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    Bayer zeigt Biss – aber nicht vor dem Tor

    Wer nicht streitet. lebt nicht. Legt man diese Binsenweisheit zugrunde, ist die Fußball-Abteilung von Bayer Leverkusen derzeit quicklebendig.

    Vor dem Tor gescheitert: Auch Leverkusens Stürmer Stefan Kießling traf gegen Barcelona nicht.
    Vor dem Tor gescheitert: Auch Leverkusens Stürmer Stefan Kießling traf gegen Barcelona nicht.
    Foto: dpa

    Aus Leverkusen berichtet unser Sportchef Jochen Dick

    Trainer Roger Schmidt und Sportdirektor Rudi Völler legten sich jeweils mit Fernsehleuten an, die Spieler Javier Hernandez und Karim Bellarabi trugen ihren Zwist gleich auf dem Platz aus. Rund um das 1:1 (1:1) in der Champions League gegen eine B-Elf des FC Barcelona ging es ordentlich rund im sonst so beschaulichen Werksklub. Es half alles nichts: Für Bayer reichte es wieder einmal im entscheidenden Moment nicht.

    Dabei war alles wie gemalt gewesen für das Team von Trainer Schmidt: Das bereits fürs Achtelfinale qualifizierte Barcelona trat mit einer verstärkten A-Jugend an, die Leverkusener erspielten sich massenweise Chancen - und im Parallelspiel weigerten sich der AS Rom und Bate Borissow, einen Sieger auszumachen (0:0).

    Ein Tor mehr also, und Bayer stünde jetzt statt im Sechzehntelfinale der Europa League im Achtelfinale der Champions League. "Unfassbar, dass wir das Spiel nicht gewonnen haben - eine Tragödie", sagte Schmidt angesichts der 26 Torschüsse auf das vom starken Marc-Andre ter Stegen gehütete Barca-Tor. "Es ist eine große Enttäuschung", ergänzte Sportdirektor Völler.

    Seine Mannschaft hatte zwar gut gespielt, aber vor dem Tor wieder einmal die nötige Zielstrebigkeit vermissen lassen. Es fehle jemand, der das Team aufrüttelt, monierte ZDF-Experte Oliver Kahn nach der Partie, was wiederum Völler in Rage brachte: "Das sehe ich komplett anders. Olli! Olli! Olli! Nee, nee, nee, das sehe ich total anders." So ging es eine Zeit lang weiter, wobei es Völler selbst am meisten gefuchst haben dürfte, dass sein Verein erneut an einer großen Aufgabe gescheitert war. Stichwort: Vizekusen, der ewige Zweite. Dieses Mal ist Bayer sogar nur Dritter geworden in der Königsklassen-Gruppe E. Und wieder, weil Bayer "Eier" fehlten, um im Kahn-Duktus zu bleiben?

    Trainer Schmidt kann die alte, aber jung gebliebene Leier nicht mehr hören. "Diese Floskel gibt es seit tausend Jahren." Auch der sonst so freundliche Fußballlehrer hatte seinen Disput vor laufender Kamera. Im Interview mit dem Bezahlsender Sky pampte er den Reporter nach einer eher harmlosen Frage an: "Wir können das Interview auch abbrechen."

    Der Frust saß tief unterm Bayer-Kreuz, darüber konnten auch die üblichen Parolen - die Mannschaft ist noch jung, es fehlte das Schlachtenglück, die Stimmung ist gut - nicht hinwegtäuschen. Dieses Scheitern wird Spuren hinterlassen. Und so langsam muss sich Schmidt fragen lassen, was schief läuft in seinem Team. So gut kann die Stimmung dann doch nicht sein. Nach einer der zahlreichen vergebenen Großchancen waren schließlich Stürmer Hernandez und Mittelfeldspieler Bellarabi heftig aneinandergeraten. Der Mexikaner monierte lautstark den Egoismus seines Mitspielers. "Da ist eben viel Adrenalin drin", beschwichtigte Hakan Calhanoglu, der ebenso wie Bellarabi bei seinen Toraktionen häufig einen Schlenker zu viel machte.

    Ein enttäuschender achter Platz in der Bundesliga, das dämliche Aus in der Champions League - Bayer läuft seinen Ansprüchen hinterher. "Wir sind noch nicht da, wo wir in der Rückrunde der vergangenen Saison waren", räumte Schmidt ein. Damals war Leverkusen relativ verlässlich Vierter in der Liga - und Achtelfinalist in der Königsklasse. Dann kam das Aus gegen Atletico Madrid. Als es drauf ankam, im Elfmeterschießen.

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