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Andernach/Wierschem

Interview: Das Derby zwischen der DJK Andernach und dem FC Wierschem birgt viel Brisanz

Es ist weit mehr als nur das Rheinland-Derby in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saarland. Wenn die Volleyballerinnen der DJK Andernach am Samstag (ab 19 Uhr) in der heimischen Berufsschulhalle auf den FC Wierschem treffen, ist das nicht nur das Duell zweier Erzrivalen – es ist auch das Spitzenspiel der Liga, nach dem sich der Verlierer höchstwahrscheinlich aus dem Titelrennen verabschieden muss.

Mit den bisherigen Leistungen ihrer Teams können Wierschems Trainer Peter Nogueira-Schmid (links) und sein Andernacher Kollege Mario Birk zufrieden sein. Am Samstag geht es im Derby in Andernach nicht nur ums Prestige – der Verlierer scheidet wohl aus dem Titelrennen aus.  Fotos: Andreas Walz
Mit den bisherigen Leistungen ihrer Teams können Wierschems Trainer Peter Nogueira-Schmid (links) und sein Andernacher Kollege Mario Birk zufrieden sein. Am Samstag geht es im Derby in Andernach nicht nur ums Prestige – der Verlierer scheidet wohl aus dem Titelrennen aus. Fotos: Andreas Walz
Foto: Andreas Walz

Dass sie überhaupt ernsthaft um den Titel kämpfen, haben beide Trainer in den vergangenen Monaten erfolgreich bestritten. Gemeinsam ist DJK-Coach Mario Birk und dem FC-Kollegen Peter Nogueira-Schmid auch eine sportliche Vergangenheit beim damaligen Zweitligisten VC Eintracht Mendig – und die gegenseitige Wertschätzung als Volleyball-Übungsleiter. Vor dem direkten Aufeinandertreffen am Samstag sprechen der 38-jährige Birk und der sieben Jahre jüngere Nogueira-Schmid im RZ-Interview Klartext .

Mit den bisherigen Leistungen ihrer Teams können Wierschems Trainer Peter Nogueira-Schmid (links) und sein Andernacher Kollege Mario Birk zufrieden sein. Am Samstag geht es im Derby in Andernach nicht nur ums Prestige – der Verlierer scheidet wohl aus dem Titelrennen aus.  Fotos: Andreas Walz
Mit den bisherigen Leistungen ihrer Teams können Wierschems Trainer Peter Nogueira-Schmid (links) und sein Andernacher Kollege Mario Birk zufrieden sein. Am Samstag geht es im Derby in Andernach nicht nur ums Prestige – der Verlierer scheidet wohl aus dem Titelrennen aus. Fotos: Andreas Walz
Foto: Andreas Walz

Mario Birk, was schätzen Sie am Trainerkollegen Nogueira-Schmid?

Birk: Peter ist ja noch nicht so lange Trainer, aber er macht seine Sache sehr ordentlich. Der FC hat uns in dieser Saison geschlagen und einen Punkt mehr geholt, das spricht für sich.

Peter Nogueira-Schmid, wie ist denn Ihre Einschätzung des Trainers Birk?

Nogueira-Schmid: Für Mario spricht natürlich die Erfolgsserie der vergangenen Jahre mit einigen Aufstiegen und Platz zwei letzte Saison, nicht weit hinter Meister Landau. Dann muss er schon ein guter Trainer sein. Außerdem ist Mario als Coach deutlich erfahrener als ich.

Wie war Ihr Trainerkollege denn so als Spieler?

Nogueira-Schmid: Mario war der ruhige, rationale Typ. Für einen Mittelblocker in der 2. Liga war Mario eher klein, aber brutal effektiv. Er hat das Optimum aus sich herausgeholt.

Birk: Peter war ein sehr emotionaler Spieler. Ansonsten hatten wir eher weniger Kontakt, wir sind aber ein paar Male zum Konditionsbolzen um den Laacher See gelaufen (lacht).

Kann man davon jetzt auch etwas wiedererkennen, was man als „Handschrift des Trainers“ bezeichnen könnte?

Birk: Mit Sicherheit. Peter kommt auch als Spieler über die emotionale Schiene. Und er hat seiner Mannschaft eine klare Handschrift verpasst: Die Mädels spielen als Team zusammen und kämpfen bis zum Umfallen, da ist viel Leidenschaft drin.

Nogueira-Schmid: Auf jeden Fall. Mario ist als Trainer sachlich, analytisch und ruhig an der Linie. Da gibt es auch bei Fehlern kein Palaver von der Bank. Ich dagegen mache auch schon mal laute Ansagen auf dem Feld und versuche, die Spielerinnen aufzurütteln, wenn ich das für nötig halte.

