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    NeuwiedDeichstadtvolleys stürzen wieder ins Leistungsloch

    Das war nix. Eine Woche nach dem Beinahe-Sieg in Straubing verloren die Zweitliga-Volleyballerinnen des VC Neuwied ihr Heimspiel gegen den VC Offenburg mit 1:3 (19:25, 12:25, 25:20, 17:25) und ließen über weite Strecken der Partie keinerlei Gegenwehr erkennen. „Eine Katastrophe“, seufzte VCN-Trainer Milan Kocian, „ich habe meine Mannschaft nicht wiedererkannt.“

    Nach Belieben überwand Offenburgs Pia Leweling (links) den löchrigen Neuwieder Block (hier Livia Krucovska und Tatjana Crkonova). Da blieb auch der VCN-Libera Laura Hammes (kleines Foto) nichts als Frustration. Fotos: Jörg Niebergall
    Nach Belieben überwand Offenburgs Pia Leweling (links) den löchrigen Neuwieder Block (hier Livia Krucovska und Tatjana Crkonova). Da blieb auch der VCN-Libera Laura Hammes (kleines Foto) nichts als Frustration. Fotos: Jörg Niebergall
    Foto: niebergall

    Zwei Sätze lang bekamen die Deichstadtvolleys buchstäblich keinen Fuß auf den Boden. Während der amtierende Meister routiniert und zuverlässig sein Programm herunterspielten, glich die Neuwieder Sechs eher einem Hühnerhaufen, der ohne Plan und Ziel durcheinanderlief. Missverständnisse und Fehlschläge kennzeichneten das Angriffsspiel, und in der Abwehr gelang noch weniger. Die flinken und sprungstarken Offenburgerinnen, allen voran die Tagesbeste Pia Leweling, hatten wenig Mühe mit ihren Schmetterschlägen gegen löchrige Neuwieder Blocks.

    Nach Belieben überwand Offenburgs Pia Leweling (links) den löchrigen Neuwieder Block (hier Livia Krucovska und Tatjana Crkonova). Da blieb auch der VCN-Libera Laura Hammes (kleines Foto) nichts als Frustration. Fotos: Jörg Niebergall
    Nach Belieben überwand Offenburgs Pia Leweling (links) den löchrigen Neuwieder Block (hier Livia Krucovska und Tatjana Crkonova). Da blieb auch der VCN-Libera Laura Hammes (kleines Foto) nichts als Frustration. Fotos: Jörg Niebergall
    Foto: niebergall

    „Wie wir schon angefangen haben: keine Konzentration, kein Fokus, kein Biss“, ärgerte sich Kocian, „das war Kämpfen ohne Herz.“ Woran das lag? „Keine Ahnung“, zuckte Kocian mit den Schultern ob der Wankelmütigkeit seiner Schützlinge, „wir haben zwar nicht vollzählig trainiert, aber gut, und die Stimmung war okay. Ich hatte mir definitiv mehr erhofft.“

    Zum dritten Durchgang stand dann plötzlich Sarah Kamarah auf dem Feld. „Ich kann einfach nicht draußen stehen und nichts tun“, sagte die Mittelblockerin, die an beiden Füßen schmerzhafte Probleme mit dem Sprunggelenk und den Bändern hat und eigentlich nur als Notnagel mit dabei war. „Sarah ist verrückt“, kommentierte Kocian ihren Wagemut. Kamarah räumte ein: „Der Trainer wollte es nicht, er sagte, die Gesundheit geht vor. Aber als ich reinkam, haben wir ja ein bisschen was gutgemacht. Ich kann die Mannschaft mitziehen“, bewarb sich die 27-Jährige als die Führungsspielerin, die dem sportlich starken, aber atmosphärisch gelegentlich eher gleichmütig wirkenden Team zu fehlen scheint.

