Bundesliga

Siege vor Showdown: BVB und Wolfsburg vor wegweisendem Duell

Zum ersten Mal unter der Regie von Trainer Edin Terzic gelingen dem BVB drei Bundesliga-Siege in Serie. Das macht Mut für den Champions-League-Showdown am Samstag in Wolfsburg.

Siegreich
Borussia Dortmund untermauerte seine Ambitionen auf einen Champions-League-Platz.
Foto: Christoph Koepsel/Getty Pool/dpa

Dortmund (dpa). Borussia Dortmund geht mit Zuversicht in das Endspiel um Europa. Inspiriert durch das mühselige, aber verdiente 2:0 (1:0) über Union Berlin nahmen alle Beteiligten schon kurz nach dem Schlusspfiff die kommende Aufgabe am Samstag (15.30 Uhr/Sky) beim VfL Wolfsburg ins Visier.

Drei Siege in Serie schüren beim Tabellenfünften den Glauben an ein Happy End im Kampf um einen Champions-League-Platz. BVB-Trainer Edin Terzic verwies auf die große Bedeutung des Duells mit dem fünf Zähler besseren Dritten: „Da geht es nicht nur um drei Punkte, sondern um die Chance, einen Konkurrenten an sich ranzuziehen.“

Eigentlich schien der BVB nach dem 1:2 Anfang April gegen Frankfurt bei sieben Punkten Abstand auf die Königsklassen-Ränge aus dem Rennen. „Da wurden wir dafür belächelt, dass wir gesagt haben, wir kämpfen bis zum Ende“, kommentierte Terzic. Doch wie gegen Stuttgart (3:2) und Bremen (4:1) setzte der Revierclub auch gegen die „Eisernen“ seine Aufholjagd dank der Tore von Marco Reus (27.) und Raphael Guerreiro (88.) fort. „Nun wollen wir den Abstand zu Wolfsburg auf zwei Punkte verringern. Genauso müssen wir dieses Spiel annehmen und brauchen eine extrem gute Leistung“, sagte Terzic voller Hoffnung auf eine Fortsetzung des positiven Trends.

Ähnlich wie der Fußballlehrer sprach auch das erst 17 Jahre alte Mittelfeld-Juwel Jude Bellingham von einem „entscheidenden Spiel“: „Wir haben gezeigt, dass wir in wichtigen Partien gut sein können. Das wollen wir am Samstag auch wieder zeigen.“

Ganz ungetrübt ist die Vorfreude auf das richtungsweisende Kräftemessen mit Wolfsburg aber nicht. Schließlich muss der BVB ohne Abwehrchef Mats Hummels planen. Der Weltmeister von 2014 sah gegen Union in der 72. Minute nach einem Foul an Petar Musa weit außerhalb der Gefahrenzone die fünfte Gelbe Karte und ist deshalb für ein Spiel gesperrt. „Das ist das Ärgerliche am heutigen Abend. Es war mit die unnötigste Gelbe Karte, die man sich vorstellen kann“, klagte Terzic.

Viel wird in Wolfsburg davon abhängen, ob Hummels adäquat ersetzt werden kann. Darüber hinaus wäre eine höhere Treffsicherheit von Erling Haaland hilfreich. Im Spiel gegen die Berliner vergab der Norweger nicht nur einen Foulelfmeter (27.), sondern gleich reihenweise gute Torchancen. Terzic nahm Haaland gegen Kritik in Schutz: „Wir sind es gewohnt, dass er die Dinger reinmacht. Deshalb waren wir heute etwas verwundert.“

Ähnlich hoch wie bei den Dortmundern ist die Motivation bei den Wolfsburgern, die mit aller Macht die Riesenchance auf die Königsklasse nutzen wollen. „Mit einem Sieg von uns sind wir weg“, sagte Wolfsburgs Trainer Oliver Glasner, der die defensiv anfällige Borussia von Beginn an attackieren will. Auf Remis möchte er nicht spielen: „Ich bin lieber angriffslustig und sage: Lass uns dieses Spiel gewinnen, dann haben wir acht Punkte Vorsprung.“

Nicht nur die Ausgangslage, sondern auch die Personallage erscheint bei den Niedersachsen besser als beim Gegner. Die Außenverteidiger Mbabu und Paulo Otavio kehren zurück, damit stehen Glasner so gut wie alle Spieler zur Verfügung. Nur die Fans vermisst der Österreicher. „Borussia Dortmund wird ein absolut cooles Spiel. Es ist nur schade, dass das Stadion nicht voll sein kann. Das wäre ein absolutes Highlight“, sagte der 46-Jährige.

Die Qualifikation für die Champions League würde der Coach aber sicher auch ohne Fans feiern. Dass man überhaupt so kurz davor stehe, sei „großartig“, schwärmte er nach dem 3:1 (2:0) in Stuttgart. Anders als in großen Teilen dieser Saison ließ seine Mannschaft zuletzt zwar ein wenig die defensive Stabilität vermissen. Doch auf die Angriffsreihe um Torjäger Wout Weghorst war auch in Stuttgart Verlass. Torhüter Koen Casteels, der einen Elfmeter von Philipp Förster parierte, sieht sein Team für die Aufgabe gegen den BVB gerüstet: „Das wird ein Spitzenspiel. Wir freuen uns alle darauf.“

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