Wo sehen Sie die Stärken, wo Schwächen des nächsten Gegners?

Birk: Insgesamt haben beide Mannschaften nach ihren Niederlagen zum Ende der Hinrunde eine ähnliche Ausgangssituation. Ganz konkret: Wierschems Außenangreiferin Lena Weiler ist schwer in den Griff zu kriegen, das wird ein Schlüssel sein. Auch Elena Kopp und Carolin Janoschek in der Mitte. Und natürlich ist Wierschem davon abhängig, ob Donna Sesterhenn im Zuspiel und Libera Kimberly Löcher in der Annahme einen guten Tag haben.

Nogueira-Schmid: An guten Tagen ist Andernach in der Liga kaum zu schlagen, das hat man beim 3:0 gegen Saarlouis gesehen, deren einzige Niederlage. Wenn die DJK schwächelt, dann im Kopf – die Spielerinnen wissen ja auch, dass wir sie schlagen können.

Wie im Hinspiel. In Mendig verlor die DJK mit 2:3, obwohl sie zuvor zweimal im Pokal gegen Wierschem gewonnen hatte. Die Rivalität zwischen den Teams ist ausgeprägt, rund um dieses Duell gab es manche Spitzen in den sozialen Netzwerken. Hand aufs Herz: Wie wichtig ist es Ihnen und Ihrem Team nun, die Kräfteverhältnisse neu zu ordnen, Herr Birk?

Birk: Das ist wirklich kein so großes Thema bei uns. Auch wenn wir das Rückspiel verlieren sollten, ginge die Welt nicht unter. Aber ich gebe zu: Ein Heimspiel wollen wir nicht verlieren – und erst recht kein Derby.

Wie beurteilen Sie die Rivalität zwischen den Lagern? Können Sie den Coup vom 15. Oktober 2017 wiederholen, Herr Nogueira-Schmid?

Nogueira-Schmid: Die Spielerinnen der Teams werden sicher nicht mehr beste Freundinnen, insofern brennen meine Mädels schon auf das Derby. Und ja: Wir können gewinnen, es wird aber schwieriger als im Hinspiel. Nicht zuletzt, weil Andernach sehr heimstark ist.

In der Tat, Andernach hat bisher alle vier Heimspiele gewonnen. Wierschem allerdings auch drei von vier Partien auswärts. Wie wichtig ist der Heimvorteil?

Birk: Der ist mit Sicherheit wichtig, das zeigt unsere bisherige Bilanz. Ich gehe aber davon aus, dass Wierschem einige Fans mitbringt und in der Halle viel los sein wird.

Nogueira-Schmid: Andernach ist als Gastgeber leicht favorisiert. Von Auswärtsschwäche kann man bei uns aber in dieser Saison nicht mehr sprechen: Wir haben nur ein Spiel in der Fremde verloren – und dabei in Saarlouis hervorragend gespielt.

Wie lief nach rund einem Monat Weihnachtspause die Vorbereitung aufs Derby, wie ist die personelle Situation?

Birk: Alle Spielerinnen sind an Bord, das ist die gute Nachricht. Aber nach den Niederlagen zum Jahresende haben wir mental immer noch nicht die Kurve bekommen, das bereitet mir etwas Sorgen.

Nogueira-Schmid: Alle Spielerinnen sind dabei, wobei Elena Kopps Schulterverletzung ein ordentliches Training nicht möglich macht. Zurzeit kann sie keinen Ball schlagen, das ist sehr schlecht für uns.

Nach neun Runden führt Saarlouis mit zwei Punkten vor Wierschem und drei vor Andernach. Ist der Derby-Verlierer angesichts der Klasse von Saarlouis schon raus aus dem Titelkampf?

Birk: Wenn wir verlieren, sind wir raus, da bin ich ziemlich sicher. Wierschem hat auch bei einer Niederlage noch eine Chance – ihr Rückstand ist kleiner, und sie spielen noch daheim gegen Saarlouis.

Nogueira-Schmid: Das sehe ich auch so. Aber egal, wie das Derby ausgeht – der Kampf um Platz zwei bleibt offen.

Ihr Tipp fürs Derby?

Birk: Ich tippe absolut ungern. Ich glaube aber, dass es ein enges Spiel wird.

Nogueira-Schmid: Das glaube ich nicht. Es wird eine deutliche Kiste, 3:0 oder 3:1. Für wen, kann ich aber nicht sagen (lacht). Normalerweise gewinnt Andernach, aber es läuft ja auch im Volleyball nicht immer normal.

Das Gespräch führte unser Mitarbeiter Christian Müller

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