    In der Tat stand im dritten Satz plötzlich ein Team mit ganz anderer Körpersprache auf dem Feld – eben mehr orientiert an der angriffslustigen Haltung von Kamarah. Die vermied zwar tunlichst hohe Sprünge, punktete jedoch sogar aus dem Stand mit gutem Auge und zielsicherem Schlag. Auch die am Ellbogen verletzte Livia Krucovska half nach Kräften mit, dass der VCN den dritten Satz für sich entschied und beim Publikum neue Hoffnungen weckte.

    Und auch im vierten Satz, als vor allem die bis dahin unglücklich agierende Diana Mitrengova aufdrehte, blieben die Neuwiederinnen dran am Gegner und mussten erst abreißen lassen, als Offenburg von 13:14 auf 13:21 davonzog. Den Unterschied machten vor allem zwei Spielerinnen. Zum einen die erwähnte Pia Leweling, gerade 19 Jahre alt geworden und als Kapitän der Juniorinnen-Nationalmannschaft zu Saisonbeginn aus Münster ins Badische gewechselt. Zum anderen Zuspielerin Johanna Ewald, die eigentlich nur noch in der zweiten Offenburger Mannschaft spielt und diesmal die angeschlagene Ricarda Zorn vertrat.

    Die Gästetrainerin Tanja Scheuer freute sich diebisch über den Auswärtscoup: „Wir haben taktisch sehr gut gespielt“, lobte sie ihr Team und auch ein bisschen sich selbst, „wir wussten jederzeit genau, was Neuwied vorhat und haben entsprechend reagiert.“ Nach dem Aufstiegsverzicht in der Vorsaison („Da waren wir als Verein noch nicht so weit“) hat der VCO nun die Voranmeldung für die Bundesliga eingereicht. „So kann der Verein genau sehen, was noch fehlt zur Erstklassigkeit“, erklärt Scheuer die Strategie des Titelkandidaten, „in manchen Bereichen sind wir erstligareif, in anderen noch nicht nicht.“ Auf Deutsch: „Wir brauchen mehr Geld.“

    Experimente werden sie nicht unternehmen im badischen Familienverein: „Mein Mann ist Teammanager, mein Schwiegervater Präsident. Die würden nie etwas tun, was dem Verein schadet“, versicherte Tanja Scheuer, die mit sichtlichem Stolz ihren Babybauch vor sich herträgt. In zwei Monaten soll ihr Sohn geboren werden, „ich werde zwei Spiele fehlen, dann bin ich wieder da.“ Rechtzeitig also zum Saisonfinale.

    In Neuwied wird mancher froh sein, dass der VCN sich vorerst keine Gedanken über eine mögliche Erstklassigkeit machen muss. Bei allem Engagement ist der Verein in Sachen Professionalität noch einige Schritte hinter den Offenburgern zurück. Und es zeugt gewiss nicht vom mangelnden Angriffswillen, wenn sich die Deichstadtvolleys vorerst darauf konzentrieren, ihre Mannschaft in der zweiten Liga zu etablieren.

    VC Neuwied: Lea Schäbitz, Mitrengova, Krucovska, Smatanikova, Crkonova, Landen, Laura Hammes, Jana Schäbitz, Werscheck, Hoffmann, Kamarah, Neumann.

    VC Printus Offenburg: Mc Kinny, Paulin, Schellenberger, Leweling, Ewald, Karagyaurov, Frei, Dikongué, Solleder, Bähr, Zorn.

    Schiedsrichter: Marco Würtz (Pirmasens) und Daniela Klotz (Karlsruhe). Zuschauer: 260.

    Spielfilm, 1. Satz: 1:0, 1:3, 3:5, 4:7, 5:9, 9:10, 10:11, 11:14, 12:16, 13:18, 15:19, 16:23, 19:25. 2. Satz: 1:6, 3:7, 4:8, 7:11, 9:12, 10:18, 11:19, 12:25. 3. Satz: 2:1, 3:3, 5:5, 7:6, 10:9, 14:10, 19:12, 20:16, 22:17, 23:19, 25:20. 4. Satz: 1:3, 3:4, 4:5, 5:6, 6:9, 8:10, 9:12, 10:13, 12:14, 13:21, 15:22, 17:25.

    Von unserem Redakteur Stefan Kieffer

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