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Mendig

FC Wierschem hat Angst vor dem Gewinnen

Stark begonnen, ebenso stark nachgelassen: Auch die Volleyballerinnen des FC Wierschem konnten den Tabellenführer der Regionalliga Südwest nicht stoppen und verloren gegen SSC Bad Vilbel mit 1:3 (25:23, 21:25, 14:25, 17:25).

Am Ende ließ sich der SSC Bad Vilbel (hier beim Blockversuch) von Wierschems Volleyballerinnen dann doch nicht oft genug überlisten. Die Maifeld Volleys schnupperten am Sieg, verloren aber mit 1:3.  Foto: Andreas Walz
Am Ende ließ sich der SSC Bad Vilbel (hier beim Blockversuch) von Wierschems Volleyballerinnen dann doch nicht oft genug überlisten. Die Maifeld Volleys schnupperten am Sieg, verloren aber mit 1:3.
Foto: Andreas Walz

In der Mendiger Großsporthalle sah es bis Ende des zweiten Abschnitts nach einer Überraschung aus, ehe die Gastgeberinnen abbauten und nach 99 Minuten die dritte Niederlage im vierten Saisonspiel quittieren mussten – mit drei Punkten bleiben die Maifeld Volleys Tabellenachter.

Warum sein Team trotz guter Ausgangslage nicht zu punkten vermochte, hatte für FC-Coach Lutz Kasper zwei Ursachen: "Das lag an Kopf und Kondition." Beides verwundert nicht. Als Aufsteiger ist ein gewisser Respekt – gerade vor den Topteams wie Bad Vilbel, aber auch in den ersten Runden Waldgirmes (Dritter) und Groß-Karben (Vierter) – nur natürlich. Zudem hat der relativ kleine und um wichtige Spielerinnen wie Judith Barzen dezimierte Kader der Wierschemerinnen weniger zuzusetzen als die meisten Gegnerinnen.

Das war auch gegen Bad Vilbel nicht anders. Im ersten Satz lagen die Maifelderinnen ständig vorn, bei 17:11 sogar vermeintlich komfortabel. Ein derartiger Vorsprung allerdings ist im Frauenvolleyball nicht so aussagekräftig wie bei den Männern: Der Vorteil der Ballannahme fällt geringer aus, Punkteserien kommen leichter zustande, die Ballwechsel sind umkämpfter. Lange Rallyes gab es in der Anfangsphase gegen die Hessinnen zur Genüge. "Für die Fans ist das schön anzuschauen", so Kasper, für ihn als Trainer sei es aber auch nervenzehrend.

Erst recht, wenn der Gegner auf einmal Punkt für Punkt herankommt, so wie Bad Vilbel Ende des Auftaktsatzes, als es 20:20 hieß. Dann jedoch sorgten Ballpunkte von Elena Kopp, Lena Weiler und Romy Berger für die erneute Führung, Hannah Dücking schließlich verwandelte den zweiten Satzball zur Freude eines Großteils der Zuschauer in Mendig. Die Angreiferin schien damit auf Touren gekommen und legte im zweiten Durchgang gleich mehrfach nach – bei 9:6 schien der FCW wieder auf einem guten Weg. "Dann haben wir mehr Druck gespürt", sagte Spielführerin Berger, "weil uns plötzlich bewusst wurde: Mensch, wir können wirklich gegen den Tabellenführer gewinnen." Ein Gedanke als erster Schritt Richtung erster Heimniederlage. Denn fortan verkrampften die Wierschemerinnen zunehmend, lagen bald mit 16:19 hinten. Noch mal hielten sie dagegen, kamen durch Lena Weiler zum 21:21, um gleich darauf "den Kopf zu verlieren", wie Berger konstatierte. Auch Kasper hatte das Problem erkannt: "Wir hatten Angst vorm Gewinnen." Das spürten die Gäste und nutzten es geschickt zum Satzausgleich – es war die Wende in einem Spiel, das Wierschem bis dahin laut Kasper "spielerisch mindestens gleichwertig" gestaltet hatte.

Davon war in der Folgezeit nicht mehr viel zu sehen. Obwohl die Maifeld Volleys in den zwei letzten Sätzen jeweils eine schnelle Serie zu Beginn (4:0 und 3:0) hinlegten, fehlte dann doch die Substanz, um den SSC ernsthaft zu fordern. "Da haben sich unsere konditionellen Defizite bemerkbar gemacht", sagte Lutz Kasper. Damit einher ging der mit jedem Punkt schwindende Glaube daran, zumindest noch einen Satz und somit wenigstens einen Punkt holen zu können. Die Körpersprache spiegelte ab dem dritten Satz exakt den Spielstand wider: klares Plus fürs Team aus Bad Vilbel.

Der Erfolg des Tabellenführers war somit verdient, die erste Heimniederlage des Regionalliga-Aufsteigers perfekt. Schon am nächsten Sonntag (ab 16 Uhr) hat Wierschem aber die Chance, daheim zu punkten: In Mendig gastiert dann Tabellennachbar Biedenkopf-Wetter Volleys. "Für uns ist es gut", erklärte Romy Berger, "dass wir es nächstes Wochenende im nächsten Heimspiel gleich besser machen können."

FC Wierschem: Sesterhenn, Weiler, Kopp, Dücking, Berger, Hatzmann; Muscheid; Bermel, Herrmann.

Von unserem Mitarbeiter

Christian Müller

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