "Wir haben zwar einen Lizenzantrag gestellt", berichtet Klein, "aber die Chancen stehen allenfalls bei zehn Prozent."

Sei's drum: Spätestens 2017 ist mit dem Aufstieg auch der Umzug der Conlog Baskets in die Conlog- Arena auf dem Oberwerth geplant, idealerweise sollen dann 2000 Zuschauer zu den Heimspielen pilgern. Hehre Ziele, die auch schon andere rund um Koblenz hatten.

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