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    Besser: Lohngerechtigkeitstechnik

    Man kann nicht eben behaupten, dass in der Welt um einen herum der Gerechtigkeit stets genüge getan wird. Das Gegenteil ist meist der Fall.

    RZ-Sportredakteur Klaus Reimann.
    RZ-Sportredakteur Klaus Reimann.

    Klaus Reimann blickt auf die Sportwoche zurück

    Erst diese Woche hat es eine Studie des renommierten Berliner Wirtschaftsforschungsinstitutes DIW an den Tag gebracht: Die Ungleichheit bei den Gehältern ist dramatisch gestiegen im Land. Das Institut hat die Lebenseinkommen von Arbeitnehmern in unterschiedlichen Generationen untersucht. Das Ergebnis ist ernüchternd: Die Ungleichheit hat sich verdoppelt, wenn man Arbeitnehmer, die im Jahr 1935 geboren sind, mit Arbeitnehmern des Jahrgangs 1970 vergleicht. Von wegen Gnade der späten Geburt und so ...

    Aber zum Glück gibt es ja den Fußball. Und mit ihm die Aussicht auf etwas mehr Gerechtigkeit - in dieser "Zweitwelt" zumindest. Oder ist es nur Augenwischerei, mit Blick auf die demnächst in den Bundesliga-Stadien richtende Torlinientechnik von Gerechtigkeit zu reden? Lebt der Sport nicht von den immerjungen Diskussionen um strittige Spielszenen? Ist die Technik eigentlich unfehlbar? Oder sind all die Technikallergiker schlichtweg nur Sportromantiker im Namen des Rückschritts? Fragen über Fragen - und noch sind längst nicht alle gestellt.

    Natürlich ist Christian Heidel, Manager des Fußball-Bundesligisten Mainz 05, schwer zu widersprechen, wenn er sagt, er wolle nicht wegen eines irrtümlich gegebenen oder eben nicht gegebenen Tores absteigen.

    Den Fan möchte man sehen, der so etwas nonchalant hinnähme mit dem Hinweis, wonach sich ohnehin alles im Leben eines Vereinsanhängers ausgleicht. Für Heribert Bruchhagen dagegen, Vorstandsvorsitzender von Eintracht Frankfurt, liegt der von Heidel konstruierte Fall offensichtlich außerhalb jedweder Vorstellungskraft. "Wenn wir bei der Eintracht vor zehn Jahren die Torlinientechnologie eingeführt hätten, hätten wir sie zehn Jahre lang gehabt - ohne sie einmal zu nutzen", sieht Bruchhagen in der Torlinientechnik eine Investition ohne erkennbaren Nutzen. Unnötig zu erwähnen, dass der Eintracht-Boss zu der Minderheit gehörte, die gegen die Torlinientechnik gestimmt hat.

    Wie groß wird die Fassungslosigkeit bei Bruchhagen erst sein, wenn die Befürworter technischer Neuerungen die Büchse der Pandora mehr als nur einen Spalt weit öffnen. Stichwort: Videobeweis. Für Schalkes Manager Horst Heldt nur eine logische Schlussfolgerung. Getreu der Devise: Wer die Torlinientechnik befürwortet, kann den Videobeweis unmöglich außen vor lassen. Aber welcher Logik soll dieses Übermaß an

    Technik folgen? Sehen wir dann nur noch Fußballspiele, die statt der 90 Minuten auch schon mal zwei Stunden und länger dauern, weil sich die Schiedsrichter beim Videostudium auch nicht so ganz einig werden? War das nun ein berechtigter Elfmeter oder doch nur eine Schwalbe, eine richtige oder falsche Abseitsentscheidung? Was soll überhaupt bewiesen werden? Auch der falsche Einwurf, der Sekunden später zu einem Tor geführt hat? Und was ist, wenn die Beweismittel nicht ausreichen? Beim zuletzt so häufig diskutierten Handspiel im Strafraum nutzen auch zig Kameraeinstellungen nichts, solange das Handspiel als solches im Regelwerk nicht klar definiert ist.

    Nein, ein Videobeweis würde den Sport endgültig seiner Mythen und Mysterien berauben. Auch der Fußball soll Zerstreuung bleiben - und nicht nur Zerstrittene zurücklassen. Mit der Torlinientechnik indes sollte sich auch der größte Traditionalist abfinden. Hat sowieso keinen Zweck, sich noch aufzuregen.

    Sie kommt sowieso. Wenn auch nur häppchenweise. Im Pokal erst ab dem Viertelfinale. In der Zweiten Liga darf weiter debattiert werden. Hier gibt es vorerst keine Torlinientechnik. Es zählt die Tatsachentscheidung des Schiedsrichters. Die ist zugegebenermaßen nicht immer richtig. Aber haben wir den Fußball deswegen jemals als ungerecht empfunden? Die Lohnentwicklung sollte uns mehr zu denken geben. Vorschlag: Wie wäre es mit einer Lohngerechtigkeitstechnik? Wünschenswert, aber völlig illusorisch. Als wenn es dafür an maßgeblicher Stelle eine Mehrheit gäbe ...

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