Archivierter Artikel vom 28.02.2021, 11:16 Uhr
Oberstdorf

Wintersport in Oberstdorf

Deutsche Nordische Kombinierer gewinnen Silber bei Heim-WM

Zweiter Wettkampf, erste Medaille für die deutschen Kombinierer: Das Quartett von Hermann Weinbuch gewinnt bei der Weltmeisterschaft in Oberstdorf Silber. Beim Bundestrainer sorgt das nicht für grenzenlose Freude.

Eric Frenzel
Zeigte im Teamwettbewerb eine starke Leistung im Springen: Eric Frenzel.
Foto: Daniel Karmann/dpa

Oberstdorf (dpa). Lokalmatador Vinzenz Geiger verspürte vor dem vertrautem Bergpanorama eine „Riesenerleichterung“, während Norwegens Überflieger Jarl Magnus Riiber mit seiner Landesflagge den nächsten Coup feierte.

Die deutschen Nordischen Kombinierer verpassten bei der Heim-WM in Oberstdorf das erhoffte Gold, konnten sich aber auch über die Silbermedaille im Team-Wettbewerb freuen. „Die war hart erkämpft“, sagte Rekord-Champion Frenzel. „Mit Silber sind wir sehr, sehr glücklich.“

Das klang bei Bundestrainer Hermann Weinbuch etwas anders. „Wir wollten richtig um die Goldmedaille fighten, das haben wir nicht geschafft“, sagte er mit ein wenig Enttäuschung in der Stimme. „Die Norweger waren im Laufen brutal stark.“ Gegen die überragende Nordisch-Nation hatten Terence Weber, Fabian Rießle, Frenzel und Geiger trotz eines kleines Vorsprungs nach dem Springen keine Chance, der Rückstand betrug am Ende 42,7 Sekunden. Bronze ging an Österreich. Schon vor zwei Jahren in Seefeld hatte Deutschland Silber hinter Norwegen geholt.

Wie groß der Druck bei den Titelkämpfen im eigenen Land ist, ließ sich bei Geiger erahnen. „Es ist eine Riesenerleichterung, jetzt eine Medaille im Gepäck zu haben“, sagte der 23-Jährige. „Jetzt werden wir sicher mal anstoßen mit einem Bier und dann gehen wir die nächsten Rennen an.“

Bei strahlendem Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen hatten Rießle, Weber, Geiger und Frenzel im Skispringen von der Normalschanze am Vormittag den Grundstein für den Podestplatz gelegt. Die beim Springen längst nicht immer überzeugenden Deutschen erwischten punktgenau zum Saisonhöhepunkt einen starken Tag. Vor allem Frenzel gelang mit einem Satz auf 107 Meter ein hervorragender Sprung. „Der war flüssig, der lief wie an der Schnur gezogen“, kommentierte er zufrieden. Zum achten WM-Titel der Karriere reichte es für den 32-Jährigen am Ende nicht ganz.

Mit 25 Sekunden Rückstand auf die führenden Österreicher war Weber als erster Deutscher und insgesamt Zweiter in das 4x5 Kilometer lange Langlaufrennen gegangen. Auf der Strecke konnte er nicht mit den Besten mithalten, musste die Norweger und Japaner vorbeiziehen lassen. Mit rund 40 Sekunden Rückstand auf Platz eins übergab er an Rießle, der ihm nach dem Rennen im Ziel auf die Schulter klopfte.

Der Breisgauer überholte Japan und schickte Frenzel als Dritten auf die anspruchsvolle Strecke. Der Routinier hängte die Österreicher ab und sicherte Platz zwei. Mehr war nicht drin. Geiger konnte Riiber an der Spitze nicht mehr gefährden.

Für Geiger war es nach Silber mit der Mannschaft vor zwei Jahren die zweite WM-Medaille. Weber durfte sich erstmals über Edelmetall bei einer Weltmeisterschaft im Herrenbereich freuen. Der 24-Jährige war für den zweifachen Olympiasieger Johannes Rydzek ins Team gerückt, dem in seiner Heimat wegen anhaltender Formschwäche nur die Zuschauerrolle blieb. „Es ist sehr, sehr schade für ihn“, sagte Geiger über den 29-Jährigen. „Aber er hat schon so viele Medaillen gesammelt, er kommt auch aus dem Loch wieder raus.“ Beim Auftaktwettbewerb der Kombinierer am Freitag hatte das deutsche Team eine Einzelmedaille verpasst.

© dpa-infocom, dpa:210228-99-626439/6

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